02. Juli 2018

KWG plant Argentum für Bockenem

Einrichtung soll am Buchholzmarkt entstehen / Bis zu 20 barrierefreie Wohnungen und öffentliches Café

Am Buch­holz­markt will die Kreis­wohn­bau ein Argen­tum mit öffent­li­chem Café bau­en. FOTO: VOLLMER

Von Ulri­ke Kohrs

Bocke­nem. Mehr Leben auf dem Buch­holz­markt – das wünscht sich die Stadt Bocke­nem schon lan­ge. Doch die größ­ten­teils denk­mal­ge­schütz­te Kulis­se macht Ver­än­de­rung auf dem Are­al pro­ble­ma­tisch. Die Kreis­wohn­bau-Gesell­schaft (KWG) lässt sich davon nicht abschre­cken. Das Unter­neh­men will an dem zen­tra­len Platz inmit­ten der Stadt ein Argen­tum schaf­fen – ein Haus mit bis zu 20 bar­rie­re­frei­en Woh­nun­gen, einer Sozi­al­sta­ti­on und einem öffent­li­chen Café.

 

Wir sind aber erst ganz am Anfang unse­rer Pla­nun­gen“, erklärt KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann auf Nach­fra­ge der HAZ. In Bocke­nem hält die KWG mit rund 300 Woh­nun­gen einen ihrer größ­ten Wohn­be­stän­de. Den möch­te Kauf­mann ger­ne mit dem bar­rie­re­frei­en Ange­bot ver­voll­stän­di­gen – und damit auch gleich zwei Flie­gen mit einer Klap­pe schla­gen. „Das Argen­tum wür­de der Stadt die Mög­lich­keit bie­ten, Fami­li­en­ver­bän­de in der Stadt zu hal­ten“, sagt der Geschäfts­füh­rer. Auch wer bar­rie­re­frei woh­nen muss, auf Betreu­ung ange­wie­sen ist, kann in Bocke­nem blei­ben. Zum ande­ren wür­de das Argen­tum hel­fen, den Buch­holz­markt zu bele­ben – nicht zuletzt auch wegen des öffent­li­chen Cafés, das Kauf­mann in der Ein­rich­tung plant.

 

Bür­ger­meis­ter Rai­ner Block habe ihn schon vor einer gan­zen Wei­le um Hil­fe gebe­ten, bei der Ent­wick­lung des Buch­holz­mark­tes mit­zu­ma­chen. Bei Kauf­mann hat Block mit dem Wunsch offe­ne Türen ein­ge­lau­fen. „Ich sehe es auch als unse­ren Auf­trag an, die Orts­ker­ne zu stär­ken“, so Kauf­mann.

 

Kreis­weit setzt die KWG seit Jah­ren auf die Argen­tum-Model­le. In Sar­stedt hat die Wohn­bau­ge­sell­schaft einst das Ers­te in die­ser Rei­he gebaut. Allein in die­sem Jahr sol­len wei­te­re Häu­ser in Alger­mis­sen, Elze und Hol­le fer­tig wer­den. Auch im benach­bar­ten Bad Salz­det­furth gibt es längst ein Argen­tum. Damit hat die KWG die teils denk­mal­ge­schütz­te Immo­bi­lie des ehe­ma­li­gen Kai­ser­ho­fes geret­tet. In der Kur­stadt steht als nächs­tes Pro­jekt die Ein­rich­tung des neu­es Berg­bau­mu­se­ums und eines Kin­der­gar­tens in dem eben­falls denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de der Sali­ne an. Das The­ma Denk­mal­schutz schreckt Kauf­mann also in der Tat nicht ab. „Man muss sich aber im Kla­ren dar­über sein, dass es teu­rer wird“, weiß er aus Erfah­rung. Aber dann sei Neu­bau­stan­dard im alten Bestand mög­lich.

 

Für das Pro­jekt in Bocke­nem hofft die KWG auf Zuschüs­se. Kauf­mann erin­nert an das För­der­pro­gramm für die Stadt­sa­nie­rung, an dem Bocke­nem teil­nimmt. Aber auch eine Betei­li­gung der Stadt selbst setzt Kauf­mann vor­aus.

 

Auf eine bestimm­te Immo­bi­lie hat sich der Geschäfts­mann am Buch­holz­markt noch nicht fest­ge­legt. „Wir schau­en der­zeit, was mög­lich ist“, sagt er und ergänzt, „zu jedem Preis wer­den wir unse­re Plä­ne dort auch nicht umset­zen.“

 

Rai­ner Block hat­te den Stadt­rat in der ver­gan­ge­nen Sit­zung über die Plä­ne der KWG in Kennt­nis gesetzt. „Da liegt aber noch ein lan­ger Weg vor uns“, so der Ver­wal­tungs­chef. Er wür­de ein Argen­tum im „Her­zen der Stadt“ sehr begrü­ßen, weiß aber auch, „dass das sehr wohl eine Her­aus­for­de­rung wird.“

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 02. Juli 2018

Veröffentlicht unter 2018