20. November 2017

Eine „Grüne Siedlung“ statt der Lungenklinik

Kreiswohnbau lobt für den Landkreis einen Planungswettbewerb für das Klinikgelände in Diekholzen aus / Wohngebiet in „hochattraktiver Lage“

Auf dem Gelände der Lun­gen­klinik soll eine Wohn­bausied­lung entste­hen. Erhal­tenswerte Bausub­stanz soll nach dem Willen der Gemeinde beste­hen bleiben. FOTO: BORNEMANN

Von Michael Borne­mann

Diekholzen. Im Juli näch­sten Jahres wird die Lun­gen­klinik in Diekholzen ihren Betrieb ein­stellen und ins Hildesheimer Helios-Klinikum umziehen. Der Land­kreis, dem das Gelände in Diekholzen gehört, hat zusam­men mit der Kreis­wohn­bauge­sellschaft (kwg) ein städte­baulich­es Ver­fahren zur Nach­nutzung des 5,5 Hek­tar großen Are­als angestoßen. Wie kwg-Geschäfts­führer Matthias Kauf­mann am Don­ner­stagabend im Gemein­der­at berichtete, werde seine Gesellschaft jet­zt einen Pla­nungswet­tbe­werb für eine Wohn­be­bau­ung aus­loben.

 

Kauf­mann erin­nerte die Kom­mu­nalpoli­tik­er daran, dass zu dem Gelände der Lun­gen­klinik auch eine Grü­nan­lage und eine Obst­wiese gehören. „Wir reden hier von ein­er hochat­trak­tiv­en Lage an einem Süd­west-Hang mit Wald im Rück­en“, stellte er fest. Außer­dem sei das Gelände zur Ort­slage hin geöffnet.

 

Für das Wet­tbe­werb­sver­fahren wer­den wir Preis­gelder aus­loben“, so Kauf­mann weit­er. Eine Jury werde dann unter den ein­gere­icht­en Pro­jek­tvorschlä­gen auswählen. Die Jury werde sich aus Vertretern des Land­kreis­es als Eigen­tümer, der kwg, der Hochschule HAWK sowie Bürg­er­meis­terin Bir­git Dieck­hoff- Hübinger und einem weit­eren Ratsmit­glied zusam­menset­zen. „Ein Ergeb­nis des Wet­tbe­werbs soll möglichst bis zum 30. April vor­liegen“, unter­strich Kauf­mann.

 

Zu den Zie­len der kwg gehört in erster Lin­ie eine Bebau­ung mit Ein- und Mehrfam­i­lien­häusern. Außer­dem zieht die Kreis­wohn­bau die Errich­tung ein­er „Ser­vice-Wohnan­lage“ in Form eines „Argen­tum“ in Erwä­gung, wie die Gesellschaft sie schon in Sarst­edt und Bad Salzdet­furth betreibt. Schließlich soll auch noch eine Reserve­fläche vorge­hal­ten wer­den, um dort später möglicher­weise noch eine Kindertagesstätte erricht­en zu kön­nen. Kauf­mann sprach von dem Ziel ein­er „grü­nen Siedling“. Darunter ver­ste­he er nicht nur die Ein­beziehung des vorhan­de­nen Grüns, son­dern beispiel­sweise auch CO2-neu­trales Bauen und eine Begrü­nung von Däch­ern. „Auch über das The­ma Mobil­ität und die Idee eines Car­shar­ing soll­ten wir nach­denken“, meinte er.

 

Neben Dieck­hoff-Hübinger wird in der Jury, die über die Pro­jek­tvorschläge entschei­det, auch Rat­sherr Dr. Mar­tin Federows­ki (CDU) vertreten sein.

 

Ein­stim­mig bil­ligte der Rat im weit­eren Ver­lauf der Sitzung den ersten Nach­tragshaushalt dieses Jahres, der erfreuliche Zahlen ausweist. So kann die Gemeinde im soge­nan­nten Ergeb­nishaushalt, der mit der Gewinn- und Ver­lus­trech­nung eines Unternehmens ver­gle­ich­bar ist, bei einem Gesamtvol­u­men von rund 10,1 Mil­lio­nen Euro statt eines ursprünglichen Defiz­its von etwas mehr als 64 000 Euro nun ein leicht­es Plus von knapp 24 000 Euro ver­buchen. „In Anbe­tra­cht der Kosten des Juli-Hochwassers ist dies ein sehr pos­i­tives Ergeb­nis“, unter­strich der Vor­sitzende des Finan­zauss­chuss­es, Mar­tin Küster (SPD).

 

Hochwasser­schutz. Die Gemeinde Diekholzen treibt den Hochwasser­schutz voran. Ein­stim­mig bil­ligte der Rat ein Paket ver­schieden­er Aktiv­itäten. Dazu gehören unter anderem eine hydraulis­che Berech­nung der Beuster durch eine Fach­fir­ma sowie die Über­prü­fung von ins­ge­samt neun poten­ziellen Stan­dorten für Regen­rück­hal­te­beck­en. Auch der Abfluss des Regen­wassers aus den Waldge­bi­eten soll unter­sucht wer­den. Auf dem Pro­gramm ste­hen außer­dem eine Orts­bege­hung der Gewässer­rän­der im Bere­ich Alter Weg / Schwarz­er Weg mit Vertretern der Unteren Wasser­be­hörde des Land­kreis­es und die Erstel­lung ein­er Pri­or­itäten­liste.

 

Quelle: Hildesheimer All­ge­meine Zeitung, 18. Novem­ber 2017

Veröffentlicht unter 2017