Bau­fort­schritt in Nordstem­men: Erst Argen­tum, dann Tagespflege

27. Mai 2021 — Alex­an­der Raths

Der Orts­kern erhält ein neu­es Gesicht / Neue Woh­nun­gen im Juli fertig
Blick auf das neue Argen­tum an der Brun­nen­stra­ße in Nordstem­men (rechts) und das ein­ge­rüs­te­te Fach­werk­haus aus dem Jah­re 1841. Dort will die neue Tages­pfle­ge des DRK- Kreis­ver­ban­des Alfeld im kom­men­den Sep­tem­ber ein­zie­hen. FOTOS: ALEXANDER RATHS

Nordstem­men. Der Bau­fort­schritt im Kern von Nordstem­men geht wei­ter. Das Orts­bild ver­än­dert sich in die­sen Tagen zuse­hends. Das Argen­tum „Brun­nen­hof“ der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft kwg soll im kom­men­den Juli neue Hei­mat älte­rer Men­schen werden.

Etwa 4,8 Mil­lio­nen Euro inves­tiert die kwg in den Bau mit 19 senio­ren­ge­rech­ten Woh­nun­gen. Die­se sind rund 60 oder 80 Qua­drat­me­ter groß und mit Par­kett­bö­den aus­ge­stat­tet. Nur noch eine Woh­nung ist nicht ver­mie­tet. Unter­des­sen wird auch das direkt angren­zen­de Fach­werk­haus aus dem Jahr 1841 an der Brun­nen­stra­ße Stück für Stück restau­riert. Dort will der DRK-Kreis­ver­band Alfeld vom kom­men­den Sep­tem­ber an eine neue Tages­pfle­ge- Sta­ti­on anbie­ten. Der Plan des DRK: Alte Men­schen und ihre Ange­hö­ri­gen kön­nen zwi­schen ambu­lan­ter oder sta­tio­nä­rer sowie Tages­pfle­ge als Vari­an­ten der Senio­ren­be­treu­ung aus­wäh­len. Der Bedarf hängt vom Gesund­heits­zu­stand ab. Ins­ge­samt vier Pfle­ge-Voll­zeit­kräf­te sol­len in der Sta­ti­on arbei­ten. Die Kos­ten der Tages­pfle­ge ori­en­tie­ren sich zunächst an denen der DRK-Ein­rich­tung in Gro­nau. Ein Bei­spiel: Beim Pfle­ge­grad 3, also einer „schwe­ren Beein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit“, kos­tet ein Tag 83 Euro. Von der Pfle­ge­kas­se wer­den 1298 Euro pro Monat übernommen.

Das heißt: Ein Gast könn­te 16 Tage „ohne Zuzah­lung“ in Nordstem­men betreut wer­den. Die Kos­ten müs­sen aber je nach Bedarf indi­vi­du­ell von Fall zu Fall geprüft wer­den. Rund 20 Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen wer­den in der Sta­ti­on beschäf­tigt sein – dar­un­ter Pfle­ge­kräf­te, Fah­rer und Büro­per­so­nal. „Aktu­ell läuft die Mit­ar­bei­ter­ak­qui­se sehr gut“, so Mario Eiß­ing, Vor­stand des DRK-Kreis­ver­ban­des Alfeld, auf HAZ-Nach­fra­ge. In dem Fach­werk­haus sind ins­ge­samt 18 Pfle­ge­plät­ze vor­ge­se­hen. Die­ses ist mit dem neu­en Argen­tum naht­los ver­bun­den. „Das ist per­fekt“, schwärmt Ste­fan Mai, Pro­jekt­lei­ter bei der kwg. „Die älte­ren Men­schen kön­nen auf das Ange­bot der Tages­pfle­ge zurückgreifen.“

Gleich neben­an steht das Fach­werk­haus mit­samt Gar­ten, das im 19. Jahr­hun­dert der Land­wirt Hein­rich Ewald bewohn­te. Die­ses hat eine Flä­che von etwa 300 Qua­drat­me­tern – Platz für einen Gemein­schafts­raum, ein Pfle­ge­bad, eine Tee­kü­che und auch ein Büro.

Das denk­mal­ge­schütz­te Gebäu­de soll wie das Argen­tum auch noch mit einem Auf­zug aus­ge­stat­tet wer­den. „Der Est­rich im Fach­werk­haus ist schon drin“, sagt Pla­ner Mai. Der ist opti­mis­tisch, dort alle Arbei­ten plan­mä­ßig abschlie­ßen zu kön­nen. Eini­ges zu tun haben die Arbei­ter auch noch im Innen­hof des Argen­tums. Der muss noch gepflas­tert wer­den, auch Gara­gen sol­len dort noch entstehen.

Das Fach­werk­ge­bäu­de prägt den Kom­plex: Das Fach­werk­haus wird von innen und außen saniert. Rechts: kwg-Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Mai.

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 27.05.2021