21. Juni 2017

Algermissen will Wohnraum für alle

Gemeinderat stellt Weichen für künftige Entwicklung / Mehr Baugebiete und Mietwohnungen für fast jeden Geldbeutel

Von Hans-Joa­chim Wün­sche

Alger­mis­sen. Der Rat der Gemein­de Alger­mis­sen stellt heu­te Abend die Wei­chen für die künf­ti­ge Ent­wick­lung der Kom­mu­ne. Das Gre­mi­um will ein Stra­te­gie­pa­pier ver­ab­schie­den, in dem es vor allem um den Woh­nungs­bau geht.

 

Gemein­de­ver­wal­tung und Kom­mu­nal­po­li­tik könn­ten sich eigent­lich zufrie­den zurück­leh­nen. Der Woh­nungs­bau brummt, die Ver­mark­tung neu­er Bau­ge­bie­te läuft pro­blem­los. Alles pri­ma also?

 

Ja, die Bau­plät­ze ver­kau­fen sich aktu­ell wie geschnit­ten Brot“, sagt Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Moe­ger­le. In dem neu­en Stra­te­gie­pa­pier gehe es aber nicht um eine Moment­auf­nah­me, son­dern um die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung in den nächs­ten zehn Jah­ren.

 

In dem fünf­sei­ti­gen Kon­zept lis­tet die Gemein­de­ver­wal­tung zum Bei­spiel auf, in wel­chen Ort­schaf­ten Bau­land beson­ders begehrt ist und daher erschlos­sen wer­den soll­te. Da ste­hen der Kern­ort Alger­mis­sen und das benach­bar­te Lühn­de ganz oben auf der Beliebt­heits­ska­la der Bau­wil­li­gen. Denen will die Gemein­de aber auch in klei­ne­ren Dör­fern ermög­li­chen, den Traum vom Eigen­heim zu erfül­len. Dort sol­len freie Flä­chen inner­halb des Ortes zu Bau­land wer­den. Die CDU im Rat sieht da Groß Lob­ke an ers­ter Stel­le.

 

Moe­ger­le erwar­tet, dass der Bedarf an Wohn­raum auch in den kom­men­den Jah­ren auf hohem Niveau bleibt. Dafür sorg­ten Alger­mis­sens Nähe zu Han­no­ver und der Trend, ins preis­wer­te­re Umland der Groß­städ­te zu zie­hen. „Inso­fern zieht auch die Nach­fra­ge nach Miet- und Eigen­tums­woh­nun­gen an.“

 

In jüngs­ter Zeit sind 27 Woh­nun­gen in Alger­mis­sen gebaut wor­den. 24 wei­te­re, spe­zi­ell für älte­re Men­schen, sind im Ent­ste­hen. Auf die­sem Sek­tor sieht das Stra­te­gie­pa­pier wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. „Da ste­hen wir bereits in Ver­hand­lun­gen mit wei­te­ren Inves­to­ren“, sagt Moe­ger­le.

 

Im sozia­len Woh­nungs­bau sieht die Gemein­de eben­falls Hand­lungs­be­darf. Auch hier ste­he die Ver­wal­tung schon in Kon­takt mit poten­zi­el­len Inves­to­ren. Aller­dings wer­de es in die­sem Bereich ohne eine finan­zi­el­le Betei­li­gung der Kom­mu­ne nicht gehen, heißt es in dem Papier.

 

Die Frak­tio­nen im Gemein­de­rat ste­hen hin­ter dem Kon­zept. Denn CDU und SPD eint ein gemein­sa­mes Ziel. „Wir wol­len, dass in der Gemein­de auch künf­tig das Woh­nen bezahl­bar bleibt“, sagt CDU-Che­fin Mari­an­ne Sei­fert.

 

Damit rennt sie beim SPD-Vor­sit­zen­den Wer­ner Preiss­ner offe­ne Türen ein. „Nie­mand soll wegen sei­nes Ein­kom­mens oder Alters gezwun­gen sein, aus Alger­mis­sen weg­zu­zie­hen.“

 

Info

Der Rat der Gemein­de Alger­mis­sen tagt heu­te Abend von 19 Uhr an in der Gast­stät­te Platz in Lühn­de.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 21. Juni 2017

Veröffentlicht unter 2017