Jetzt auch Kin­der­gar­ten: Kita Klee­blät­ter ändert Konzept

02. Juli 2021 — Mel­lanie Caglar

Offi­zi­el­le Ein­wei­hung der Ein­rich­tung im Erd­ge­schoss des „Hohen Haus“
Ein­rich­tungs­lei­te­rin Nadi­ne Abmei­er zeigt Rahna (2, von links) und ihrer Schwes­ter Mahya (4, rechts) sowie den Geschwis­tern Anto­nia (2) und Alex­an­dra (9) Hand­pup­pen. Die bei­den Zwei­jäh­ri­gen besu­chen die neue Kita Klee­blät­ter. FOTOS: MELLANIE CAGLAR 

Sar­stedt. „Kin­der sind unse­re Zukunft. Das ver­bin­det uns über Spra­che, Reli­gi­on und Kul­tur hin­aus.“ Wer­ner Hinz, Orts­ver­bands­pfar­rer der Johan­ni­ter aus Hil­des­heim, hielt eine kur­ze Andacht zur offi­zi­el­len Eröff­nungs­fei­er der Kin­der­ta­ges­stät­te Klee­blät­ter. 15 die­ser Ein­rich­tun­gen gibt es der­zeit im Sar­sted­ter Stadt­ge­biet. Drei wei­te­re sind in Pla­nung. Die jüngs­te Ein­rich­tung ist die Kita Klee­blät­ter, die im Erd­ge­schoss des „Hohen Haus“, dem Neu­bau der Kreis­wohn­bau (kwg) am Kipp­hut, ange­sie­delt ist.

Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke sprach daher von einer gro­ßen Trä­ger­viel­falt im Stadt­ge­biet. Die Johan­ni­ter, die sich am Kipp­hut um den Nach­wuchs küm­mern, sind der sieb­te Trä­ger in der Stadt. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr im Inter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren den Zuschlag erhal­ten und ist somit erst­mals als Trä­ger einer Ein­rich­tung in Sar­stedt aktiv. Wie Bren­ne­cke wei­ter berich­te­te, bie­tet die neue Krip­pe Platz für zwei Grup­pen mit je 15 Kin­dern. Ursprüng­lich war ange­dacht, dass in den zwei Grup­pen Ein-bis Drei­jäh­ri­ge betreut wer­den. Kurz­fris­tig sind die Plä­ne aber wegen der gro­ßen Nach­fra­ge umge­wan­delt wor­den. Eine Grup­pe steht jetzt für Kin­der­gar­ten­kin­der bereit. Laut Ein­rich­tungs­lei­te­rin Nadi­ne Abmei­er wer­den der­zeit 13 Krip­pen­kin­der betreut. Ab dem 1. Sep­tem­ber wer­den bei­de Grup­pen voll­zäh­lig sein.

“Sar­stedt hat sich was getraut.”

Mat­thi­as Kauf­mann, Geschäfts­füh­rer der Kreis­wohn­bau (kwg)

Von einem her­aus­ra­gen­den Pro­jekt sprach kwg-Chef Mat­thi­as Kauf­mann. Fünf Jah­re hat er sich mit dem Pro­jekt beschäf­tigt und diver­se Male bei der Stadt­ver­wal­tung und im Stadt­rat die Plä­ne vor­ge­stellt. In dem mehr­stö­cki­gen Gebäu­de sind Woh­nun­gen und die Kita ent­stan­den sowie auf einer Eta­ge eine Wohn­ge­mein­schaft (WG) für Men­schen mit Behin­de­run­gen, die eben­falls die Johan­ni­ter betrei­ben wer­den. „Sar­stedt hat sich was getraut“, hob der kwg-Chef her­vor. Denn ein Pro­jekt mit unter­schied­li­cher Nut­zung ist mit­ten in der Stadt ent­stan­den. Frü­her, als er stu­dier­te, waren Nut­zun­gen getrennt – es gab Vier­tel zum Woh­nen, Gebie­te zum Ein­kau­fen, Schu­len hat­ten ihren Platz. Durch die unter­schied­li­che Nut­zung an einer Stel­le ist im Quar­tier am Kipp­hut mehr Lebens­qua­li­tät ent­stan­den, beton­te Kauf­mann. Mehr als 7,5 Mil­lio­nen Euro wur­den dafür verbaut.

Die Pro­jekt­pha­se hat viel Zeit und Ener­gie gebun­den, sag­te Thors­ten Mül­ler, Regio­nal­vor­stand der Johan­ni­ter im Regio­nal­ver­band Süd­nie­der­sach­sen. Der Bau in Sar­stedt war für ihn ein Her­zens­pro­jekt. Die WG für Men­schen mit Han­di­cap und die Kita sind für ihn etwas Besonderes.

Die WG soll im Herbst star­ten. Inter­es­sier­te kön­nen sich noch bei den Johan­ni­tern mel­den. Die WG und die Kita wer­den im Aus­tausch und Kon­takt ste­hen. Letz­te­re hat laut Mül­ler begon­nen, sich im Quar­tier zu ver­net­zen. Auch hat sie mit ande­ren Kitas Kon­takt aufgenommen.

Der­zeit sind die Wän­de des Ein­rich­tungs­flurs noch etwas nackt. Die Grup­pen­räu­me, Bade­zim­mer und der Schlaf­be­reich zeu­gen davon, dass Ein- bis Drei­jäh­ri­ge hier ihr Reich haben. Im Flur steht ein gro­ßer höl­zer­ner Klet­ter­schrank mit vie­len Tür­chen und Spiel­mög­lich­kei­ten. Gegen­über steht ein bun­tes Spiel­haus. Bei einer Kin­der­kü­che sta­peln sich die klei­nen, bun­ten Koch­uten­si­li­en. Eher trist sieht noch das Außen­ge­län­de aus. Es wird dem­nächst gestal­tet, kün­digt Abmei­er an. Unter ande­rem sind eine Sand- und Mat­sche­cke ange­dacht. Auch mobi­le Außen­spiel­ge­rä­te sol­len kom­men. Eine Mini-Küche gezim­mert aus Euro-Palet­ten steht mit aller­lei klei­nen Koch­uten­si­li­en schon bereit.

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 02.07.2021