11. Juni 2012

Die Zeichen stehen auf Umzug

Verwaltung schlägt vor: Grund- und Förderschule unter einem Dach / Weitere Sitzung am 5. Juli

Bad Salz­detfurth (uli). Die Emp­feh­lung der Ver­wal­tung ist ein­deu­tig: Die Grund­schu­le am Papen­berg soll in das Gebäu­de der Sothen­berg­schu­le zie­hen, die Räum­lich­kei­ten mit der För­der­schu­le gemein­sam nut­zen. „Ich mache aus mei­nem Her­zen kei­ne Mör­der­gru­be, wir hal­ten das für eine gute Lösung“, so Bür­ger­meis­ter Erich Scha­per. Eine Schu­le, in der sich die Kin­der wohl­füh­len, zukunfts­fä­hig und fle­xi­bel für künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen, sei das erklär­te Ziel. „Aber das muss auch wirt­schaft­lich sein“, so Scha­per in einer Sit­zung der­zu­stän­di­gen Fach­aus­schüs­se, vor vie­len Eltern, Schul­ver­tre­tern und inter­es­sier­ten Bür­gern.

 

Vor so viel Publi­kum tagen Stadt­rat oder Aus­schüs­se nur sel­ten. Das The­ma Zukunft der Grund­schu­le am Papen­berg hat jedoch etli­che Eltern, Schul­ver­tre­ter und inter­es­sier­te Bür­ger in den Sit­zungs­saal gezo­gen. Foto: Kai­ser

Fakt ist, das Gebäu­de der Papen­berg­schu­le ist ein Sanie­rungs­fall. Da sind sich Rat, Ver­wal­tung, Eltern und Schu­le einig. Die Kreis­woh­nungs­bau­ge­sell­schaft (KWG) hat­te des­halb den Auf­trag, zu ermit­teln, wel­che Sanie­rungs- und Umbau­mög­lich­kei­ten es für das städ­ti­sche Gebäu­de gebe. Auch Kos­ten für einen mög­li­chen Schul­neu­bau soll­te die KWG ermit­teln. Auf zwi­schen 1,8 und drei Mil­lio­nen Euro wür­den sich die Inves­ti­ti­ons­kos­ten dafür belau­fen (die­se Zei­tung berich­te­te). Hin­zu kämen 1,1 Mil­lio­nen, die in die Turn­hal­le am Papen­berg gesteckt wer­den müss­ten. Die jähr­li­che Belas­tung für die Stadt wür­de damit bei 365000 bis 420000 Euro lie­gen, je nach Vari­an­te – so die Zah­len, die die KWG vor­leg­te.

 

Bei der Sothen­berg­schu­le ist der Sach­ver­halt anders. Die KWG wür­de das Gebäu­de vom Land­kreis kau­fen wol­len und an Stadt und Land­kreis (der ist Trä­ger der För­der­schu­le) ver­mie­ten. „Die Grund­schu­le benö­tigt nur etwa 40 Pro­zent der dor­ti­gen Flä­chen“, so KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Mit dem Land­kreis wer­de der­zeit über einen mög­li­chen Miet­ver­trag für acht bis zehn Jah­re ver­han­delt. Kauf­mann erläu­ter­te Zuschau­ern und Aus­schuss­mit­glie­dern die Plä­ne, wie bei­de Schu­len unter einem Dach leben und arbei­ten könn­ten: getrenn­te Ein­gän­ge und Gebäu­de­be­rei­che (auch für Nach­mit­tags­be­treu­ung in der Grund­schu­le), gemein­sa­me Nut­zung von Fach­räu­men und Men­sa (Ganz­tags­an­ge­bot der Grund­schu­le mög­lich). Die Stadt müss­te dafür jähr­lich eine Mie­te von 285000 Euro berap­pen – inklu­si­ve Haus­meis­ter, Gebäu­de­rei­ni­gung und Neben­kos­ten.

 

Auch wenn die Papen­berg­schu­le sehr gemüt­lich ist, die Zah­len las­sen uns eigent­lich kei­ne Wahl“, sag­te Peter Mün­te (SPD). Ermahn­te aber auch drin­gend, alle am Schul­le­ben Betei­lig­ten in die wei­te­ren Plä­ne ein­zu­be­zie­hen. Nur im Ein­klang könn­te das Modell funk­tio­nie­ren. „Die Sothen­berg­schu­le bie­tet der Grund­schu­le viel Platz“, zeig­te sich Rein­hard Nipp (CDU) über­zeugt. Wich­tig sei jetzt, die Anre­gun­gen von Schul­lei­te­rin Anja Büscher ein­zu­be­zie­hen.

 

Die hat­te der Ver­wal­tung zuvor schrift­lich mit­ge­teilt, dass die Schu­le in der gemein­sa­men Nut­zung vie­le Chan­cen und Mög­lich­kei­ten habe, aber auch noch Hand­lungs­be­darf sehe. Zum Bei­spiel in punc­to Sport­hal­len­nut­zung: 18 Unter­richts­stun­den wür­den dort für die Grund­schu­le, 22 für die För­der­schu­le anfal­len, was 15 Stun­den Dop­pel­be­le­gung bedeu­te. Dafür sei die Hal­le aber zu klein. Unter­schied­li­cher Schul­be­ginn, ande­re Pau­sen­zei­ten und der nicht grund­schul­ge­rech­te Schul­hof sei­en wei­te­re Punk­te, die geklärt wer­den müss­ten. Almut von Bloh, Leh­re­rin der Papen­berg­schu­le und bera­ten­des Aus­schuss­mit­glied, erin­ner­te außer­dem, dass für die „dif­fe­ren­zier­ten und beson­de­ren Bedürf­nis­se der Schü­ler“ mehr Flä­chen zur Ver­fü­gung ste­hen müss­ten, als im Plan aus­ge­wie­sen sei­en. Unter dem Bei­fall der Eltern erklär­te sie, dass in den bis­he­ri­gen Gesprä­chen vie­le Beden­ken der Schu­le zu leicht vom Tisch gewischt wur­den, auch vor dem Hin­ter­grund, dass „die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on der Stadt klamm sei“. Scha­per ver­si­cher­te, die Argu­men­te der Schu­le sehr ernst zu neh­men, sie sei­en aber kein K.O.-Schlag gegen die Sothen­berg-Lösung: „Wir müs­sen eine Balan­ce fin­den, zwi­schen dem, was wir für unse­re Kin­der wol­len und dem, was wir bezah­len kön­nen.“ Kei­nen Spiel­raum wer­de die Stadt beim The­ma Inklu­si­on haben, pro­phe­zei­te Scha­per und erin­ner­te an den Rechts­an­spruch. Auf die Inklu­si­on müs­se die Stadt vor­be­rei­tet sein, damit sie spä­ter schnell reagie­ren kön­ne, wenn die ers­ten behin­der­ten Kin­der die Grund­schu­le besu­chen wür­den.

 

Kai Schwet­je (SPD) sorg­te sich um die Räu­me, die irgend­wann leer ste­hen wür­den, wenn es die För­der­schu­le nicht mehr geben wür­de. Kauf­mann sicher­te zu, dann eine „grund­schul­ver­träg­li­che Nach­nut­zung“ zu suchen. Über Mut­ma­ßun­gen Schwet­jes, klei­ne Grund­schu­len der Stadt könn­ten geschlos­sen und deren Kin­der dort hin­ge­schickt wer­den, schüt­tel­te Scha­per den Kopf. „Nicht umsonst haben wir gera­de noch viel Geld in die Grund­schu­le Hein­de gesteckt“, erin­ner­te er.

 

Die Zukunft der Sport­hal­le am Papen­berg oder die Fra­ge, ob Tei­le der jet­zi­gen Papen­berg­schu­le für Ver­ei­ne erhal­ten wer­den könn­ten, woll­te Scha­per an die­sem Abend nicht dis­ku­tie­ren. Das sei auch nicht Auf­trag der Ver­wal­tung gewe­sen. Er erklär­te dazu ledig­lich: „Alles was da pas­siert, muss auch bezahl­bar sein.“

 

Eine Abstim­mung über den Beschluss­vor­schlag der Ver­wal­tung gab es nicht. Die Frak­tio­nen wol­len noch ein­mal intern bera­ten, außer­dem gibt es am Don­ners­tag, 5. Juli, 18 Uhr, eine wei­te­re Fach­aus­schuss­sit­zung dazu.

 

Schul­lei­te­rin Anja Büscher kün­dig­te nach der Sit­zung an, die Poli­ti­ker noch ein­mal zum Gespräch zu bit­ten. Dabei wol­len sich auch die Schul­el­tern­rats­vor­sit­zen­den Kath­le­en Voges und Manue­la Läbe äußern. Die zeig­ten sich unzu­frie­den über den Dis­kus­si­ons­ver­lauf in der Sit­zung, woll­ten das Gehör­te aber erst ein­mal sacken las­sen.

 

Geplant ist, dass der Stadt­rat am Don­ners­tag, 12. Juli, eine end­gül­ti­ge Ent­schei­dung trifft. Wür­de die tat­säch­lich den Umzug an den Sothen­berg zur Fol­ge haben, könn­ten Leh­rer und Schü­ler der Papen­berg­schu­le bereits im Som­mer 2013 die Kar­tons packen.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 09. Juni 2012

Veröffentlicht unter 2012

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