25. Februar 2019

Eigentumswohnungen kommen, „Schandfleck“ verschwindet

kwg will Grundstück an der Bischofsmühle bebauen / Pfarrhaus muss weichen

So soll sich das kwg-Pro­jekt (in der Mit­te) – hier der Blick von der Damm­stra­ße – in die Umge­bung der Bischofs­müh­le ein­fü­gen. FOTOMONTAGE: HIRSCH ARCHITEKTEN

Von Rai­ner Bre­da Hil­des­heim.

Die kwg will auf einem Grund­stück an der Inners­te gegen­über der Bischofs­müh­le einen Kom­plex mit zwölf alten­ge­rech­ten Eigen­tums­woh­nun­gen bau­en. Auf dem Grund­stück mit der Adres­se Müh­len­stra­ße 23 steht noch das frü­he­re Pfarr­haus der Mag­da­le­nen-Gemein­de, das seit Jah­ren ver­wais­te Gebäu­de soll für das Vor­ha­ben wei­chen. Für die­ses gibt es offen­kun­dig eine gro­ße Nach­fra­ge: Obwohl die kwg noch gar nicht mit der Ver­mark­tung begon­nen hat, lie­gen dem Unter­neh­men nach eige­nen Anga­ben bereits 40 Bewer­bun­gen vor. Bau­start soll Ende die­ses Jah­res sein, Ein­zug im Früh­jahr 2021.

 

Die Woh­nun­gen sol­len zwi­schen 80 und 130 Qua­drat­me­ter groß wer­den. Sie ver­tei­len sich auf zwei drei­ge­schos­si­ge, mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Gebäu­de. Eines von die­sen soll etwa an der Stel­le des Pfarr­hau­ses ent­ste­hen. Zu den Prei­sen kön­ne er noch nichts sagen, erklär­te kwg-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Die Kal­ku­la­ti­on ste­he noch nicht, es gebe auch noch kein Bau­recht. Dem ist das Unter­neh­men aller­dings in die­ser Woche einen ent­schei­den­den Schritt näher gekom­men: Der Stadt­ent­wick­lungs­aus­schuss hat ein­stim­mig beschlos­sen, den Bebau­ungs­plan öffent­lich aus­zu­le­gen. CDU-Frak­ti­ons­chef Ulrich Kum­me lob­te das Pro­jekt, es besei­ti­ge einen Schand­fleck. Noch schö­ner wäre es, wenn die kwg einen frei­wil­li­gen Umwelt­aus­gleich für den Ein­griff leis­te, fand Grü­nen-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Ulrich Räbi­ger – frei­wil­lig daher, weil das Unter­neh­men nach der Art des Bebau­ungs­plans- Ver­fah­rens für den Kom­plex nicht dazu gezwun­gen ist. Bau­de­zer­nen­tin Andrea Döring wies die Idee zurück: Die kwg habe bereits hohe Auf­wen­dun­gen. „Wie soll ein Inves­tor da noch Spaß haben, die Flä­che zu ent­wi­ckeln?“

 

Das frü­he­re Pfarr­haus der Mag­da­le­nen-Gemein­de. FOTO: CHRIS GOSSMANN

Den hat Kauf­mann zwar nach eige­nem Bekun­den, kommt dem Wunsch der Grü­nen gleich­wohl nicht nach. Sein Unter­neh­men müs­se in der Tat erheb­li­che Vor­leis­tun­gen erbrin­gen: Die kwg zahlt das Ver­fah­ren samt dazu­ge­hö­ri­ger Gut­ach­ten, allein dadurch fal­le ein hoher fünf­stel­li­ger Betrag an, sag­te Kauf­mann der HAZ. Wei­te­re 100 000 bis 150 000 Euro kämen dazu, weil die kwg zwei Kanä­le abschir­men und das Haus auf Pfäh­len errich­ten müs­se. Ins­ge­samt schätzt Kauf­mann die Bau­kos­ten auf 4 bis 5 Mil­lio­nen Euro – wobei der Kauf­preis noch nicht ent­hal­ten ist.

 

Zu dem will sich der kwg-Chef zwar nicht äußern. Der Preis sei seit län­ge­rem fix mit der Gode­hard-Gemein­de ver­ein­bart – ihr gehört das Grund­stück bis­lang. Der Kauf­ver­trag sei geschlos­sen, er wer­de nun abge­wi­ckelt, erklär­te Kauf­mann. Auch Dom­ka­pi­tu­lar Wolf­gang Voges geht davon aus, dass der Ver­trag wirk­sam wird: Der Geist­li­che hat die­sen als Chef des Kir­chen­vor­stan­des mit der kwg aus­ge­han­delt.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 23. Febru­ar 2019

Veröffentlicht unter 2019