06. Januar 2013

Argentum“ in Nordstemmen geplant

Kreiswohnbau Hildesheim in Verhandlungen mit Gemeinde und Träger für moderne Senioren-Wohnanlage

Nordstem­men (cv). Bar­rie­re­freie Woh­nun­gen, 14 an der Zahl, zwi­schen 61 und 72 Qua­drat­me­ter groß und ein Ange­bot zur Tages­pfle­ge im Erd­ge­schoss: Ener­gie­ef­fi­zi­ent und hoch­mo­dern soll die Wohn­an­la­ge „Argen­tum“ für Senio­ren in Nordstem­men wer­den. Geht es nach der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim, soll der Bau des drei­stö­cki­gen Gebäu­des bereits im Som­mer 2014 begin­nen und über 982 Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che ver­fü­gen. „Schon 2015 könn­ten die ers­ten Bewoh­ner ein­zie­hen“, so Mat­thi­as Kauf­mann, Geschäfts­füh­rer der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim.

 

Wir suchen vor allem attrak­ti­ve Stand­or­te mit einer bestehen­den Infra­struk­tur, um unse­re moder­nen Argen­tum-Häu­ser zu bau­en“, so Kauf­mann. Mit Infra­struk­tur meint er ins­be­son­de­re Anlauf­stel­len des täg­li­chen Bedarfs, wie Ärz­te und Fri­seu­re, Bäcker oder Ein­kaufs­zen­tren. Denn die Ein­rich­tung soll kein Alten­pfle­ge­heim sein. „Älte­re Men­schen, die nicht zwin­gend einer Pfle­ge bedür­fen, aber trotz­dem bar­rie­re­frei woh­nen wol­len, kön­nen hier ein neu­es Zuhau­se fin­den“, skiz­ziert Kauf­mann das Pro­jekt „Argen­tum“.

 

Die Woh­nun­gen für ein oder zwei Per­so­nen rich­ten sich somit an Men­schen, denen ihr „eige­nes Haus oder die Woh­nung viel­leicht zu groß gewor­den ist“. Auch außer­halb der Öff­nungs­zei­ten sol­len die Bewoh­ner die Räu­me unter ande­rem für Fami­li­en­fei­ern nut­zen kön­nen. „Zugleich sol­len die Bewoh­ner unab­hän­gig blei­ben kön­nen, ohne ihre Selbst­be­stim­mung an der Ein­gangs­tür abge­ben zu müs­sen, so wie das ande­ren­orts vie­leicht der Fall ist“, betont Kauf­mann. Ein sol­ches Haus nach dem „Argentum“-Konzept wird in Sar­stedt bereits gebaut, in Bad Salz­det­furth wird ein bestehen­des Gebäu­de umge­rüs­tet. Nun soll auch in Nordstem­men eine Mil­lio­nen-Inves­ti­ti­on getä­tigt wer­den, damit das Ange­bot von Wohn­an­la­gen der Hil­des­hei­mer Kreis­wohn­bau in Nordstem­men um „Argen­tum“ erwei­tert wer­den kann. „Die Gemein­de kam mit dem Ange­bot des Grund­stücks auf uns zu, wir ver­han­deln nun über die Rea­li­sie­rung“, sag­te Kauf­mann auf LDZ-Nach­fra­ge.

 

Hier soll ab 2014eine “Argentum”-Wohnanlage in Nordstem­men ent­ste­hen. (Foto: Vogel­bein)

Laut Gemein­de­bür­ger­meis­ter Nor­bert Pal­len­tin geht es kon­kret um ein Grund­stück im Bau­ge­biet der Mah­ler­ter Stra­ße Nord und Lan­ge Maße, wel­ches sich zur­zeit noch im Eigen­tum der Gemein­de befin­det. Man habe die­ses Grund­stück gegen­über der Hil­des­hei­mer Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft, deren Teil­ha­ber die Gemein­de Nordstem­men ist, bis­her ledig­lich ange­bo­ten und, nach­dem das Unter­neh­men ers­te Plä­ne über die Ver­wen­dung vor­ge­stellt hat, reser­viert. Wei­te­re Ver­hand­lun­gen sind noch not­wen­dig.

 

Die Pfle­ge von Men­schen sei nach der Mei­nung von Kauf­mann für die Ange­hö­ri­gen oft eine zusätz­li­che Belas­tung und sehr auf­wän­dig: „Mit der Tages­pfle­ge­ein­rich­tung im Erd­ge­schoss bie­ten wir zusätz­lich ein ganz­tä­ti­ges Pfle­ge­an­ge­bot, auch um die Ange­hö­ri­gen zu ent­las­ten“. Eine Lang­zeit­pfle­ge ist nicht vor­ge­se­hen. Auch die Mie­ter der Woh­nun­gen müss­ten für den Fall der Fäl­le exter­ne Pfle­ge­diens­te zur Betreu­ung oder Pfle­ge beauf­tra­gen. Die Bewoh­ner sei­en, wie Kauf­mann betont, dank der bar­rie­re­frei­en Bau­wei­se aber den­noch „bis zur Pfle­ge­stu­fe 1 gut auf­ge­ho­ben“. Kon­kur­renz zum gegen­über­lie­gen­den Inte­gra-Pfle­ge­zen­trum wird laut Büger­meis­ter Pal­len­tin jedoch nicht geschaf­fen. „Die Argen­tum-Wohn­an­la­gen rich­ten sich vor allem an jung­ge­blie­be­ne Alte und spre­chen eine ganz ande­re Ziel­grup­pe an“, beru­hig­te Pal­len­tin, der sich zudem sehr freu­en wür­de „wenn das klappt“.

 

Der Auf­sichts­rat der Kreis­wohn­bau Hil­des­heim sprach sich wäh­rend einer Ver­samm­lung kurz vor Weih­nach­ten posi­tiv für das Pro­jekt in Nordstem­men aus – und auch Bür­ger­meis­ter Pal­len­tin erhofft sich eine „Ergän­zung der bestehen­den Infra­struk­tur“ in sei­ner Gemein­de. „Was jetzt noch fehlt, ist ein geeig­ne­ter Wohl­fahrts­ver­band als Trä­ger des Hau­ses“, ist Kauf­mann trotz­dem opti­mis­tisch und weiß: „Wir befin­den uns seit eini­ger Zeit schon in Ver­hand­lun­gen mit einem Ver­band, der hier in der Regi­on bereits sehr aktiv ist“. Genaue­res konn­te er dazu aller­dings noch nicht sagen. Ers­te Inter­es­sen­ten für eine Woh­nung in der geplan­ten Nordstem­me­ner „Argentum“-Wohnanlage haben sich bereits gemel­det. Der Zuspruch aus der Regi­on wäre durch­aus vor­han­den und auch die Ver­hand­lun­gen sind, wenn auch noch nicht abge­schlos­sen, laut Kauf­mann und Pal­len­tin „auf einem guten Weg“.

 

Quel­le: Lei­ne-Deis­ter-Zei­tung, 05. Janu­ar 2013

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