28. August 2018

Arbeitgeber mieten sich bei der KWG an der Kaiserstraße ein

Verband bezieht neue Räume zum 1. November und hat große Pläne

Von Tarek Abu Aja­mieh

Hil­des­heim. Näher an die Innen­stadt, grö­ße­re Räu­me: Der Arbeit­ge­ber­ver­band (AGV) im Bezirk Hil­des­heim will aus der Not eine Tugend machen. Nach­dem der Ver­band Nie­der­sach­sen­me­tall dem AGV wie berich­tet die bis­he­ri­gen Büros in der Bischofs­müh­le gekün­digt hat­te, zieht der Ver­band zum 1. Novem­ber bei der KWG im reno­vier­ten alten Kreis­haus an der Kai­ser­stra­ße ein.

 

Ver­bands­prä­si­dent Robert Cho­le­wa nutz­te ges­tern Abend die Gele­gen­heit beim „Unter­neh­mer­ge­spräch“ des Ver­ban­des mit zahl­rei­chen Gäs­ten aus Poli­tik und Wirt­schaft in den Stam­mel­bach-Wohn­wel­ten, sei­ne Sicht auf den Bruch zwi­schen Nie­der­sach­sen­me­tall und AGV aus­führ­lich dar­zu­le­gen. Und sein „Unver­ständ­nis“ dar­über zu äußern, dass Nie­der­sach­sen­me­tall gleich­zei­tig die Ver­hand­lun­gen über einen Zusam­men­schluss abge­bro­chen und die Büros gekün­digt habe. Im Wind­schat­ten des AGV zie­hen auch der „Unter­neh­mer­ver­band der Nord­west­deut­schen Gips­in­dus­trie“ und die „Tarif­ge­mein­schaft der Ost­deut­schen Gips­in­dus­trie“, zwei deut­lich klei­ne­re Ver­bän­de, mit.

 

Zwar habe er die Hoff­nung, „dass zwei star­ke Ver­bän­de die Wirt­schaft in Hil­des­heim stär­ken kön­nen“. Grö­ßer sei aller­dings die Befürch­tung, dass es zu einer Spal­tung kom­me.

 

Auf jeden Fall wirkt der Ver­band, der 200 Betrie­be mit 22 000 Mit­ar­bei­tern ver­tritt, durch das Bischofs­müh­len-Beben neu moti­viert. Inves­ti­tio­nen in tech­ni­sche Neue­run­gen, ein Aus­bau der bis­he­ri­gen Hilfs­an­ge­bo­te für Per­so­nal­ar­beit und Ver­an­stal­tun­gen zusam­men mit den Mit­glieds­fir­men – die­se Eck­punk­te nann­te Geschäfts­füh­re­rin Hei­ke Hafen­mai­er in der Mit­glie­der­ver­samm­lung ges­tern Nach­mit­tag. Und ver­mel­de­te eine inter­es­san­te Ten­denz: Immer öfter ver­such­ten Unter­neh­men, bei Tren­nun­gen von Mit­ar­bei­tern gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu ver­mei­den und mit Hil­fe des Ver­ban­des zu ein­ver­nehm­li­chen Lösun­gen zu kom­men.

 

Prä­si­dent Cho­le­wa kün­dig­te zudem eine Koope­ra­ti­on „mit einem neu­en Part­ner, einem gro­ßen Ver­band“ an, die die Arbeit­ge­ber wei­ter vor­an­brin­gen sol­le. Namen kön­ne er aller­dings noch nicht nen­nen, schob er nach und ver­trös­te­te die Besu­cher auf Anfang Novem­ber.

 

Dass es ihm gelun­gen war, als Refe­ren­ten den frü­he­ren Con­ti-Vor­stand und jet­zi­gen Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den der Salz­git­ter AG, Heinz- Ger­hard Wen­te, zu gewin­nen, kam Cho­le­wa ange­sichts der zuletzt kri­ti­schen Nach­rich­ten rund um den Arbeit­ge­ber­ver­band spür­bar gele­gen.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 28. August 2018

Veröffentlicht unter 2018