Eine Hei­zungs­an­la­ge für alle

06. Dezem­ber 2020 — Hei­ko Stumpe

Alfeld. In der Robert-Lin­n­arz- Stra­ße und in der Mozart-Stra­ße ste­hen eine Rei­he von Mehrfamilienhäusern, die von der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (kwg) ver­mie­tet wer­den. „Man sieht von außen nicht viel, aber die­ses Vor­ha­ben ist ein Mei­len­stein“, sagt kwg-Geschäftsführer Mat­thi­as Kaufmann.
In den letz­ten Jah­ren ist viel in Wärmeisolierung und Moder­ni­sie­rung inves­tiert wor­den, jedes Jahr 8 bis 9 Mil­lio­nen Euro. Jetzt sind 95 Pro­zent der kwg-Gebäude ener­ge­tisch gedämmt. In Alfeld geht das Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men jetzt einen Schritt weiter.
Von dem sil­ber­nen Gebil­de im Vor­der­grund wird die Luft ange­saugt und als Wärmequelle für fünf Häuser nutz­bar gemacht.

Waren vor­her in den Woh­nun­gen jeweils eige­ne Warm- Was­ser-Ther­men instal­liert, wer­den seit neu­es­tem fünf Gebäude in dem Quar­tier mit einer Hei­zungs­an­la­ge ver­sorgt. Die­se Steht im Kel­ler der Robert-Lin­n­arz-Stra­ße 14.

Die Hei­zung funk­tio­niert auf dem Prin­zip einer Wärmepumpe. Luft wird aus der Umge­bung ange­saugt, ver­dich­tet und dann durch einen Verflüssiger als Ener­gie nutz­bar gemacht und ins Rohr­lei­tungs­sys­tem eingespeist.

„Was wir hier machen ist ein Para­dig­men­wech­sel: weg von Ener­gie­ein­spa­rung, hin zu weni­ger Ver­brauch“, kom­men­tiert Kauf­mann die neue Anla­ge. Damit will die kwg einen Bei- trag zur Redu­zie­rung vom klimaschädlichen CO2 leis­ten. Die kwg habe bei einem Ver­brauch von rund 28 Litern pro Qua­drat­me­ter ange­fan­gen, jetzt sei man bei elf bis zwölf Litern.

„Mit 960.000 Euro ist dies unse­re größte Moder­ni­sie­rungs­in­ves­ti­on in die­sem Jahr.“ Zu die­ser Rech­nung gehören noch drei wei­te­re Gebäude, die eben- falls zusam­men ver­sorgt wer- den, und sich in der Stra­ße Am Hörsumer Tor befinden.
Die Inves­ti­ti­ons­kos­ten set­zen sich aus Instand­hal­tungs­mit­teln der kwg, aus einer Mieterhöhung von durch­schnitt­lich 0,91 Euro pro Qua­drat­me­ter und einer Förderung durch den Bund zusam­men. Der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Bernd West­phal hat­te sich bei den Ver­ant­wort­li­chen des Bun­des­am­tes für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) für die Förderung stark gemacht. Mit knapp 200.000 Euro wur­de das Vor­ha­ben unterstützt.

West­phal lob­te die „klu­gen Lösungen“, die in Alfeld umge­setzt wur­den. Zusam­men mit Bürgermeister Bernd Beus­hau­sen und Dr. Susan­ne Schmitt von der Woh­nungs- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft Nie­der­sach­sen Bre­men sowie kwg-Mit­ar­bei­tern zeig­te Kauf­mann stolz das Herzstück des Quar­tiers­pro­jekt: den Hei­zungs­kel­ler. 150 Kilo­watt pro­du­ziert der Kes­sel und ver­sorgt damit eine Wohnfläche von ins­ge­samt knapp 2.000 Qua­drat­me­tern, ver­teilt auf 45 Einheiten.

Schmitt zeig­te sich über das inno­va­ti­ve Vor­ha­ben erfreut. Gleich­zei­tig gebe es aber noch viel zu tun in Bezug auf die Redu­zie­rung von Treib­haus­ga­sen und die Umstel­lung auf rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien. So würde sie gern mehr Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen auf den Dächern von Mehrfamilienhäusern sehen, aber es sei­nen recht­li­che Hin­der­nis­se vor­han­den. „Wir arbei­ten dar­an“, ent­ge­gen­te Westphal.

Quel­le: Kehr­wie­der 05–06.12.2020