10. April  –  kwg Hildesheim

„End­lich“: Bau­start fürs neue Feuerwehrhaus -

Von Tarek Abu Ajamieh

Gif­ten. Es hat, das sag­ten am Don­ners­tag­abend alle Betei­lig­ten, ziem­lich lan­ge gedau­ert – aber nun geht es los. Mit einem sym­bo­li­schen ers­ten Spa­ten­stich hat der Bau des neu­en Gif­te­ner Feu­er­wehr­hau­ses am Vier­paß begon­nen. Die Ein­rich­tung soll Platz für zwei Fahr­zeug bie­ten, wobei zunächst nur Raum für eins gebraucht wird. Hin­zu kom­men Sozi­al­räu­me für die der­zeit 27 akti­ven Mit­glie­der der Orts­feu­er­wehr, eben­so für Nach­wuchs und Alters­ka­me­ra­den. 1,03 Mil­lio­nen Euro soll das Gan­ze nach den letz­ten Berech­nun­gen kos­ten, noch vor zwei Jah­ren hat­ten die Ver­ant­wort­li­chen mit 770 000 Euro kalkuliert.

Der Bau­herr ist die Gesell­schaft für kom­mu­na­le Immo­bi­li­en (GKHI), eine Toch­ter­fir­ma der Hil­des­hei­mer Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft kwg. Die Stadt mie­tet das Gebäu­de dann an, ein Modell, das auch ande­re Kom­mu­nen im Land­kreis inzwi­schen wäh­len. kwg-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann nutz­te die Gele­gen­heit ges­tern zu etwas Gesell­schafts­kri­tik: Er fin­de es „gut und rich­tig, dass das Feu­er­wehr­haus mit­ten ins Dorf kommt – es kann aber nicht sein, dass man dafür ein Lärm­schutz­gut­ach­ten braucht“. Wich­tig sei es doch, eine sol­che Ein­rich­tung zen­tral im Ort zu haben, so dass die Brand­schüt­zer im Not­fall schnell zur Stel­le sein könnten.

Kauf­mann for­der­te ein ver­ein­fach­tes Pla­nungs­recht: „Es kann nicht ein, dass immer wie­der eine klei­ne Min­der­heit etwas ver­hin­dert, weil sie sich gestört fühlt. Dann kom­men wir als Gesell­schaft irgend­wann nicht mehr vor­an. Was für Feu­er­wehr­häu­ser gel­te, gel­te sei­ner Ansicht nach übri­gens auch für Schu­len und Kin­der­gär­ten: „Sie gehö­ren ins Orts­zen­trum, und nie­mand soll­te sich beschwe­ren, wenn es da mal etwas lau­ter wird.“

Orts­brand­meis­ter Ste­phan Weh­ling war viel zu glück­lich über den Bau­start, um Kri­ti­sches von sich zu geben. Statt­des­sen fand er vie­le loben­de Wor­te. Einen iro­ni­schen Sei­ten­hieb konn­te er sich aber nicht ver­knei­fen: „Es hieß mal, wir könn­ten unser 125-jäh­ri­ges Bestehen im neu­en Feu­er­wehr­haus fei­ern. Nun, das Jubi­lä­um war vor fünf Jahren.“

Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Mai (3.v.l.) führt Mit­glie­der des Kul­tur- und Hei­mat­ver­eins Nordstem­men durch das ehe­ma­li­ge Bau­ern­haus an der Brun­nen­stra­ße und infor­miert über die Plä­ne der kwg.

Orts­bür­ger­meis­ter Axel Hel­ler fei­er­te indes Pre­mie­re –es war sein ers­ter öffent­li­cher Auf­tritt in neu­er Rol­le nach sei­ner Wahl vor eini­gen Tagen. Er lob­te vor allem Vor­gän­ger Det­lef Gold­am­mer, der sich inten­siv für das Pro­jekt ein­ge­setzt habe. Hel­ler räum­te ein, er sit­ze seit 14 Jah­ren im Orts­rat – „so lan­ge ist das min­des­tens schon The­ma.“ Mit Blick auf die Bau­kos­ten beton­te er: „Wenn es um die Feu­er­wehr geht, soll­te das Mone­tä­re nicht im Mit­tel­punkt stehen.“

Im Übri­gen gön­ne man sich in Gif­ten ja kei­ne ver­gol­de­ten Was­ser­häh­ne. Auch kwg-Chef Kauf­mann hat­te unter­stri­chen, dass die hohen Kos­ten vor allem den vie­len Ver­zö­ge­run­gen des Vor­ha­bens im Vor­feld geschul­det sei­en: „Und was inzwi­schen an Prei­sen auf dem Bau auf­ge­ru­fen wird, das kann man sich kaum noch vorstellen.“

Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke berich­te­te, es habe bei der Stadt durch­aus Über­le­gun­gen gege­ben, die Grund­stein­le­gung abzu­bla­sen. „Schließ­lich wer­den wegen des Coro­na­vi­rus der­zeit sehr vie­le Ver­an­stal­tun­gen abge­sagt.“ Ande­rer­seits sei die Vor­freu­de auf das Ereig­nis gera­de in Gif­ten so groß gewe­sen, dass die Stadt an dem Ter­min fest­ge­hal­ten habe. „Vor­sich­tig kön­nen wir ja trotz­dem sein.“

Stadt­brand­meis­ter Jens Klug lob­te den Bau­start als „Signal, dass in Sar­stedt auch die Bedürf­nis­se der Orts­feu­er­weh­ren erfüllt werden“.

 

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung (Sar­sted­ter Anzei­ger), 13. März 2020