Bau­boom bei der KWG: Klot­zen statt kleckern

02. Juli  –  Cor­ne­lia Kolbe

ie Sali­ne in Bad Salz­detfurth stand rund 100 Jah­re unge­nutzt in der Nähe des Stadt­kerns. Jetzt haucht die Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (kwg) dem Gebäu­de mit einem Bau­vo­lu­men von 4,5 Mil­lio­nen Euro neu­es Leben ein. Mit ähn­li­chen Bau­sum­men wur­den wei­te­re Pro­jek­te im Land­kreis, im letz­ten Jahr in Angriff genommen.

 

Kreis – Im neu­en Ost­end in Hil­des­heim wer­den 20 Mil­lio­nen Euro ver­baut. Bei der kürz­lich erfolg­ten Bilanz­vor­stel­lung bezeich­ne­te KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann die Sanie­rung der Sali­ne, mit einer Kita mit Krip­pe für 40 Kin­der, dem Berg­bau- und Salz­mu­se­um, 18 Appar­te­ments für pfle­ge­in­ten­si­ve Pati­en­ten und zwei Gewer­be­ein­hei­ten, als her­aus­ra­gen­des städ­te­bau­li­ches Pro­jekt der zurück­lie­gen­den Jah­re. Jetzt wird aus dem alten Indus­trie­ge­bäu­de ein Mehr­ge­nera­tio­nen­haus. Im August soll die Über­ga­be an die neu­en Mie­ter stattfinden.

Auf den Namen „Brun­nen­hof“ getauft: Das Pro­jekt in Nordstem­men, bei dem 20 Wohn­ein­hei­ten ent­ste­hen, ist eines von meh­re­ren grö­ße­ren Pro­jek­ten der Kreis­wohn­bau im Land­kreis Hildesheim.
2,6 Mil­lio­nen Euro Über­schuss und de fac­to „Voll­ver­mie­tung“: KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann prä­sen­tiert zufrie­den den Geschäfts­be­richt 2019. FOTO: KOLBE

Im ver­gan­ge­nen Geschäfts­jahr erfolg­ten wei­te­re, noch nicht abge­schlos­se­ne Bau­vor­ha­ben. Das sind in Nordstem­men, der „Brun­nen­hof“ mit 20 Wohn­ein­hei­ten, in der Gro­nau­er Burg­stra­ße 14 Wohn­ein­hei­ten, in der Hol­ler Bert­hold­stra­ße 18 Wohn­ein­hei­ten und in Alger­mis­sen in der Ost­preu­ßen­stra­ße zehn Wohn­ein­hei­ten. In Hol­le und Nordstem­men wur­den auch denk­mal­ge­schütz­te Gebäu­de mit in die Wohn­kon­zep­te auf­ge­nom­men. Für 7,5 Mil­lio­nen Euro ent­steht in Sar­stedt am Kipp­hut ein Neu­bau mit 22 Woh­nun­gen und zehn Appar­te­ments. Dem bewähr­ten Argen­tum- Wohn­kon­zept ent­spre­chend ist dort auch eine Kin­der­ta­ges­stät­te inte­griert. Im neu­en Bau­ge­biet Ost­end in Hil­des­heim inves­tiert die KWG 20 Mil­lio­nen Euro in 68 Miet­woh­nun­gen, von denen 18 öffent­lich geför­dert wer­den. Zudem kommt der Neu­bau von 28 Eigen­tums­woh­nun­gen hin­zu. Dort wird es auch eine Tages­pfle­ge­ein­heit geben. Bis­lang gibt es schon 70 Bewer­ber für die Objek­te. Die Bau­zeit ist für 2020 bis 2022 ange­setzt. Kauf­mann prä­sen­tier­te eine soli­de Haus­halts­füh­rung, mit einem Jah­res­über­schuss von 2,6 Mil­lio­nen Euro. Im Vor­jahr waren es rund 2,4 Mil­lio­nen Euro.

 

Von den Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Kri­se ist die Bran­che kaum getrof­fen. Kauf­mann berich­te­te, dass von rund 4 000 ver­mie­te­ten Woh­nun­gen nur 15 Anträ­ge auf Stun­dung ein­ge­gan­gen sind. Als durch­schnitt­li­chen Miet­preis hat die KWG als Ist-Mie­te 5,43 Euro und bei Neu­ver­mie­tung 5,94 Euro pro Qua­drat­me­ter ermit­telt. Die Preis­stei­ge­rung lie­ge an Moder­ni­sie­run­gen, die oft­mals nach einem Mie­ter­wech­sel erfol­gen. In 2019 wur­den acht Mil­lio­nen Euro in die Sanie­rung des Bestan­des inves­tiert, womit nun 95 Pro­zent der Woh­nun­gen saniert und wär­me­ge­dämmt sowie 50 Woh­nun­gen mit Vor­stell­bal­ko­nen berei­chert sind. Kauf­mann spricht bei einem Leer­stand von nur 1,7 Pro­zent von einer Voll­ver­mie­tung. Im Regel­fall woh­nen die Mie­ter rund neun Jah­re in ihrer Woh­nung. Die KWG mit der Ver­wal­tung in Hil­des­heim und Kun­den­cen­tern in Alfeld und Sar­stedt beschäf­tigt der­zeit 29 Mitarbeiter.

 

Quel­le: Lei­ne-Deis­ter-Zei­tung, 02. Juli 2020