23. August 2011

Frische Brötchen und Eierwärmer

Der Frühstückstisch im neuen Nachbarschaftstreff hat sich schon gefunden / Freitag Offene Tür

Sar­stedt (ph). Heinz Rud­nik hat im Lot­to gewon­nen. Zwar nur ein paar Euro, aber er gibt beim gemein­sa­men Früh­stück den­noch einen aus. So ist das eben unter Nach­barn im ers­ten Sar­sted­ter Nach­bar­schafts­treff am Kipp­hut. Kom­men­den Frei­tag kön­nen sich alle beim Tag der Offe­nen Tür direkt infor­mie­ren.

 

Frühstück im neuen Nachbarschaftstreff

Früh­stück im neu­en Nach­bar­schafts­treff: Eine mun­te­re Run­de trifft sich regel­mä­ßig. Foto: P. Hart­mann

Rot gestri­chen ist die Wand, an der Blu­men­bil­der hän­gen. Am lan­gen Tisch sit­zen ein paar Leu­te und früh­stü­cken. Was wie ein Fami­li­en­tref­fen aus­sieht, ver­eint Leu­te, die nur eins gemein­sam haben: Sie sind Mie­ter der Kreis­wohn­bau und Nach­barn. Die meis­ten woh­nen im Hoch­haus Am Kipp­hut 6, und sie sind der gesel­li­ge Teil der Mie­ter. Da geht es mun­ter zu und da wird kein Blatt vor den Mund genom­men. „Wir bei­ßen hier nicht nur ins Bröt­chen, wir dis­ku­tie­ren rich­tig“, sagt Hol­ger Hoseas.

 

Da geht es auch mal zur Sache in Sachen Ver­mie­ter, weil die Haus­tür mal wie­der klemmt oder die Bade­zim­mer­tür kaputt ist. Da spricht man aber auch über die Leu­te, wie das unter Nach­barn so ist. War­um­muss die Mie­te­rin links oben jetzt mit der Geh­hil­fe los? Ist der erkrank­te Sohn schon wie­der gesund? Gibt es Pro­ble­me im Haus? Neu­lich haben sie im Gespräch fest­ge­stellt, dass ein Brief­kas­ten ver­däch­tig lan­ge über­quoll – um dann erleich­tert zu erfah­ren, dass der Mie­ter nur im Urlaub war. Schon jetzt, meint Hoseas, ist der Nach­bar­schafts­treff wich­tig für die Bewoh­ner. „Sonst trifft man sich im Flur, sagt Hal­lo, guten Tag – und läuft wie­der aus­ein­an­der.“ Beim Früh­stück kommt man sich bei Kaf­fee, Tee, Nutel­la, Mar­me­la­de und Auf­schnitt schnell näher.

 

Nelli Suprun

Nel­li Suprun, hier beim Bröt­chen­schnei­den, ist der gute Geist des Hau­ses. Foto: P. Hart­mann

Dafür sorgt übri­gens Nel­li Suprun, der gute Geist des Hau­ses. Sie freut sich, wenn die Besu­cher sich mit einem Zet­tel im Brief­kas­ten anmel­den, dann besorgt sie die Zuta­ten fürs Früh­stück, das meist Frei­tags um 9 beginnt. Das tut sie zuver­läs­sig, immer mit dem Fahr­rad. Und das auch bei Blitz und Unwet­ter, wie die Run­de am Frei­tag aner­ken­nend fest­stellt. „Als wir um 9 Uhr da waren, stan­den schon hei­ßer Kaf­fee und frisch gekoch­te Eier auf dem Tisch.“ Die Früh­stücks­gäs­te sind mit zwei Euro Spen­de dabei (Frei­tag zahl­te Lot­to). Im Haus leben noch vie­le Bewoh­ner, die berufs­tä­tig sind und kei­ne Zei­te haben.

 

Man­che zie­ren sich auch oder leben zurück­ge­zo­gen. „Wer nicht kommt, ist sel­ber schuld“, sagt Hoseas. Er ist mmer dabei,kommt nicht wegen Bröt­chen oder Nutel­la, son­dern wegen der Mög­lich­keit zum Reden. Finan­ziert wird der Nach­bar­schafts­treff von der Kreis­wohn­bau, die mit ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen in Bad Salz­detfurth und Gro­nau gute Erfah­run­gen gemacht hat. „Wir wol­len dazu bei­tra­gen, dass die Stadt zukunfts­fä­hig wird und die Lebens­qua­li­tät vor Ort erhal­ten bleibt“, sagt Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann.

 

Betreut wird der Treff von der Cari­tas. Jürg Pie­p­rek: „Das Pro­gramm hier soll vie­le Men­schen errei­chen“, man wol­le nicht so etwas wie einen rei­nen Senio­ren­treff. Pie­p­rek erhofft sich Anre­gun­gen für künf­ti­ge Akti­vi­tä­ten auch vom Tag der Offe­nen Tür am kom­men­den Frei­tag. Vor­trä­ge könn­te man anbie­ten, Dias oder Fil­me zei­gen, Aus­flü­ge und Wan­de­run­gen unter­neh­men, viel­leicht eine Haus­auf­ga­ben­hil­fe auf die Bei­ne stel­len.

 

Der Rah­men steht, nun hof­fen Cari­tas und Kreis­wohn­bau auf „bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment“ in dem Nach­bar­schafts­zen­trum. Wie das aus­se­hen kann, zeigt eine Epi­so­de am Ran­de des Früh­stücks. Auf dem Tisch ste­hen die Früh­stücks-Eier in wei­ßen Scha­len. Hol­ger Hoseas: „Wir könn­ten ein paar Eier­wär­mer gebrau­chen, wol­len wir sie selbst häkeln?“ Dar­auf mel­den sich gleich zwei Damen: „Wir haben zu Hau­se eine gan­ze Schub­la­de voll davon, alle gehä­kelt und mit Hühn­chen­köp­fen.“ Schon ist das Pro­blem gelöst.

 

Pres­se­mit­tei­lung der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­nen Zei­tung vom 23.08.2011

Veröffentlicht unter 2011

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