05. November 2014

Aufschrei“ wegen der Schließungspläne

Kreiswohnbau will Kipphut-Nachbarschaftstreff nicht weiterbetreiben / Argentum-Treff offen für alle

SARSTEDT (skn). Der Nach­bar­schafts­treff der Kreis­wohn­bau am Kipp­hut wird zum Jah­res­en­de geschlos­sen. Die Ein­rich­tung soll in den bestehen­den Miet­er­treff im Argen­tum am Ried inte­griert wer­den – und dann allen Men­schen aus dem Vier­tel zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Nut­zer des Nach­bar­schafts­treffs sind aller­dings empört über die Schlie­ßung ihrer Ein­rich­tung.

 

Meh­re­re Men­schen haben sich in der Hil­des­hei­mer Kreis­wohn­bau-Zen­tra­le über die Pla­nun­gen beschwert. „Es hat da schon einen Auf­schrei gege­ben“, sagt Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann: „Ich kann das auch ver­ste­hen.“ Er bit­tet aller­dings auch um Ver­ständ­nis für sei­ne Ent­schei­dung, die Ein­rich­tun­gen im Argen­tum und am etwa 800 Meter Fuß­weg ent­fern­ten Kipp­hut nicht par­al­lel zu betrei­ben. Schließ­lich kos­te der Betrieb des Nach­bar­schafts­treffs Jahr für Jahr einen fünf­stel­li­gen Betrag. „Da müs­sen wir ver­su­chen, die Kos­ten im Auge zu behal­ten.“

 

Der Nach­bar­schafts­treff am Kipp­hut war 2011 in einer Woh­nung im Erd­ge­schoss eines der Kipp­hut-Hoch­häu­ser ein­ge­rich­tet wor­den. Mit viel Auf­wand waren die bis­he­ri­gen Wohn­räu­me umge­baut wor­den.

 

Hier tref­fen sich seit­dem sowohl Kreis­wohn­bau-Mie­ter als auch ande­re Bewoh­ner des Vier­tels zu Sitz-Gym­nas­tik, Gehirn­jog­ging oder Gesell­schafts­spie­len. Es gibt aber auch eine regel­mä­ßi­ge Sozi­al- und Lebens­be­ra­tung sowie beson­de­re Ver­an­stal­tun­gen wie etwa Bin­go-Nach­mit­ta­ge. Die Kreis­wohn­bau arbei­tet mit der Cari­tas zusam­men, die den Nach­bar­schafts­treff betreut. Der Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands deut­scher Woh­nungs- und Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men, Axel Gedasch­ko, hat­te bei einem Besuch in Sar­stedt kurz nach der Eröff­nung des Nach­bar­schafts­treffs das Pro­jekt der Kreis­wohn­bau als beson­ders vor­bild­lich gelobt.

 

Kauf­mann betont, dass der Nach­bar­schafts­treff ledig­lich ins Argen­tum ver­legt wer­de. Es sei von Anfang an nicht geplant gewe­sen, den Treff dau­er­haft im Kipp­hut-Hoch­haus unter­zu­brin­gen.

 

Im Argen­tum an der Hil­des­hei­mer Stra­ße gibt es hin­ge­gen ohne­hin schon eine Anlauf­stel­le für die Mie­ter des Hau­ses, die nun auch für ande­re Men­schen aus dem Vier­tel offen ste­hen soll. „Das wol­len wir noch etwas auf­pep­pen“, sagt Kauf­mann. Unklar ist aller­dings noch, wer den neu­en Nach­bar­schafts­treff für die Kreis­wohn­bau betrei­ben wird. „Der Koope­ra­ti­ons­part­ner steht der­zeit noch nicht fest“, sagt Kauf­mann und ver­weist auf lau­fen­de Gesprä­che.

 

Der der­zei­ti­ge Kipp­hut-Treff wird gemein­sam mit der Cari­tas betrie­ben. Im Argen­tum küm­mern sich Mit­ar­bei­ter der Johan­ni­ter um die Betreu­ung der Mie­ter. Vor allem ging es dabei auch dar­um, die Bewoh­ner in ein moder­nes tech­ni­sches Sys­tem ein­zu­wei­sen. Per Tablet kön­nen die Mie­ter nicht nur Hei­zung, Licht und Elek­tro­nik steu­ern, son­dern auch bei­spiels­wei­se Bröt­chen ordern oder mit ande­ren Mie­tern kom­mu­ni­zie­ren. Eine finan­zi­el­le För­de­rung für die­se Bera­tung läuft laut Kauf­mann Ende des Jah­res aus.

 

Der Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rer beru­higt die Men­schen, die den Weg vom Kipp­hut zur Hil­des­hei­mer Stra­ße scheu­en. „Da wird es auch einen Bus­dienst geben“, ver­spricht Kauf­mann. Ein sol­ches Ange­bot kön­ne aber nur auf­recht­erhal­ten wer­den, wenn es auch ange­nom­men wer­de. Die Räu­me des der­zei­ti­gen Nach­bar­schafts­treffs sol­len dem­nächst wie­der umge­baut wer­den. Sie wer­den wie­der zu einer Woh­nung – im Erd­ge­schoss und ohne Bar­rie­ren zugäng­lich.

 

Quel­le: Sar­sted­ter Anzei­ger der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­nen Zei­tung, 05. Novem­ber 2014

Veröffentlicht unter 2014