27. November 2014

Gemeinschaftswerk überzeugt

Dreiköpfige Jury kürt Gewinner des Wettbewerbs „Darum bin ich hier zu Hause“

Von Kim Hüs­ing

GRONAU. Col­la­gen, Gedich­te, Foto­bän­de: Im Rah­men des Wett­be­werbs „Dar­um bin ich hier zu Hau­se“ sind ganz unter­schied­li­che Bei­trä­ge bei den Initia­to­ren ein­ge­gan­gen. „Es hät­ten ruhig mehr als die­se acht Ein­sen­dun­gen sein dür­fen. Aber ich fin­de es toll, dass die Fra­ge doch eini­ge beschäf­tigt hat“, begrüß­te Andre­as Ben­ke die Jury­mit­glie­der und Gewin­ner des Wett­be­werbs im Auf­ent­halts­raum des Johan­ni­ter-Stifts in Gro­nau.

 

Als Quar­tier­ma­na­ger der Kreis­wohn­bau Hil­des­heim und Lei­ter des Johan­ni­ter-Nach­bar­schafts­treffs in Gro­nau hört er oft bei den Gesprä­chen eine nega­ti­ve Grund­stim­mung her­aus: „Die häu­figs­ten The­men sind Krank­heit, Poli­tik und was es frü­her doch alles Tol­les gege­ben hat, das jetzt nicht mehr da ist.“ Dabei sei es an den Bewoh­nern des länd­li­chen Bereichs, die­sen mit­zu­ge­stal­ten. „Es reicht nicht, wenn die Poli­tik Kon­zep­te strickt. Jeder muss sich die­se Fra­ge stel­len und sein Augen­merk dar­auf rich­ten, was Gonau aus­macht“, nann­te Andre­as Ben­ke noch ein­mal den Grund­ge­dan­ken, der ihn zu dem Wett­be­werb „Dar­um bin ich hier zu Hau­se“ ver­lei­tet hat.

 

Thors­ten Ren­ken, Dienst­stel­len­lei­ter der Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe in Hil­des­heim, Jens Früh­auf, Vor­sit­zen­der des Kul­tur- und Sport­aus­schus­ses, und Hans-Wer­ner Flink von der Kreis­wohn­bau haben als Jury­mit­glie­der die ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge gesich­tet und die Gewin­ner aus­ge­lobt. „Die Juro­ren hat­ten Pro­ble­me, sich zu ent­schei­den, des­halb gibt es zwei zwei­te Plät­ze, kei­nen drit­ten“, sag­te Ben­ke kurz bevor er zur Preis­ver­lei­hung kam.

 

Mar­lies Stoos aus Ban­teln hat ein Foto­buch ein­ge­reicht. Auf die Fra­ge, wie es dazu kam, sag­te die gebür­ti­ge Ber­li­ne­rin: „Ich woll­te mei­nem Mann zei­gen, dass es in Ban­teln noch mehr gibt als den Sport­platz.“

 

Auch Inge Brü­nig hat sich mit ihrem Wohn­ort aus­ein­an­der­ge­setzt und eine Lie­bes­er­klä­rung an Eime ein­ge­reicht. „Aus einem jun­gen Eimer ist ein alter gewor­den. Ich bin in Eime gebo­ren und nie weg­ge­zo­gen. Für den Wett­be­werb habe ich ver­sucht, das Eime zu zei­gen, das ich jeden Tag auf dem Spa­zier­gang mit mei­nem Hund zu sehen bekom­me“, erzähl­te die Preis­trä­ge­rin. Mar­lies Stoos und Inge Brü­nig dür­fen sich jeweils über 150 Euro freu­en, die die Kreis­wohn­bau für die bei­den zwei­ten Plät­ze aus­ge­lobt hat. Beson­de­re Freu­de kam anschlie­ßend bei den Gewin­nern des Wett­be­werbs auf. Eine Grup­pe der Bewoh­ner des Johan­ni­ter-Stifts hat sich mit­tels einer Col­la­ge Gedan­ken gemacht, was ihnen Gro­nau als Zuhau­se bedeu­tet. „Die älte­ren Men­schen, die hier woh­nen, haben sich gemein­sam hin­ge­setzt“, lob­te Andre­as Ben­ke ins­be­son­de­re den Gemein­schafts­ge­dan­ken.

 

Hans-Wer­ner Flink über­reich­te das Preis­geld von 300 Euro an Ste­pha­nie Eber­ling vom Sift. Auch Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Rai­ner Mer­tens fand das Ergeb­nis inter­es­sant. „Das zeigt, dass die Ein­woh­ner sich mit ihren Orten iden­ti­fi­zie­ren. Die Samt­ge­mein­de ist letzt­end­lich ein Ver­wal­tungs­kon­strukt. Es hat sich auch in den Gesprä­chen zur Fusi­on gezeigt, dass den Men­schen ihr Wohn­ort wich­tig ist“, bewer­tet er die Ein­sen­dun­gen aus den Mit­glieds­ge­mein­den durch­weg posi­tiv.

 

Quel­le: Lei­ne Deis­ter Zei­tung, 27. Novem­ber 2014

Veröffentlicht unter 2014