16. Januar 2014

Abrissarbeiten laufen

Kreiswohnbau plant altersgerechte Wohnungen in Bad Salzdetfurth

Beim Rundgang durch die Räume machen Kreis­wohn­bau-Geschäfts­führer Matthias Kauf­mann, Lan­drat Rein­er Weg­n­er und Bürg­er­meis­ter Erich Schaper auch in der alten Küche halt.

BAD SALZDETFURTH (mi). Der Bag­ger ken­nt kein Par­don: Mit lautem Getöse fall­en die Stein­mauern nach und nach in sich zusam­men. Vom früheren Kur­saal, der Jahrzehnte Tre­ff­punkt für Vere­ine, Fam­i­lien oder der Kom­mu­nalpoli­tik war, wird am Ende nur noch die Außen­fas­sade ste­hen bleiben. Dahin­ter entste­hen in den näch­sten zwölf Monat­en auf ein­er Fläche von 1 250 Quadrat­metern 18 alters­gerechte Woh­nun­gen, die alle­samt über einen Balkon oder Ter­rasse ver­fü­gen.

 

Die früheren Fen­ster­bere­iche der Front sollen wieder geöffnet wer­den und einen Blick auf den Neubau mit seinen drei Geschossen ermöglichen. Die Kreis­wohn­bau GmbH hat­te das gesamte Are­al des Kaiser­hofs samt Gäste­haus gekauft. Vor dem Abriss schaut­en sich Kreis­wohn­bau-Geschäfts­führer Matthias Kauf­mann, Lan­drat Rein­er Weg­n­er, Bad Salzdet- furths Bürg­er­meis­ter Erich Schaper, Bauamt­sleit­er Hans-Joachim Kam­rows­ki bei einem Rundgang mit dem Architek­ten Heiko Kol­lien noch ein­mal den Ort an, der lange Mit­telpunkt viel­er Men­schen war. Da blieb es nicht aus, dass Erin­nerun­gen an die Glanzzeit­en wach wur­den. „Da hin­ten im Saal stand mal die Theke“, meinte Lan­drat Rein­er Weg­n­er.

 

Kaum etwas erin­nerte bei dem Besuch noch an die vie­len unter­schiedlichen Ver­anstal­tun­gen, die dort Woche für Woche über die Bühne gin­gen. Die Decke fehlt, über­all hän­gen Kabel herum. „Da muss mal die Lein­wand für das Kino gewe­sen sein“, ver­mutete Bauamt­sleit­er Hans-Joachim Kam­rows­ki beim Blick auf den hin­teren Teil. Auch das Par­kett, über das viele Hochzeitspaare schwebten, wurde kurz vor dem Abriss bere­its ent­fer­nt. Verkauft wurde in den ver­gan­genen Monat­en ein Großteil des Mobil­iars und der Ein­rich­tung. Ein Teil der Bet­ten aus dem Gäste­haus hat das Schul­land­heim in Hohegeiß bekom­men. Gläs­er, Teller und Besteck hat ein Par­ty­ser­vice über­nom­men. Allerd­ings gelang es nicht, einen Käufer für die Kegel­bahn zu find­en. Sie musste am Ende entsorgt wer­den.

 

Neben dem Bau der 18 Woh­nun­gen, für die schon zahlre­iche Anfra­gen vor­liegen, wer­den die Keller­räume zu ein­er Tief­garage umge­baut. Der Arbeit­er-Samarit­er-Bund (ASB) zieht mit einem Tage­spflegeange­bot in das vordere Haus, das zur Ober­straße gele­gen ist, ein. Rund 3,2 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlagt die Kreis­wohn­bau GmbH für die Sanierung des Gast­stät­tenge­bäudes und den Neubau der Wohnein­heit­en. „Wir sind glück­lich über die Ver­wirk­lichung des Vorhabens, es passt zum Unternehmen“, erk­lärte Matthias Kauf­mann. Das habe let­ztlich auch etwas mit der Kul­tur und dem Orts­bild zu tun. „Wir schaf­fen Wohn­raum, reagieren auf den demografis­chen Wan­del und helfen, ein Bau­denkmal zu erhal­ten“, machte Kauf­mann deut­lich.

 

Auch Bürg­er­meis­ter Erich Schaper freut sich über das Pro­jekt. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefall­en als die Pläne vorgestellt wur­den“, erk­lärte der Ver­wal­tungschef. Dabei erin­nerte er auch an die Prob­lematik, einen Inve­storen für das Gebäudeensem­ble zu find­en. Anschließend werde sich die Stadt Gedanken um die Gestal­tung des Umfeldes, ein­schließlich der Park­plätze, machen. Zugle­ich kon­nte eine neue Bleibe für das Job­cen­ter gefun­den wer­den, das Ende Feb­ru­ar in das frühere Gäste­haus einzieht.

 

In dem Gebäude gehen die Arbeit­en langsam auf die Ziel­ger­ade. Allein diese Bau­maß­nahme schlägt mit rund 750 000 Euro zu Buche. 16 Mitar­beit­er wer­den dort auf ein­er Fläche von rund 450 Quadrat­metern die Klien­ten berat­en. Die früheren Gästez­im­mer entsprachen von der Größe her genau den Anforderun­gen für ein Dop­pel­büro. Es mussten lediglich die Bäder ent­fer­nt wer­den. In diesem Bere­ich beste­ht kün­ftig für die Job­cen­ter-Mitar­beit­er die Möglichkeit, Akten zu lagern.

 

Vor dem Abriss wurde noch der alte Schriftzug „Hotel Kaiser­hof“ am Gebäude in Sicher­heit gebracht. Möglicher­weise wird er im Stadt­mu­se­um an die lange Geschichte des Haus­es erin­nern.

 

Quelle: RUBS, 15. Jan­u­ar 2014

Veröffentlicht unter 2014