16. Oktober 2019

Das ist ein Schmuckstück“

Heimat- und Geschichtsverein und kwg holen Kemenate aus Dornröschenschlaf

Sven Abrom­eit und Mat­thi­as Kauf­mann freu­en sich über die Sanie­rung der Keme­na­te. FOTO: WERNER KAISER

Von Rai­ner Bre­da

Hil­des­heim. Sie ist ein Stück altes Hil­des­heim. Ein ganz altes – schließ­lich ent­stand die Keme­na­te im Lan­gen Hagen ver­mut­lich im 13. Jahr­hun­dert. Damals gehör­te sie zu einem der Adels­hö­fe, von denen es in die­sem Bereich der Stadt eini­ge gab. Heu­te ist das Gebäu­de im Besitz der kwg. Sie hat die Keme­na­te jetzt für 160 000 Euro wie­der in Schuss brin­gen las­sen. Der Hei­matund Geschichts­ver­ein will sie als Mie­ter mit Leben fül­len. Am Diens­tag haben kwg und der Ver­ein das sanier­te Bau­werk vor­ge­stellt – und die Plä­ne für des­sen Nut­zung.

 

Von einer sol­chen konn­ten in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten kei­ne Rede sein. Dabei hat­ten Keme­na­ten einst eine sehr her­aus­ge­ho­be­ne Rol­le: In Fach­werk­zei­ten waren die stei­ner­nen Gebäu­de die ein­zi­gen beheiz­ba­ren Räu­me, „nur rei­che Men­schen konn­ten sich so etwas leis­ten“, berich­te­te Sven Abrom­eit. Der Vor­sit­zen­de des Hei­mat- und Geschichts­ver­eins zeich­ne­te bei der Prä­sen­ta­ti­on die His­to­rie des Bau­werks nach. Die fand mit den Bom­ben­an­grif­fen auf Hil­des­heim im Zwei­ten Welt­krieg ein vor­läu­fi­ges Ende: Der Fach­werk­auf­bau ging in Flam­men auf, die Keme­na­te selbst blieb zwar ste­hen, geriet aber nach einer kur­zen Epi­so­de als Not­un­ter­kunft in Ver­ges­sen­heit.

 

Das war eine Rui­ne, die vor sich hin brö­sel­te“, sag­te Mat­thi­as Kauf­mann. Und doch zeig­te der kwg- Chef Inter­es­se, als die Stadt ihn vor eini­gen Jah­ren frag­te, ob er das Gebäu­de von ihr kau­fen wol­le. Denn das ist umge­ben von kwg-Miets­häu­sern. „Es ist nicht schön, wenn da mit­ten­drin eine sol­che Anla­ge steht.“ Zudem stell­te das Rat­haus einen Zuschuss aus För­der­mit­teln des Bun­des in Aus­sicht – der dann auch in Höhe von 108 000 Euro floss. Doch was nur lässt sich mit einem Bau­werk anfan­gen, das ledig­lich eine Grund­flä­che von 17 Qua­drat­me­tern hat? Die Ant­wort hat der Hei­mat- und Geschichts­ver­ein parat: Er will in der Keme­na­te Vor­stands­sit­zun­gen abhal­ten, sie außer­dem für Ver­an­stal­tun­gen nut­zen. „Das ist ein Schmuck­stück mit einem ganz beson­de­ren Flair“, schwärmt Ver­eins­chef Abrom­eit. Ihm schwe­ben Gesprä­che mit Exper­ten zu phi­lo­so­phi­schen Fra­gen vor, die wegen des begrenz­ten Plat­zes per Live-Stream in den Rie­del- Saal der Volks­hoch­schu­le über­tra­gen wer­den sol­len. Außer­dem soll das Gebäu­de Ziel von Stadt­füh­run­gen wer­den – dann aller­dings mit einem Zugang über den Hof der Grund­schu­le Alter Markt und nicht, wie jetzt, durch den Kel­ler des Hau­ses Lan­ger Hagen 23 – anders ist die Keme­na­te, die im Innen­hof liegt, nicht zu errei­chen. Die­se sei viel­leicht auch für Ange­bo­te des Michae­lis- Quar­tiers­ver­eins inter­es­sant, sag­te Abrom­eit – zur Freu­de von Stadt­teil-Ver­tre­ter Die­ter Goy. Bau­de­zer­nen­tin Andrea Döring lob­te kwg und den Geschichts­ver­ein: „Schön, dass es Men­schen etwas wert ist, ein sol­ches Gebäu­de zu erhal­ten.“ Das Pro­gramm soll im Früh­jahr star­ten, kün­dig­te Abrom­eit an.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 16. Okto­ber 2019

Veröffentlicht unter 2019

Liebe Kundinnen und Kunden,
liebe Geschäftspartner,

 

seit dem 11.05.2020 haben wir unsere Geschäftsstellen wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.
Bitte nutzen Sie dieses Angebot im Interesse Ihres eigenen Schutzes und des Schutzes unserer Mitarbeiter nur, wenn Ihr persönliches Erscheinen nicht vermeidbar ist. Ansonsten sind wir auch gern per Telefon oder Mail für Sie da.
Wenn Sie uns besuchen, bitten wir Sie
- einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen,
- sich in die vorgeschriebene Besucherliste einzutragen und
- die Abstandsvorschriften (>1,50m)
zu beachten.
Vielen lieben Dank und bleiben Sie gesund.
Ihre kwg