18. Oktober 2014

Preis für Feuerwehr-Bau überrascht

Erster Entwurf für Mehle kostet 1,3 Millionen Euro – das lässt Elzes Politiker schlucken

Von Marei­ke Ehlers

Meh­le. Der geplan­te Neu­bau des Mehl­er Feu­er­wehr­ge­rä­te­hau­ses wird offen­bar teu­rer als ver­mu­tet. Denn als Archi­tekt Ralf Oel­kers von der Kreis­wohn­bau Hil­des­heim im Elzer Bau­aus­schuss einen ers­ten Ent­wurf vor­ge­stellt hat, waren die meis­ten zwar sicht­lich ange­tan, doch bezüg­lich der Kos­ten offen­bar über­rascht. Die näm­lich lie­gen bei rund 1,3 Mil­lio­nen Euro. Im Aus­schuss ging es zunächst ein­mal nur um den ers­ten Ent­wurf, auf den ins­be­son­de­re auch vie­le Ver­tre­ter der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Meh­le im Publi­kum gespannt waren.

 

Zum alten Feu­er­wehr­ge­bäu­de sag­te Oel­kers zunächst, dass es räum­lich und funk­tio­nal an sei­ne Gren­zen sto­ße und äußerst sanie­rungs­be­dürf­tig sei. „Auch ent­spricht es nicht mehr den Vor­schrif­ten der Feu­er­wehr-Unfall­kas­se.“ Hin­zu kom­me die Pro­ble­ma­tik, dass zwei neue Fahr­zeu­ge nicht mehr in die Hal­le pass­ten, weil die Tore zu klein sei­en. Geplant ist der Neu­bau für 2015/2016. Als Bau­grund­stück ist die Alte Post­stra­ße 64 vor­ge­se­hen, etwa 500 Meter Luft­li­nie vom alten Stand­ort ent­fernt.

 

In dem Ent­wurf ist ein ein­ge­schos­si­ger Gebäu­de­kom­plex mit Fahr­zeug­hal­le mit drei Stell­plät­zen sowie einem Sozi­al­ge­bäu­de mit Umklei­de- und Wasch­räu­men, WCs und eini­gen Neben­räu­men geplant – etwa ein Sozi­al-/ Grup­pen­raum, ein Schu­lungs­raum mit sepa­ra­ter Tee­kü­che sowie ein Jugend­raum plus Büro und Werk­statt. Das sind rund 450 Qua­drat­me­ter Nutz­flä­che plus Fahr­zeug­hal­le. Letz­te­re soll ein Pult­dach bekom­men, beim Sozi­al­trakt ist ein um fünf Grad geneig­tes Dach geplant.

 

Ein Spa­ras­pekt wur­de bereits in punc­to Raum­tem­pe­ra­tur ein­ge­ar­bei­tet, wie Oel­kers beton­te: So ist die­se im Sozi­al­be­reich bei 18 bis 21 Grad vor­ge­se­hen, wäh­rend sie in der Fahr­zeug­hal­le – da sie kein stän­di­ger Auf­ent­halts­be­reich ist – mit sie­ben Grad wesent­lich gerin­ger aus­fal­len kön­ne. „Das bringt eine erheb­li­che Erspar­nis“, erläu­ter­te der Archi­tekt und beton­te: „Wo wir noch wei­ter ein­spa­ren kön­nen, ver­su­chen wir es.“ Poten­zi­al sehe er am ehes­ten bei dem einen oder ande­ren Punkt in der Kon­struk­ti­on.

 

Es ist zweck­mä­ßig, soli­de und kein Luxus“, kom­men­tier­te Oel­kers abschlie­ßend. Doch die Aus­schuss­mit­glie­der hat­ten offen­bar mit einer so hohen Sum­me nicht gerech­net. „Ich habe auch geschluckt, aber das ist mit allem Drum und Dran“, mein­te Bür­ger­meis­ter Rolf Pfeif­fer. Zudem beton­te er auf Nach­fra­ge von Hart­wig Oth­mer (SPD), ob etwa sei­tens der Feu­er­wehr auch Eigen­leis­tung erbracht und vor­ge­se­hen ist, dass die Mehl­er Feu­er­wehr ins­be­son­de­re im Außen­be­reich von vorn­her­ein tat­kräf­ti­ge Hil­fe ange­bo­ten habe. „Es ist kein Prunk­bau, aber es sind noch Ein­spa­run­gen mög­lich“, kom­men­tier­te SPD-Kol­le­ge Wolf­gang Thie­se­mann. Der Mehl­er mach­te deut­lich, dass das alte Gebäu­de längst nicht mehr zeit­ge­mäß, son­dern fast schon „eine Zumu­tung“ sei. „Wir müs­sen was Neu­es hin­stel­len. Ich kann das nur befür­wor­ten.“ Klaus Jan­ke (UWE) lob­te den „guten Ein­druck“, stör­te sich aber am Preis: „Ich hal­te ihn für sehr hoch!“ Der Neu­bau in Betheln etwa habe nur halb so viel gekos­tet.

 

Es ist kein Rolls Roy­ce. Es sind weiß Gott kei­ne Luxus­räu­me“, hielt Pfeif­fer dage­gen. „An der Sinn­haf­tig­keit ist nicht zu zwei­feln, das Know­how wird abso­lut benö­tigt“, mein­te letzt­lich Jür­gen Schul­te-Schü­ren (CDU). Bei einer Ent­hal­tung sprach der Aus­schuss die Emp­feh­lung aus, dass der Neu­bau-Ent­wurf wei­ter ver­folgt wer­den soll.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 18. Okto­ber 2014

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