15. November 2019

Bau des Argentums startet jetzt

Nach den ersten Baggerarbeiten haben die Archäologen ihre Arbeit an der Holler Bertholdstraße aufgenommen

Gerold Schä­fer (links) von der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft im Gespräch mit dem Archäo­lo­gen Robert Brosch (zwei­ter von links) und des­sen Team auf der Hol­ler Bau­stel­le. Foto: ANDREA HEMPEN

Von Andrea Hem­pen

Hol­le. Die Bau­ar­bei­ten für das Argen­tum in Hol­le haben kaum begon­nen, da wird der Bag­ger­mo­tor auch schon wie­der aus­ge­schal­tet. Denn nach­dem das Bau­feld für das Argen­tum der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim (kwg) vor­be­rei­tet ist, haben die Archäo­lo­gen die Bau­stel­le über­nom­men. Klei­ne gel­be Fähn­chen mar­kie­ren dunk­le Stel­len im hel­len Löss­lehm, an denen die Fach­leu­te Fun­de ver­mu­ten. Eini­ges haben die Archäo­lo­gen aus Crem­lin­gen schon ans Licht gebracht.

 

Pas­ha­lis Niko­lon­dis hält einen klei­nen zer­beul­ten Email­le-Topf in der Hand. „Ich schät­ze, der stammt aus dem 18. Jahr­hun­dert“, sagt er. In einem Plas­tik­beu­tel befin­den sich schon ver­schie­de­ne Scher­ben von Kera­mi­ken, die einst in einem mit­tel­al­ter­li­chen Haus­halt in Gebrauch waren. „Hol­le hat einen alten Orts­kern. Wir kön­nen hier mit Spu­ren aus dem Mit­tel­al­ter bis zur vor­rö­mi­schen Eisen­zeit rech­nen“, sagt Gra­bungs­lei­ter Robert Brosch. Der Archäo­lo­ge und sein Team sind Mit­ar­bei­ter der Arcon­tor Gesell­schaft aus Crem­lin­gen. Das Unter­neh­men arbei­tet im Auf­trag der kwg in Abstim­mung mit den jewei­li­gen Lan­des­äm­tern.

 

kwg-Pro­jekt­lei­ter Gerold Schä­fer hofft, dass die Arbeit der Archäo­lo­gen schnell abge­schlos­sen sein wird, so dass am Ende der Woche die Bau­frei­ga­be für den süd­li­chen Bereich erfol­gen kann. Anschlie­ßend neh­men die Wis­sen­schaft­ler den nörd­li­chen Bereich unter die Lupe. Ist der abge­schlos­sen, kann es rich­tig los­ge­hen, wie kwg-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann ankün­digt.

 

Auf den Start der Bau­ar­bei­ten hat der Bau­herr lan­ge war­ten müs­sen. Schon seit zwei Jah­ren lau­fen die Pla­nun­gen für das bar­rie­re­freie Wohn­pro­jekt im Her­zen Hol­les (die HAZ berich­te­te). 18 Woh­nun­gen sol­len dort ent­ste­hen, wo einst zwei Bau­ern­häu­ser und eine Scheu­ne stan­den. Ein Haus wur­de bereits abge­ris­sen, die ande­ren zwei denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de wer­den in die Pla­nung ein­be­zo­gen. „In die Scheu­ne wer­den Trep­pen­haus, Lift, Haus­an­schluss und Abstell­räu­me kom­men. Die Nut­zung des Hau­ses an der Bert­hold­stra­ße ist noch nicht ganz sicher, Schä­fer kann sich vor­stel­len, dass eine Sozi­al­sta­ti­on oder der Hol­ler DRK-Orts­ver­ein dort ein­zieht. Dahin­ter wird das Wohn­ge­bäu­de gebaut.

 

Wenn künf­tig auf der Bau­stel­le alles nach Plan läuft, könn­ten die Woh­nun­gen im Früh­jahr 2021 bezo­gen wer­den. Die Grün­de für die bis­he­ri­gen Ver­zö­ge­run­gen kann Kauf­mann klar benen­nen. „ Es ist der­zeit sehr schwie­rig, über­haupt Ange­bo­te zu erhal­ten“, sagt er. Und wenn es wel­che gebe, dann sei­en sie häu­fig teu­rer als vom Archi­tek­ten ver­an­schlagt. „Wir haben mit der Aus­schrei­bung nicht das erreicht, was wir woll­ten“, erklärt Kauf­mann. Das Pro­jekt wird etwa 25 Pro­zent teu­rer als geplant. „Es rech­net sich gera­de noch so.“

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 15. Novem­ber 2019

Veröffentlicht unter 2019