24. Juni 2019

Ladenzeile Giebelstieg: Nahversorger lassen auf sich warten

Kreiswohnbau gewährt noch bis 30. Juni 25 Prozent Rabatt auf Gewerbemiete / Droht jetzt doch der Abriss?

Ein trost­lo­ser Anblick. ARCHIVFOTO: SEBASTIAN KNOPPIK

Von Vik­to­ria Hüb­ner

Sar­stedt. Im Febru­ar hat­te die Kreis­wohn­bau-Gesell­schaft (kwg) Nah­ver­sor­gern ein ver­lo­cken­des Ange­bot unter­brei­tet: 25 Pro­zent Rabatt auf die Gewer­be­mie­te für den­je­ni­gen, der ein Laden­lo­kal in der Löns­stra­ße mie­tet und so der mitt­ler­wei­le 60 Jah­re alten Laden­zei­le wie­der neu­es Leben ein­haucht (die HAZ berich­te­te). Noch bis zum 30. Juni steht die­ses Ange­bot. Doch die Reso­nanz ist bis­lang äußerst ver­hal­ten.„ Es gab ver­ein­zel­te Nach­fra­gen“, berich­tet Mila­no Wer­ner von der kwg. Die­se hät­ten aber nicht dem vor­ge­se­he­nen Kon­zept ent­spro­chen. Statt bei­spiels­wei­se Anfra­gen zur Ansied­lung eines Lebens­mit­tel­ge­schäfts habe es Inter­es­se von Büro­nut­zern gege­ben. Ob nun der Abriss der Laden­zei­le droht, kann Wer­ner zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht sagen: „Das ist noch völ­lig offen.“ Es kom­me jetzt auf die nächs­ten Wochen an.

 

Das Ange­bot, die Mie­ten für die Geschäf­te in der Laden­zei­le zu redu­zie­ren, gilt noch bis Ende die­ser Woche. Kon­kret heißt das: Künf­ti­ge Mie­ter sol­len über drei Jah­re den Rabatt von 25 Pro­zent erhal­ten. Dies gilt aller­dings nur für Nah­ver­sor­ger, also Schlach­ter, Bäcker, Lot­to-Geschäf­te, Fri­seu­re und ähn­li­che Geschäf­te, nicht jedoch für Mie­ter, die ein Laden­lo­kal als Büro oder Lager­flä­che nut­zen. Der­zeit lie­gen die Miet­prei­se für die 40 bis 100 Qua­drat­me­ter gro­ßen Laden­lo­ka­le zwi­schen 5 und 7 Euro. Bei der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung im Febru­ar wünsch­ten sich man­che Gie­bel­stie­ger unter ande­rem eine Apo­the­ke, ande­re einen Zeit­schrif­ten­la­den, eine Post­stel­le oder auch ein klei­nes Café.

 

Ob das Ange­bot von der kwg mög­li­cher­wei­se auch über den bevor­ste­hen­den Stich­tag hin­aus auf­recht­erhal­ten wer­den könn­te, dazu kann Wer­ner kei­ne Anga­ben machen. Das müs­se dann indi­vi­du­ell mit dem jewei­li­gen Ver­hand­lungs­part­ner aus­ge­macht wer­den.

 

"Wir sind aber weiterhin für alles offen."

Milano Werner Mitarbeiter der Kreiswohnbau (kwg)

 

Soll­te es nicht gelin­gen, neue Mie­ter zu fin­den, will die kwg die Laden­zei­le teil­wei­se oder kom­plett abrei­ßen las­sen. Im Gespräch waren sei­ner­zeit neue bar­rie­re­freie Woh­nun­gen. „Ja, es gibt Ideen, aber kein fer­ti­ges Kon­zept“, teilt Wer­ner mit. Von einer mög­li­chen Umset­zung sei man der­zeit noch weit weg. „Wir sind aber wei­ter­hin für alles offen“, schiebt Wer­ner hin­ter­her.

 

Ein Foto aus dem Jahr 1962: Da boom­te die Laden­zei­le in der Löns­stra­ße noch. FOTO: SARSTEDTER GESCHICHTSKREIS

Die Kreis­wohn­bau errich­te­te 1959 neben ihren damals neu­en Wohn­blocks die „Laden­stra­ße“ als Ein­kaufs­stra­ße. Flei­sche­rei, Super­markt, Haus­halts­wa­ren­la­den, Tabak- und Zeit­schrif­ten­ge­schäft, Kurz­wa­ren­han­del und Rei­ni­gung, Fri­seur, Schall­plat­ten­ge­schäft sowie die Gast­stät­te Gil­de-Eck sie­del­ten sich dort an. Spä­ter kamen ein Blu­men­ge­schäft, die Sar­stedt-Zen­tra­le der Kreis­wohn­bau und die Kol­ping- Klei­der­kam­mer dazu. Im Lau­fe der Zeit änder­te sich jedoch das Kauf­ver­hal­ten der Men­schen, vie­le Geschäfts­leu­te schaff­ten es nicht, sich zu eta­blie­ren. Heu­te hal­ten sich dort noch eine Fahr­schu­le und eine Pra­xis für medi­zi­ni­sche Fuß­pfle­ge. Mit der Gie­bel­stieg-Apo­the­ke, die im Novem­ber 2018 schloss, ver­schwand das letz­te Ein­zel­han­dels­ge­schäft in der Laden­zei­le.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung (Sar­sted­ter Anzei­ger), 24. Juni 2019

Veröffentlicht unter 2019

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