Die Bag­ger kom­men: Der alte Bau­hof wird nächs­te Woche abgerissen

26. Janu­ar 2021 — Vik­to­ria Hübner

Start ist für den 1. Febru­ar vor­ge­se­hen / Abbruch­ar­bei­ten dau­ern vier Wochen / Stahl­bau­hal­le der alten Feu­er­wa­che ist bereits umgezogen
Bevor der Abriss am 1. Febru­ar beginnt, wird schon mal ent­rüm­pelt. Schau­en sich die Lage vor Ort an (von links): Bau­füh­rer Frank Stoll von der Fir­ma A&S Beton­de­mon­ta­ge, Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann, Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke, Bau­amts­lei­ter Rem­bert Ander­mann und Bau­lei­ter Maxim Kobert vom Archi­tek­ten­bü­ro RTW. FOTO: VIKTORIA HÜBNER

Sar­stedt. Zwei Back­stein­ge­bäu­de aus dem Sar­sted­ter Stadt­bild ver­schwin­den dem­nächst: Der alte Bau­hof in der Bleek­stra­ße wird am kom­men­den Mon­tag, 1. Febru­ar, abge­ris­sen. Mit dem Abbruch star­tet zeit­gleich „das größ­te Bau­vor­ha­ben der kwg der letz­ten 20 Jah­re“, wie Mat­thi­as Kauf­mann, Geschäfts­füh­rer der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft, betont. Auf dem 5600 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück sol­len zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser mit ins­ge­samt 48 Wohn­ein­hei­ten ent­ste­hen, eine Kom­bi­na­ti­on aus öffent­lich geför­der­ten und frei finan­zier­ten Appar­te­ments (die HAZ berich­te­te). Die ers­ten Arbei­ten dazu haben begon­nen – auch die Stahl­bau­hal­le der alten Feu­er­wa­che ist schon umgezogen.

Das Are­al in der Bleek­stra­ße ist bereits mit einem Bau­zaun abge­sperrt. Aus den offe­nen Fens­tern wer­fen am Mon­tag­vor­mit­tag Mit­ar­bei­ter der Fir­ma A&S Beton­de­mon­ta­ge aus Lehr­te alte Tep­pi­che, Leis­ten und Gerüm­pel. Denn bevor der eigent­li­che Abriss beginnt, wird alles, was noch aus frü­he­ren Zei­ten übrig ist, leer geräumt. Und: Ein Gebäu­de des eins­ti­gen Drei­er-Ensem­bles fehlt schon. Die Stahl­bau­hal­le der alten Feu­er­wa­che ist abge­baut und in ihren Ein­zel­tei­len auf das Grund­stück des neu­en Bau­hofs in der Lise-Meit­ner-Stra­ße umge­zo­gen. Dort soll die 200 Qua­drat­me­ter gro­ße Hal­le zur Unter­brin­gung des Hoch­was­ser-Equip­ments dem­nächst wie­der auf­ge­baut wer­den. „Die Ver­sor­gungs­lei­tung liegt schon“, berich­tet Bau­amts­lei­ter Rem­bert Andermann.

In der Bleek­stra­ße hin­ge­gen wird ab kom­men­den Mon­tag das Bau­feld frei­ge­macht. Die Anwoh­ner müs­sen dann für die nächs­ten vier Wochen mit erhöh­tem Lärm­auf­kom­men rech­nen. Rund 100 000 Euro kos­tet der – im Behör­den­deutsch – Rück­bau des eins­ti­gen Bau­hofs, der übri­gens zu einem eher unge­wöhn­li­chen Zeit­punkt star­tet, denn die Bau­leit­pla­nung ist noch nicht ganz abge­schlos­sen. Das heißt, dass Grund­stück gehört noch nicht der kwg, son­dern steht wei­ter­hin im Eigen­tum der Stadt. Der Grund, vor dem Eigen­tums­wech­sel mit dem Abriss los­zu­le­gen, ist laut Kauf­mann jedoch ein öko­lo­gi­scher. Bevor sich Vögel zum Nis­ten auf dem Are­al nie­der­las­sen, soll die alte Bau­sub­stanz wei­chen. In der nächs­ten Rats­sit­zung im Früh­jahr soll das Ver­fah­ren end­gül­tig abge­schlos­sen sein, so dass der Eigen­tü­mer­wech­sel dann rechts­si­cher voll­zo­gen wer­den kön­ne, so Andermann.

“Das größ­te Bau­vor­ha­ben der kwg der letz­ten 20 Jahre.”

Mat­thi­as Kauf­mann, kwg-Geschäfts­füh­rer

Rund 10 Mil­lio­nen Euro kos­tet das Bau­vor­ha­ben, das im Som­mer 2023 abge­schlos­sen sein soll. Eine „erheb­li­che Inves­ti­ti­on“, betont Kauf­mann. 48 Woh­nun­gen auf 3800 Qua­drat­me­ter Gesamt­wohn­flä­che lässt die kwg errich­ten. 24 Woh­nun­gen davon sind für nied­ri­ge Ein­kom­men gedacht. Das heißt, die Mie­te darf dort maxi­mal 5,60 Euro pro Qua­drat­me­ter kos­ten. Ein­zie­hen darf nur, wer über einen Woh­nungs­be­rech­ti­gungs­schein, kurz B‑Schein, ver­fügt. Wei­te­re zwölf Woh­nun­gen sind für mitt­le­re Ein­kom­men gedacht und kos­ten 7 Euro pro Qua­drat­me­ter; noch ein­mal zwölf Woh­nun­gen sind frei finan­ziert. Hier­für sind dann 9 Euro pro Qua­drat­me­ter veranschlagt.

Dass sozia­ler Woh­nungs­bau auf den Weg gebracht wer­den müs­se und dies 2019 im Rat beschlos­sen wur­de, dar­auf weist auch Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke noch ein­mal hin. So bezu­schus­se die Stadt jede die­ser Wohn­ein­hei­ten mit 6000 Euro. Im Hin­blick auf das The­ma „Innen­stadt­ver­dich­tung“ sind sowohl Bren­ne­cke als auch Kauf­mann froh, dass sich in Sar­stedt, „einer wach­sen­den Stadt“, immer noch Flä­chen fän­den, in denen Woh­nungs­bau­pro­jek­te umge­setzt wer­den könn­ten. „Statt in die Peri­phe­rie“, so Kaufmann.

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung (Sar­sted­ter Anzei­ger), 26.01.2021