03. April 2013

Europa-Geld für Sarstedts Argentum

Kreiswohnbau und Johanniter vereinbaren Zusammenarbeit / Wohnhaus an der Hildesheimer Straße schon ausgebucht

Sar­stedt (ph). Intel­li­gen­tes Woh­nen für Senio­ren soll die Anla­ge „Argen­tum“ der Kreis­wohn­bau in der Hil­des­hei­mer Stra­ße bie­ten. Das Pilot­pro­jekt dazu, von der Bau­ge­sell­schaft und den Johan­ni­tern erar­bei­tet, ist der Euro­päi­schen Uni­on einen Zuschuss von 150 000 Euro wert. Die bei­den Part­ner haben den Ver­trag dafür jetzt unter­schrie­ben.

 

Der Roh­bau der Argen­tum-Wohn­an­la­ge steht. Im Sep­tem­ber soll die Ein­rich­tung der Kreis­wohn­bau eröff­net wer­den. Foto: Knop­pik

Wer sich auf Fach­kon­gres­sen über senio­ren­ge­rech­tes Woh­nen infor­miert, kommt manch­mal aus dem Stau­nen nicht her­aus. Da gibt es zum Bei­spiel Tep­pich­bo­den, der auf einen hef­ti­gen Auf­prall, etwa eines zu Fall gekom­me­nen Men­schen, reagiert und den Not­arzt­wa­gen ruft. Oder man hört, wie jetzt bei der Fach­ta­gung „Ver­netz­tes Woh­nen“ in Olden­burg, einen Vor­trag des Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rers Mat­thi­as Kauf­mann aus Hil­des­heim über sein Wohn­pro­jekt Argen­tum in Sar­stedt. „Man schaut auf uns“, stell­te Kauf­mann dort fest. Und zwar, weil Argen­tum sich ein ehr­gei­zi­ges Ziel gesteckt hat: Was tech­nisch mög­lich ist, soll ein­ge­setzt wer­den, über­trei­ben aber will man das Gan­ze auch nicht. Kauf­mann: „Wir wol­len, dass Men­schen in unse­ren Woh­nun­gen so lan­ge wie mög­lich und so selbst­be­stimmt wie mög­lich leben kön­nen.“

 

Dazu hat sich die Kreis­wohn­bau mit den Johan­ni­tern zusam­men­ge­tan, die auf Bun­des­ebe­ne schon eini­ge Erfah­run­gen mit ähn­li­chen Pro­jek­ten gesam­melt haben. Mit der Tele­kom zusam­men haben die Johan­ni­ter ein Kon­zept ent­wi­ckelt, das sich auf For­schungs­er­geb­nis­se der AAL-Tech­nik stützt. Das bedeu­tet „Ambi­ent Assis­ted Living“ (selbst­be­stimm­tes unter­stütz­tes Leben) und ist eine Kom­bi­na­ti­on aus einem per­sön­li­chen Betreu­ungs- und Hilfs­an­ge­bot mit einer moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Dienst­leis­tungs­platt­form.

 

Im Mit­tel­punkt steht die Tat­sa­che, dass jede der Woh­nun­gen mit einem leicht zu bedie­nen­den Tablet aus­ge­rüs­tet ist. Das kön­nen die Besu­cher ers­tens zur Kom­mu­ni­ka­ti­on nut­zen (indem etwa Opa den Enkel via Sky­pe anruft, oder indem er so Kon­takt zu ande­ren Haus­be­woh­nern auf­nimmt), zwei­tens zur Haus­steue­rung, etwa der Jalou­sien, und drit­tens für per­sön­li­che Zwe­cke. Das reicht vom Wecken am Mor­gen bis zur Erin­ne­rung, dass die Tablet­ten jetzt ein­zu­neh­men sind. Die künf­ti­gen Bewoh­ner kön­nen Dienst­leis­tun­gen bestel­len und ent­schei­den selbst, in wel­chem Aus­maß sie das tech­ni­sche Ange­bot nut­zen.

 

Alle Woh­nun­gen sind mit dem Johan­ni­ter-Haus­not­ruf aus­ge­rüs­tet, zusätz­lich wer­den sie auto­ma­ti­sche Feu­er­mel­der ent­hal­ten, die auch bei Abwe­sen­heit des Mie­ters funk­tio­nie­ren, sowie Bewe­gungs­mel­der, die mög­li­chen Ein­bre­chern die „Arbeit“ unmög­lich machen. Das Ange­bot der Kreis­wohn­bau zielt auf die Men­schen im Alter 60 plus, die bar­rie­re­frei und sicher leben möch­ten, mit elek­tro­ni­schen Gerä­ten umge­hen kön­nen und finan­zi­ell gut daste­hen. Die Bedürf­nis­se des Mark­tes hat man offen­bar ganz exakt getrof­fen, denn vom ers­ten Tag an konn­te sich die Gesell­schaft vor Bewer­bern kaum ret­ten. Inzwi­schen gibt es eine War­te­lis­te poten­zi­el­ler Mie­ter.

 

Etwas mehr als die Hälf­te der künf­ti­gen Mie­ter, berich­tet der Pla­ner und ört­li­che Kun­den­cen­ter-Chef Ralf Oel­kers, kommt aus Sar­stedt, zieht also inner­halb der Stadt um. Die meis­ten die­ser künf­ti­gen Mie­ter sind bis­he­ri­ge Haus- oder Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, die Bar­rie­re­frei­heit, Über­schau­bar­keit und tech­ni­schen Kom­fort nut­zen wol­len – und die Vor­tei­le eines Zusam­men­le­bens im Haus. Der Neu­bau wird eine Gemein­schafts­ein­rich­tung ent­hal­ten, die allen Mie­tern zur Ver­fü­gung steht und die als Treff­punkt die­nen kann.

 

Sol­che Miet­er­treff­punk­te haben sich nach Ansicht Kauf­manns bewährt: In Hil­des­heim hat die Kreis­wohn­bau bei der Sanie­rung eines Hoch­hau­ses den Mie­tern ein Essen auf Rädern ange­bo­ten. Da dies gleich­zei­tig gelie­fert wur­de, bot sich an, dass ein­zel­ne Mie­ter gemein­sam essen. Kauf­mann: „Das tun die teil­wei­se bis heu­te.“

 

Nadi­ne Abmei­er von den Johan­ni­tern wird die künf­ti­gen Mie­ter des Argen­tum betreu­en, lan­ge vor der Fer­tig­stel­lung im Sep­tem­ber.

In Sar­stedt wird sich Nadi­ne Abmei­er um die künf­ti­gen Mie­ter küm­mern. Vom April an steht sie die­sen als Bera­te­rin zur Ver­fü­gung, um sie bei der Pla­nung ihrer künf­ti­gen Umge­bung und der Ein­rich­tung zu unter­stüt­zen.

 

Dass Pro­jek­te wie Argen­tum ihre Zeit zur Ent­wick­lung brau­chen, kann der Kreis­wohn­bau-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann aus eige­ner Erfah­rung bestä­ti­gen. Der Kauf des Gelän­des an der Hil­des­hei­mer Stra­ße gehört zu sei­nen ers­ten Amts­hand­lun­gen – und das war 2006. Das nächs­te Pro­jekt die­ser Art ist in Bad Salz­detfurth vor­ge­se­hen.

 

Quel­le: Sar­sted­ter Anzei­ger der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­nen Zei­tung, 03. April 2013

Veröffentlicht unter 2013

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