10. September 2013

Einweihungsfeier mit Hindernissen

Heulende Sirenen sorgen für betretene Mienen: Einsatz entpuppt sich als Fehlalarm / Symbolischer Schlüssel fürs Feuerwehrgerätehaus überreicht

Diek­hol­zen (mb). Beküm­mer­te Mie­nen bei der Ein­wei­hung des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses in Diek­hol­zen: Pfar­rer Wer­ner Holst woll­te das Gebäu­de gera­de mit Weih­was­ser benet­zen, als am Frei­tag­abend gegen 19 Uhr die Sire­nen auf­heul­ten. Nach der schon Wochen anhal­ten­den Brand­se­rie in Diek­hol­zen kamen die Feu­er­wehr­leu­te selbst bei die­ser für sie so beson­de­ren Fei­er nicht zur Ruhe und muss­ten aus­rü­cken. Der Ein­satz ent­pupp­te sich aller­dings – wie schon am Mitt­woch – als Fehl­alarm. Erneut hat­te ein Zeu­ge ver­mut­lich Grill­qualm aus der Nach­bar­schaft gero­chen.

 

Mat­thi­as Kauf­mann über­reicht Bür­ger­meis­ter Jür­gen Mei­er (links) den sym­bo­li­schen Schlüs­sel für das neue Feu­er­wehr­haus. Zudem gab es noch einen 500-Euro-Scheck für die För­de­rung der Jugend­feu­er­wehr, den Orts­brand­meis­ter Micha­el Wuit­schick (rechts) ent­ge­gen­nahm.

Dabei hat­te Orts­brand­meis­ter Micha­el Wuit­schick gleich zu Beginn der Ein­wei­hungs­fei­er für das neue Gerä­te­haus noch von einem „groß­ar­ti­gen Tag“ für die Feu­er­wehr­leu­te gespro­chen. Doch auch nach dem Fehl­alarm woll­te er sich die Stim­mung nicht ver­mie­sen las­sen.

 

Bür­ger­meis­ter Jür­gen Mei­er sprach bei der Ein­wei­hung von einem Tag, der ihn auch ein wenig mit Stolz erfül­le. Er erin­ner­te dar­an, dass der ursprüng­li­che Grund für den Bau des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses die Tat­sa­che gewe­sen sei, dass plötz­lich ein gera­de neu ange­schaff­tes Lösch­grup­pen­fahr­zeug nicht in das alte Feu­er­wehr­haus hin­ein­pass­te. „Da war guter Rat im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes teu­er.“ Über­le­gun­gen, eine sepa­ra­te Fahr­zeug­box zu bau­en, habe der Gemein­de­rat schnell ver­wor­fen und am 19. Novem­ber 2011 mit einer Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes „Lan­ges Feld“ den Weg für ein neu­es Feu­er­wehr­haus frei­ge­macht. Kurz dar­auf hät­ten sich jedoch eini­ge Anlie­ger ener­gisch gegen den Neu­bau in ihrem Wohn­ge­biet zur Wehr gesetzt.

 

1,1 Mil­lio­nen Euro hat das neue Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus in Diek­hol­zen gekos­tet. Am Frei­tag­abend wur­de die Ein­wei­hung gefei­ert. Fotos: Bor­n­e­mann

Das ist für mich auch heu­te noch nicht nach­voll­zieh­bar“, beton­te der Bür­ger­meis­ter. Schließ­lich habe der Rat sich dann für den neu­en Stand­ort am „Söh­rer Tor“ ent­schie­den. „Allein der Bau einer erfor­der­li­chen Stütz­mau­er hat Mehr­kos­ten von 100000 Euro ver­ur­sacht“, stell­te Mei­er fest. In Anbe­tracht der Zeit­ver­zö­ge­run­gen sei­en dann auch noch die Bau­kos­ten explo­diert, so dass der Neu­bau nun nicht – wie ursprüng­lich anvi­siert – 900 000 Euro, son­dern rund 1,1 Mil­lio­nen Euro kos­te­te.

 

Mei­ers Dank galt zunächst der Gesell­schaft für kom­mu­na­le Immo­bi­li­en (GKHi) mit Pro­ku­rist Mat­thi­as Kauf­mann an der Spit­ze, die für den Bau des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Sein Dank galt auch den Pla­nern, sowie vor allen den Feu­er­wehr­leu­ten, die wäh­rend der Bau­pha­se viel Geduld bewie­sen hät­ten. Schließ­lich stell­te der Bür­ger­meis­ter noch erfreut fest, dass die Gemein­de trotz der mit den Ein­sprü­chen der Anlie­ger ver­bun­de­nen Mehr­kos­ten kei­ne Schul­den habe machen müs­sen.

 

Pro­ku­rist Kauf­mann beton­te, dass die Schluss­ab­rech­nung für das Gebäu­de nur 2,5 Pro­zent über der ursprüng­li­chen Kos­ten­schät­zung der GKHi gele­gen habe. Er lob­te in die­sem Zusam­men­hang Mei­er, der immer dar­auf geach­tet habe, dass hier ein rein funk­tio­na­les Gebäu­de ent­stan­den ist und kein Luxus­haus. Sein Dank galt neben der Ver­wal­tung auch dem Bei­rat und den Mit­ar­bei­tern sei­ner Gesell­schaft sowie den Pla­nern und betei­lig­ten Hand­wer­kern. Nach­dem Kauf­mann dem Bür­ger­meis­ter den sym­bo­li­schen Schlüs­sel des Feu­er­wehr­hau­ses aus­ge­hän­digt hat­te, über­reich­te er noch einen Scheck im Wert von 500 Euro für die För­de­rung der Jugend­feu­er­wehr. Bevor Pfar­rer Holst das neue Haus seg­ne­te, lob­te er die Feu­er­wehr­leu­te für deren Enga­ge­ment. Kreis­brand­meis­ter Josef Fran­ke unter­strich, dass es für ihn wäh­rend der ver­gan­ge­nen Jah­re immer sel­te­ner gewor­den sei, ein neu­es Feu­er­wehr­haus mit ein­wei­hen zu kön­nen. „Gleich­wohl ist dies eine wich­ti­ge Inves­ti­ti­on in die Sicher­heit unse­rer Bür­ger.“ „Was lan­ge währt, wird end­lich gut“, mein­te Gemein­de­brand­meis­ter Tho­mas Ohlen­dorf mit Blick auf die lan­ge Bau-Pau­se. Auch er dank­te den Hand­wer­kern, die sogar sonn­abends gear­bei­tet hät­ten. So habe die Feu­er­wehr dann doch schon im Juni in ihr neu­es Haus ein­zie­hen kön­nen.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 09. Sep­tem­ber 2013

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