22. Januar 2014

ASB übernimmt Nachbarschaftstreff

KWG geht in Bad Salzdetfurth neue Partnerschaft ein / Mini-Markt geschlossen

Bad Salz­det­furth (uli). Jetzt führt der ASB die Regie. Der Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund über­nimmt von der Kreis­wohn­bau GmbH die Lei­tung des Nach­bar­schafts­treffs in der Lär­chen­stra­ße 1. Und das ist erst der Auf­takt für eine neue Part­ner­schaft in der Kur­stadt. Denn der ASB wird auch im ehe­ma­li­gen Kai­ser­hof ein­zie­hen, der gera­de von der KWG umge­baut wird (die­se Zei­tung berich­te­te).

 

2008 ging die KWG im Hoch­haus in der Lär­chen­stra­ße mit ihrem ers­ten Nach­bar­schafts­treff an den Start. 50 000 Euro nahm das Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men damals in die Hand, um aus einer Miet­woh­nung einen Treff­punkt für die Bewoh­ner zu machen. „Unser Part­ner war die AWO“, erin­nert KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann jetzt bei der sym­bo­li­schen Schlüs­sel­über­ga­be an den ASB. Die AWO zog sich aus dem Ange­bot zurück, doch der Treff soll­te blei­ben. Im Lär­chen­weg und rund her­um woh­nen vie­le älte­re Men­schen. „Etli­che von ihnen seit der Zeit, als wir die Häu­ser dort oben gebaut haben“, sagt Kauf­mann. Sie sol­len wei­ter­hin ein Ange­bot in der ver­trau­ten Nach­bar­schaft haben. Denn die Klön-, Spiel- und Bas­tel­nach­mit­ta­ge, die gemein­sa­men Koch­aben­de und der Früh­stücks­treff sind seit jeher nicht nur für die Bewoh­ner der Lär­chen­stra­ße 1, son­dern für alle Inter­es­sier­ten aus der Gegend gedacht.

 

In der Küche des Nach­bar­schafts­treffs sind schon vie­le lecke­re Essen gekocht wor­den – zum Bei­spiel auf Ein­la­dung der Frau­en­be­auf­trag­ten für ein inter­na­tio­na­les Büfett. Foto: Archiv

Das will der ASB so bei­be­hal­ten. Anni­ka Mey­er und Karin Hil­big haben bereits ein bun­tes Pro­gramm für den Nach­bar­schafts­treff zusam­men­ge­tra­gen. Sie wol­len Bin­go­nach­mit­ta­ge, Spie­le- und DVD-Aben­de sowie Gedächt­nis­trai­ning anbie­ten. Mey­er, die beim ASB Bereichs­lei­te­rin für betreu­te Wohn­an­la­gen ist, freut sich auf die neue Auf­ga­be und ist gespannt, wer sich bei den Ver­an­stal­tun­gen bli­cken lässt. Bei künf­ti­gen Ange­bo­ten will sie dann auch auf wei­te­re Wün­sche der Gäs­te ein­ge­hen. Kauf­mann ist froh dar­über, einen neu­en Part­ner für den Nach­bar­schafts­treff gefun­den zu haben. Um so betrüb­ter ist er, dass sich bis­lang noch kei­ner für den Mini-Markt gefun­den hat, der wie der Nach­bar­schafts­treff im Par­terre des Hoch­hau­ses sei­nen Platz hat.

 

Zunächst hat­te dort die AWO Zahn­pas­ta, Kon­ser­ven, Zucker, Streich­höl­zer und ande­re Din­ge des täg­li­chen Bedarfs ver­kauft. 2012 über­nahm die Immo­bi­li­en- und Ser­vice­ge­sell­schaft Him­melst­hür GmbH das klei­ne Läd­chen. Doch das Toch­ter­un­ter­neh­men der Dia­ko­nie Him­melst­hür hat die Geschäf­te Mit­te Janu­ar ein­ge­stellt. Geschäfts­füh­rer Micha­el Hen­ze bedau­ert die Schlie­ßung zwar, ver­weist aber auf die nied­ri­gen Umsät­ze. Und dar­auf, dass sein Unter­neh­men dabei sei, eine Immo­bi­lie in der Ober­stra­ße zu reno­vie­ren, um dort in Kür­ze einen Kiosk zu eröff­nen. „Den betrei­ben wir in Koope­ra­ti­on mit unse­rer Tages­stät­te in Bad Salz­det­furth“, so Hen­ze. Unweit der St. Georgs­kir­che wer­den seit zwei Jah­ren Men­schen mit see­li­schen Behin­de­run­gen betreut. Sie sol­len künf­tig in dem Alt­stadt­läd­chen arbei­ten und dort aufs Berufs­le­ben vor­be­rei­tet wer­den.

 

Wir hof­fen aber den­noch, dass sich noch jemand fin­det, der in der Lär­chen­stra­ße wei­ter­macht“, so Kauf­mann. Die Hoff­nung teilt Hen­ze mit ihm: „Viel­leicht las­sen sich Mini-Markt und Nach­bar­schafts­treff zusam­men­le­gen?“.

 

Der ASB kann sich offen­bar nicht dafür erwär­men, beschränkt sein Enga­ge­ment in der Lär­chen­stra­ße auf den Nach­bar­schafts­treff. ASB-Geschäfts­füh­rer Mar­kus Dolat­ka und Bad Salz­det­furth-Bereichs­lei­ter Sören Hoff­mann freu­en sich auf die neue Zusam­men­ar­beit mit der KWG. „Bad Salz­det­furth ist für uns eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit“, so Dolat­ka. Bis­lang betreibt der ASB in der Ober­stra­ße ein klei­nes Büro. In Kür­ze wer­den Hof­mann und sei­ne Kol­le­gen ins Ober­ge­schoss des ehe­ma­li­gen Kai­ser­hof-Gäs­te­hau­ses zie­hen und von dort aus ihre ambu­lan­te Pfle­ge orga­ni­sie­ren. Nach dem Umbau des benach­bar­ten Kai­ser­ho­fes wird der ASB auch dort die Regie über­neh­men und zum Bei­spiel in den Räu­men der eins­ti­gen Gast­stät­te eine Tages­pfle­ge anbie­ten. „Eine Pre­mie­re in der Kur­stadt“, freut sich Dolat­ka, den das Pro­jekt Kai­ser­hof von Anfang an gereizt hat. Auch weil es für die Bad Salz­det­fur­t­her mit so vie­len Erin­ne­run­gen behaf­tet ist: „Frü­her haben die Men­schen dort gefei­ert, bald kön­nen sie dort leben.“

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 22. Janu­ar 2014

Veröffentlicht unter 2014