„Errich­tung war schon eine schwe­re Geburt“

28. Mai 2021 — Marei­ke Ehlers

Kita West­al­lee soll im Dezem­ber fer­tig­ge­stellt sein / „Kopie mit Ver­bes­se­run­gen“ ent­steht für 1,8 Mil­lio­nen Euro
Kin­der­ta­ges­stät­te West­al­lee: Die Richt­kro­ne ist gesetzt! Der Bau der neu­en Kin­der­ta­ges­stät­te in der Samt­ge­mein­de Lei­ne­berg­land nimmt Gestalt an: Ges­tern Nach­mit­tag wur­de an der West­al­lee in Gro­nau auf dem Neu­bau die Richt­kro­ne gesetzt, ein Richt­fest war coro­nabe­dingt nicht mög­lich. Über die zukünf­ti­ge Kita, die im Janu­ar ihrer Bestim­mung über­ge­ben wer­den soll, freu­en sich Bür­ger­meis­ter Ulf Gabri­el (l.), GKHI-Pro­ku­rist Mat­thi­as Kauf­mann und Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Rai­ner Mer­tens (r.). FOTO: EHLERS 

Gro­nau – Im Janu­ar war offi­zi­el­ler Bau­be­ginn, im März die Grund­stein­le­gung, ges­tern wur­de die Richt­kro­ne gesetzt und im Janu­ar nächs­ten Jah­res soll die neue Kin­der­ta­ges­stät­te an der West­al­lee in Gro­nau bezugs­fer­tig sein. Für 1,8 Mil­lio­nen Euro ent­steht dort eine Ein­rich­tung für zwei Krip­pen­grup­pen und eine Kin­der­gar­ten­grup­pe. Das Gebäu­de steht so ähn­lich bereits in Elze, doch die „Kopie“ in Gro­nau kommt mit Ver­bes­se­run­gen daher, wie GKHI-Pro­ku­rist Mat­thi­as Kauf­mann erläu­ter­te. In Gro­nau ent­steht ein so genann­tes KfW55-Haus mit Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und Luft­wär­me­pum­pe, so dass man bei die­sem Stan­dard auch in den Genuss wei­te­rer För­der­gel­der kommt, so Kauf­mann. Eine Opti­on zur Ver­grö­ße­rung des Gebäu­des besteht bei Bedarf eben­falls noch.

Die Freu­de beim Set­zen der Richt­kro­ne war ges­tern Nach­mit­tag ent­spre­chend groß – vor allem weil die Errich­tung die­ser Kita rück­bli­ckend betrach­tet schon eine „schwe­re Geburt“ war, wie Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Rai­ner Mer­tens resü­mier­te. Die Kita hät­te qua­si schon eher ste­hen und mit Leben gefüllt sein kön­nen, „doch manch­mal kom­men Din­ge völ­lig anders“, so Mer­tens. „Denn die poli­ti­sche Sze­ne nahm ihren Lauf“: Dadurch, dass die Samt­ge­mein­de Lei­ne­berg­land den Kita-Ver­trag mit dem Land­kreis Hil­des­heim im Mai 2019 als ein­zi­ge Kom­mu­ne im Land­kreis nicht unter­zeich­net hat­te und „Rebell war“, war folg­lich der Land­kreis für die Ent­wick­lung der Kitas – und damit auch für die Schaf­fung neu­er Betreu­ungs­plät­ze – zustän­dig, so dass der von der Samt­ge­mein­de Lei­ne­berg­land zwei Mona­te vor­her geplan­te Neu­bau der Kita West­al­lee folg­lich auf Eis lag (die LDZ berich­te­te). Damals hat­te der Samt­ge­mein­de­rat den Bau einer Vier-Grup­pen-Kita an der West­al­lee in Gro­nau beschlos­sen, wo die Stadt Gro­nau einen Bau­platz stellt, der auf­grund weit­sich­ti­ger Pla­nung „schon seit Jahr­zehn­ten im B‑Plan der Stadt aus­ge­wie­sen war“, resü­mier­te Mer­tens. Zudem sei zu der Zeit der Beschluss einer Inte­rims-Kita am Johan­ni­ter-Kran­ken­haus Gro­nau und die Betriebs­füh­rung durch die Johan­ni­ter gefasst wor­den. Erst nach­dem der Rat der Samt­ge­mein­de Lei­ne­berg­land auf­grund „einer ande­ren poli­ti­schen Stim­mungs­la­ge“ am 11. Mai des ver­gan­ge­nen Jah­res dem Kita-Ver­trag mit dem Land­kreis Hil­des­heim rück­wir­kend zum 1. Janu­ar 2020 zuge­stimmt hat, war wie­der die Samt­ge­mein­de zustän­dig – und mach­te sich dar­an, den „alten“ Kita-Neu­bau- Plan umzu­set­zen, da in der Zwi­schen­zeit dies­be­züg­lich „nichts pas­siert ist“. Der Samt­ge­mein­de­rat fass­te dann zwei Beschlüs­se: Zum einen den Bau einer Drei-Grup­pen- Kita und zum ande­ren, dass der Bau durch die Gesell­schaft für kom­mu­na­le Immo­bi­li­en (GKHI) erfol­gen soll.

„In sehr kur­zer Zeit wur­den sämt­li­che erfor­der­li­che Vor­ab­stim­mun­gen im part­ner­schaft­lich, kon­struk­ti­ven Mit­ein­an­der zwi­schen der GKHI und der Samt­ge­mein­de-Ver­wal­tung vor­ge­nom­men“, so Mer­tens, der allen Betei­lig­ten dank­te: „So macht Zusam­men­ar­beit Spaß!“

Noch unklar ist laut Samt­ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Rai­ner Mer­tens aller­dings, wer die Kita betrei­ben wird. Das von der Ver­wal­tung durch­ge­führ­te Inter­es­sens­be­kun­dungs­ver­fah­ren für die Trä­ger­schaft ste­he kurz vor dem Abschluss. Im Juni soll das The­ma in einer öffent­li­chen Sit­zung erör­tert werden.

„Was lan­ge währt, wird end­lich gut“, mein­te Bür­ger­meis­ter Ulf Gabri­el. Das neue Domi­zil für den Nach­wuchs wer­de im Janu­ar 2022 dann 30 Krip­pen­plät­ze und 25 Kin­der­gar­ten­plät­ze bieten.

In klei­ner Run­de wird die Richt­kro­ne gesetzt: Den Richt­spruch hält Max Schackert. Die Pro­jekt­be­tei­lig­ten sto­ßen mit einem klei­nen Schluck auf die neue Kita an der West­al­lee in Gro­nau an, die im Dezem­ber fer­tig­ge­stellt sein soll, so dass der Nach­wuchs im Janu­ar den Bewe­gungs­raum der Kin­der­ta­ges­stät­te (Foto unten) und alle ande­ren Räu­me bezie­hen kann. FOTOS: EHLERS 

Quel­le: Lei­ne-Deis­ter-Zei­tung, 28.05.2021