25. August 2014

Hildesheims Bauwerke werden zum Blickfang

Internationales Workcamp: Jugendliche aus aller Welt verschönern Fassade der Probebühne im Güldenfeld

von Oli­ver Cars­tens

Hil­des­heim. Bereits zum drit­ten Mal wur­de die Pro­duk­ti­ons­hal­le des Thea­ters für Nie­der­sach­sen im Hil­des­hei­mer Gül­den­feld zum Schau­platz des inter­na­tio­na­len Mal­som­mers. Die Inter­na­tio­na­len Jugend­ge­mein­schafts­diens­te (ijgd) sowie Kreis­wohn­bau und GBG orga­ni­sier­ten das Work­camp, bei dem 14 Jugend­li­che aus aller Welt einen Teil der Fas­sa­de der 7000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Hal­le bemal­ten. Waren es in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren noch stets Moti­ve mit Thea­ter­be­zug, wird die­ses Mal die Sky­line Hil­des­heims zu sehen sein.

 

…aber am Ende der nächs­ten Woche haben die 14 Jun­gen und Mäd­chen Hil­des­heims Sky­line an den Con­tai­ner gemalt. Fotos: Cars­tens

Von links nach rechts wer­den Andre­as­kirch­turm, Michae­lis­kir­che, Zucker­hut, die Gode­har­di­kir­che, das Rat­haus mit Brun­nen, das Tem­pel- und das Wede­kind­haus, das Kno­chen­hau­er­amts­haus und der Hil­des­hei­mer Dom in blau­grau auf oran­ge-gel­bem Hin­ter­grund zu sehen sein. „Wir woll­ten in die­sem Jahr einen grö­ße­ren Bezug zu Hil­des­heim schaf­fen“, erzählt Kath­rin Cor­netz. Die 29-Jäh­ri­ge ist vom ers­ten Mal an dabei. Dass sie ihre Krea­ti­vi­tät für die­ses Pro­jekt aus­le­ben darf, ver­dankt sie dabei eher einem Zufall. „Als vor drei Jah­ren von GBG und Kreis­wohn­bau jemand gesucht wur­de, der sich vor­stel­len konn­te, die künst­le­ri­sche Lei­tung die­ses Pro­jekts zu über­neh­men, hat­te ich gera­de mei­nen Job als Thea­ter­ma­le­rin am TfN gekün­digt“, sagt sie. Damals hat­te sie sich ent­schlos­sen, noch ein­mal zu stu­die­ren. „Etwas mehr kopf­las­ti­ges“, beschreibt sie ihre Ent­schei­dung für ein Psy­cho­lo­gie­stu­di­um heu­te. Weil sie noch Zeit hat­te, bis das Semes­ter begann, mach­te sie sich ans Werk.

 

Den ers­ten Ent­wür­fen folg­te dann die Arbeit in den Camps. So wie heu­te lei­te­te sie Jugend­li­che, die von der ijgd orga­ni­siert nach Hil­des­heim kamen, bei der Umset­zung an, die Well­blech­fas­sa­de der Hal­le zu ver­schö­nern. Die Mäd­chen und Jun­gen im Alter von 17 bis 23 Jah­ren sind der­weil in einer Wohn­ge­mein­schaft unter­ge­bracht. Die Räu­me stellt die Kreis­wohn­bau zur Ver­fü­gung. „Für die Jugend­li­chen ist die­ses Work­camp eine der ers­ten Mög­lich­kei­ten, indi­vi­du­ell aber doch in einer Grup­pe das Zusam­men­le­ben zu ler­nen“, erklärt Hil­ke Stee­vens, die für das ijgd das Pro­jekt mit­or­ga­ni­siert.

 

Cor­netz erleb­te bei ihrer Arbeit in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren die ver­schie­dens­ten Typen. „Die meis­ten waren immer sehr moti­viert und hat­ten Spaß an der Arbeit. Aber es gab auch anstren­gen­de Pha­sen, beson­ders wenn sich in der Gemein­schaft eine Eigen­dy­na­mik durch eine klei­ne Grup­pe ent­wi­ckel­te, die eher demo­ti­vie­rend auf die ande­ren ein­wirk­te.“ Dass ein Pro­jekt nicht recht­zei­tig fer­tig gewor­den ist, kam glück­li­cher­wei­se bis­her nicht vor. Auch in die­sem Jahr ist Cor­netz zuver­sicht­lich. „Wir haben einen zwei­stu­fi­gen Plan, falls uns in den nächs­ten Tagen der Regen zu oft einen Strich durch unse­re Arbeit machen soll­te.“

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 23. August 2014

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