09. Juni 2011

Einfach Mensch sein

Bethelner Landstraße 25: Nachbarschaftstreff kommt an

Bethelner Landstraße 25

Mal ande­re Gesich­ter sehen, zwang­los ins Gespräch kom­men, Ange­bo­te wahr­neh­men und unter­brei­ten: Chris­ti­ne Bür­ger (rechts) von der Nach­bar­schafts­hil­fe „Kon­kret“ ist mit Ehe­mann Man­fred zum Ken­nen­lern-Früh­stück gekom­men. Auch Mari­an­ne Topp fin­det die Ein­rich­tung gut. Foto: Sürie

Gro­nau. Der Duft fri­schen Kaf­fees lockt, in der Küche ist ein klei­nes Büfett mit fri­schen Bröt­chen, Wurst, Käse und Mar­me­la­den vor­be­rei­tet wor­den, neben­an sind schon Män­ner und Frau­en in Gesprä­che ver­tieft, lachen und scher­zen – Mitt­woch, halb zehn in Gro­nau: Ken­nen­lern-Früh­stück im Nach­bar­schafts­treff in der Bethel­ner Land­stra­ße 25.

Hier hat die Johan­ni­ter-Unfall- Hil­fe unter dem Dach der Kreis­wohn­bau gera­de im Unter­ge­schoss eine auch bar­rie­re­arm zu errei­chen­de Woh­nung als zen­tra­len Ort der Begeg­nung geschaf­fen, an dem nicht nur Nach­barn will­kom­men sind, son­dern alle Bür­ger der Samt­ge­mein­de – Jün­ge­re wie Älte­re – wo sie ihre Wün­sche für Frei­zeit­an­ge­bo­te for­mu­lie­ren, selbst Ange­bo­te unter­brei­ten, aber auch Bera­tung und Hil­fe im All­tag in Anspruch neh­men kön­nen.

 

Ganz wun­der­bar“ fin­det denn auch Eber­hard Prei­sen­ham­mer den Nach­bar­schafts­treff. Der 65-Jäh­ri­ge ist vor kur­zem von sei­nem Rei­hen­haus in eine Woh­nung der Kreis­wohn­bau am Eit­zu­mer Weg gezo­gen. „Mir gefällt der Nach­bar­schafts­treff rich­tig gut.“ Er wer­de nun wohl häu­fi­ger kom­men, um Men­schen ken­nen zu ler­nen und gemein­sam etwas zu unter­neh­men.

 

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Ingrid Gärt­ner (60) weiß: Immer mehr Men­schen leben allein. Der Nach­bar­schafts­treff wirkt der zuneh­men­den Ver­ein­sa­mung ent­ge­gen. Foto: Sürie

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Bär­bel Step­pu­tat (65) wird sich beim Nach­bar­schafts­treff erhren­amt­lich enga­gie­ren – mit Bas­teln und Hand­ar­bei­ten. Foto: Sürie

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Eber­hard Prei­sen­ham­mer (65) will „auf jeden Fall“ häu­fi­ger in die Bethel­ner Land­stra­ße 25 kom­men. Foto: Sürie

 

 

 

 

 

Die 65-jäh­ri­ge Bär­bel Step­pu­tat hat sich über­legt, Bas­teln mit Kin­dern und Hand­ar­bei­ten, ins­be­son­de­re Sti­cken, anzu­bie­ten. Dar­auf springt Mari­an­ne Topp spon­tan an: „Hand­ar­bei­ten ist auch mein Hob­by“, freut sich die Frau, die dem­nächst 74 Jah­re alt wird und „ein­fach ein­mal auf eine Tas­se Kaf­fee“ in den Nach­bar­schafts­treff gekom­men ist: „Aber Kochen und Backen, das wäre auch ein schö­nes Ange­bot.“ Sich vom Nach­bar­schafts­treff ein eige­nes Bild zu machen, war der Antritt von Ingrid Gärt­ner. Die 60-Jäh­ri­ge aus Elze hat sich gera­de eine Woh­nung mit Bal­kon gegen­über ange­se­hen, ist von neu­en Wohn­for­men wie Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­sern über­zeugt. „Es ist schon gut, dass es so etwas heu­te gibt.“ Immer mehr Men­schen leb­ten ja schließ­lich allein. Zu den Teil­neh­mern des ers­ten Ken­nen­lern-Früh­stücks zähl­te wei­ter Chris­ti­ne Bür­ger, Spre­che­rin der Nach­bar­schafts­hil­fe „Kon­kret“, die sich ehren­amt­lich über­all da ein­bringt, wo schon die Hil­fe des immer sel­te­ner wer­den­den guten Nach­barn mit aus­rei­chend gro­ßem Zeit­fens­ter rei­chen wür­de: „Beim Gar­di­nen auf­hän­gen etwa, beim Ein­kau­fen oder bei der Beglei­tung bei einem klei­nen Spa­zier­gang mit dem Rol­la­tor.“

 

Andre­as Ben­ke, den die JUH für die Ein­rich­tung in der Bethel­ner Land­stra­ße 25 gewon­nen hat, weiß um die Nöte, die den All­tag der Men­schen bestim­men, wel­cher Genera­ti­on sie auch immer ange­hö­ren mögen: „Bei uns zählt das Mit­ein­an­der, hier kön­nen Sie Ihre Sor­gen abla­den, gemein­sam Spaß haben und ein­fach nur Mensch sein.

 

Spe­zi­ell mit Blick auf Senio­ren ist der Mann, der in der Samt­ge­mein­de Gro­nau die kom­mu­na­le Senio­ren­ar­beit auf­bau­te, gera­de im Gespräch mit Sport­ver­bän­den und dem TSV: „Was soll ein älte­rer Mensch denn tun, der sich sport­lich betä­ti­gen will, wenn er es nicht mal in die Hal­le schafft? Dann müs­sen die Bewe­gungs­an­ge­bo­te eben zu den Men­schen kom­men“, ist sei­ne Idee. Den gest­ri­gen Auf­takt des Nach­bar­schafts­treffs bezeich­ne­te er als „sehr wohl­tu­end“.

 

Der Nach­bar­schafts­treff hat mon­tags und frei­tags von 9.30 bis 11.30 Uhr geöff­net, mitt­wochs von 16 bis 18 Uhr. Mitt­ler­wei­le ist er unter der Tele­fon­num­mer 05182/9095933 über Fest­netz zu errei­chen. Als „zukunfts­träch­ti­ge Ein­rich­tung“ lob­te den Nach­bar­schafts­treff bei des­sen Eröff­nung Ende Mai auch der Hil­des­hei­mer Land­rat Rei­ner Weg­ner. Hier wer­de der Ver­ein­sa­mung ange­sichts des Trends zum Sin­gle­da­sein und immer klei­ne­ren Wohn­ein­hei­ten mit bedarfs­ge­rech­ten Ange­bo­ten ent­ge­gen­ge­wirkt. Übri­gens lässt sich der Nach­bar­schafts­treff sogar für pri­va­te Fei­er­lich­kei­ten für 40 Euro mie­ten: „Das ist doch nur kon­se­quent“, sagt Andre­as Ben­ke.

 

Quel­le: Lei­ne-Deis­ter-Zei­tung, 08. Juni 2011

Veröffentlicht unter 2011

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