14. April 2015

Der Preis ist heiß

Landkreis lobt „Preis für Zivilcourage“ aus / 1000 Euro und ein Handabdruck aus Aluminium für den Gewinner

Land­rat Weg­ners Hand­ab­druck dampft. Das Alu­mi­ni­um kommt mit 740 Grad Cel­si­us in die Form. Foto: Heid­rich

Von Peter Rüt­ters

KREIS HILDESHEIM. Die­ser Preis ist wirk­lich heiß. Land­rat Rei­ner Weg­ner krem­pelt den Hemds­är­mel hoch, drückt sei­ne rech­te Hand in den brau­nen Ölsand. Kurz dar­auf naht Mah­mud El- Zein mit der 740 Grad hei­ßen Alu­mi­ni­um­le­gie­rung. Weg­ner und die übri­gen Ehren­gäs­te in der Aus­bil­dungs­werk­statt der Fir­ma KSM sind vor­sichts­hal­ber eini­ge Schrit­te zurück­ge­wi­chen, als der 19-Jäh­ri­ge die Flüs­sig­keit vor­sich­tig in die Ver­tie­fung kippt. Dampf steigt auf, Weg­ners Hand­ab­druck glit­zert im fei­nen Sand. Schon 15 Minu­ten spä­ter ist die Form abge­kühlt. Der Dum­my für den ers­ten Zivil­cou­ra­ge-Preis im Land­kreis Hil­des­heim ist fer­tig.

 

Die­se Pro­ze­dur soll sich schon bald wie­der­ho­len. Nicht mit dem Land­rat, son­dern mit einem Men­schen oder einer Grup­pe, die in einer kri­ti­schen Situa­ti­on nicht weg­ge­se­hen, son­dern ein­ge­grif­fen haben. Anläs­se gibt es nach den Wor­ten Weg­ners genug: Die all­täg­li­che Gewalt in den Schu­len, sexu­el­le Beläs­ti­gun­gen oder ver­steck­te Frem­den­feind­lich­keit nann­te er als Bei­spie­le für vie­le: „Grei­fen Sie ein – auch wenn Sie sich dann mög­li­cher­wei­se selbst in Gefahr brin­gen? Oder schau­en Sie lie­ber weg?“, frag­te Weg­ner in die Run­de.

 

Aller­dings sol­le mit dem Preis kein Hel­den­tum, son­dern ein cou­ra­gier­tes und gleich­zei­tig beson­ne­nes Ver­hal­ten gewür­digt wer­den. Ganz so, wie beim Guss von Weg­ners Hand­ab­druck, als wegen der hohen Tem­pe­ra­tu­ren die Eigen­si­che­rung der Gäs­te ange­sagt war.

 

Die Idee zu der Aus­zeich­nung hat­ten Uwe Her­wig vom Hil­des­hei­mer Prä­ven­ti­ons­rat und der Künst­ler Enri­co Gar­bel­mann. Zwar zeich­nen bereits meh­re­re Kom­mu­nen wie die Städ­te Hil­des­heim oder Sar­stedt jähr­lich tap­fe­re Men­schen aus. Einen Preis für die gesam­te Regi­on gibt es aber bis­lang nicht. Der ist mit 1000 Euro dotiert, die die Hil­des­hei­mer Kreis­wohn­bau als Spon­sor zur Ver­fü­gung stellt. Dar­über hin­aus erhält der Gewin­ner eine sehr per­sön­li­che Skulp­tur mit sei­nem eige­nen Hand­ab­druck.

 

Der soll die hel­fen­de Hand sym­bo­li­sie­ren und einen kur­zen Moment mit beein­dru­cken­der Wir­kung wider­spie­geln, mein­te Enri­co Gar­bel­mann.

 

Die Kan­di­da­ten kön­nen sich nicht selbst bewer­ben, müs­sen von ande­ren vor­ge­schla­gen wer­den. Das kön­nen Pri­vat­per­so­nen, Kom­mu­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder aber auch Poli­zei­dienst­stel­len sein. Vor­schlä­ge nimmt die Kri­mi­nal­kom­mis­sa­rin Gesa Hagen bis zum 27. April unter der Hil­des­hei­mer Tele­fon­num­mer 939-107 oder per E-Mail unter gesa.hagen@polizei.niedersachsen.de ent­ge­gen.

 

Neben der Kri­po­be­am­tin sit­zen Land­kreis­de­zer­nent Hel­fried Bas­se, Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann, Uwe Her­wig und Enri­co Gar­bel­mann in der Jury. Am 21. Mai soll der Preis um 14 Uhr wäh­rend einer Fei­er­stun­de im Kreis­haus über­reicht wer­den.

 

Zuvor muss der Gewin­ner frei­lich noch die Aus­bil­dungs­werk­statt von KSM am Che­rus­ker­ring auf­su­chen und sei­ne Hand in den Ölsand drü­cken. Die bei­den Aus­zu­bil­den­den Mah­mud El- Zein und Den­nis Keil­uhn, die unter Anlei­tung ihres Aus­bil­dungs­lei­ters Jörg Gust­ke ges­tern den Hand­ab­druck des Land­rats nah­men, ver­ste­hen jeden­falls ihr Hand­werk. Unter dem Bei­fall der Gäs­te prä­sen­tier­ten sie ein wirk­lich glän­zen­des Ergeb­nis. Sehr zur Freu­de von Franz Fried­rich Butz. Der Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung lob­te den hohen Aus­bil­dungs­stand sei­ner 1050 Mit­ar­bei­ter, von denen immer­hin 85 Pro­zent einen Fach­ar­bei­ter­ab­schluss vor­wei­sen könn­ten.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 14. April 2015

Veröffentlicht unter 2015

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