27. Juni 2016

Kreiswohnbau-Chef Kaufmann will noch mindestens bis 2023 bauen

Aufsichtsrat verlängert nach einem erfolgreichen Geschäftsbericht den Geschäftsführer-Vertrag vorzeitig

Kreiswohnbau-Chef Matthias Kaufmann will mindestens bis 2023 weiter bauen. Derzeit entsteht ein neuer Firmensitz im ehemaligen Kreishaus an der Kaiserstraße. Foto: Kaiser

Kreis­wohn­bau-Chef Mat­thi­as Kauf­mann will min­des­tens bis 2023 wei­ter bau­en. Der­zeit ent­steht ein neu­er Fir­men­sitz im ehe­ma­li­gen Kreis­haus an der Kai­ser­stra­ße. Foto: Kai­ser

Von Mari­ta Zim­mer­hof

HILDESHEIM. Es gab Zei­ten, da wur­den kom­mu­na­le Bau­ge­sell­schaft auf­ge­löst, weil man mein­te, der Woh­nungs­be­stand im Lan­de sei aus­rei­chend. Nun hät­ten die­se Kom­mu­nen Pro­ble­me, Struk­tu­ren für „seri­el­les Bau­en“ neu auf­zu­bau­en, sagt Mat­thi­as Kauf­mann. Die Kreis­wohn­bau blieb unan­ge­tas­tet – und dort hat der Geschäfts­füh­rer gera­de alle Hän­de voll zu tun. In der Kai­ser­stra­ße ent­steht für fünf Mil­lio­nen Euro Inves­ti­ti­ons­kos­ten die neue Fir­men­zen­tra­le im ehe­ma­li­gen Kreis­haus. Am 14. Juli soll Richt­fest gefei­ert wer­den, im März 2017 sol­len die Möbel­pa­cker zum Umzug kom­men.

 

Damit nicht genug: In der Elzer Haupt­stra­ße setzt die KWB ihr „Argen­tum“- Kon­zept fort und baut für sechs Mil­lio­nen Euro 19 Woh­nun­gen geho­be­ner Aus­stat­tung, die behin­der­ten- und senio­ren­ge­recht sind. Anfang 2018 sol­len sie bezugs­fer­tig sein. In Alger­mis­sen ent­ste­hen für vier Mil­lio­nen Euro 16 neue Woh­nun­gen mit ähn­li­cher Ziel­rich­tung auf dem Gelän­de des Land­han­dels Wir­ries. Hier sol­len im Herbst 2018 die ers­ten Mie­ter kom­men. Und schließ­lich will die KWB am Son­nen­kamp in Sar­stedt bis Herbst 2018 für vier Mil­lio­nen Euro elf Rei­hen­häu­ser errich­ten. Bereits abge­schlos­sen sind der Kai­ser­hof in Bad Salz­det­furth und die Feu­er­wa­che Meh­le, der Bau­be­triebs­hof in Sar­stedt soll im Juli fer­tig wer­den, der Umbau der Frei­herr-vom-Stein-Schu­le in Hil­des­heim für die Bedürf­nis­se der Volks­hoch­schu­le ist in Vor­be­rei­tung.

 

All die­ses zeigt: Die Kas­se der Bau­ge­sell­schaft ist gut gefüllt, der Bedarf an neu­em Wohn­raum ist da. Jähr­lich wüch­se Nie­der­sach­sen der­zeit um 100 000 Men­schen, die Hälf­te blei­be dau­er­haft – und die brauch­ten 20 000 Woh­nun­gen. Hin­zu kom­me, dass die Ansprü­che an Woh­nen gera­de im Alter im Umbruch sind. Vie­le möch­ten lie­ber die klei­ne Woh­nung mit Betreu­ung als ein Zim­mer im Heim.

 

Güns­ti­ges Geld beflü­gelt der­zeit die Bau­wirt­schaft. Was dazu geführt habe, dass die Bau­kos­ten in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren 50 Pro­zent stär­ker gestie­gen sei­en als der Ver­brau­cher­index. Auch wür­den gesetz­li­che Auf­la­gen immer ein­engen­der. Die KWG hat ihren Woh­nungs­be­stand durch­fors­tet, sich von unren­ta­blen Objek­ten getrennt. Nun ver­wal­tet sie 4131 Woh­nun­gen (plus 420 frem­de), 700 Gara­gen, 35 gewerb­li­che Objek­te vom Kiosk bis zur Schu­le. Bei einer Durch­schnitts­mie­te von rund fünf Euro ist die Kal­ku­la­ti­on im Lan­des­ver­gleich güns­tig.

 

Bei einer Bilanz­sum­me von 136 und einem Umsatz von 23,8 Mil­lio­nen Euro blieb ein Über­schuss von 2,7 Mil­lio­nen Euro (davon 600 000 Euro Ver­kaufs­er­lö­se), von denen zwei Mil­lio­nen zur Bau­erneue­rung in die Rück­la­ge flie­ßen. 268 000 Euro wer­den an die Gesell­schaf­ter als Vier-Pro­zent-Ren­di­te aus­ge­schüt­tet. Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Klaus Bru­er lob­te die Arbeit von Kauf­mann – und zer­streu­te Gerüch­te, Kauf­mann wol­le die KWG ver­las­sen. Im Gegen­teil: Sein Ver­trag wur­de gera­de vor­zei­tig um fünf Jah­re ver­län­gert. Bis Ende 2023 kann der 52- Jäh­ri­ge also auf jeden Fall wei­ter pla­nen und bau­en. Von jedem ein­ge­nom­me­nen Euro flie­ßen 40 Cent in den Bestand. Pro Qua­drat­me­ter sind das 25 Cent für den lang­fris­ti­gen Wert­erhalt.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 25. Juni 2016

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