11. September 2015

Leben in einer lebendigen Innenstadt

Kreiswohnbau stellt Argentum-Vorhaben vor und wirbt um potenzielle Mieter / Sparkassen-Filiale und Arzt im Gebäude

Ein „Meilenstein“ in Richtung attraktiver Innenstadt „Es gibt im Leben eines Bürgermeisters nur wenige Highlights“, weiß Elzes Stadtoberhaupt Rolf Pfeiffer (rechts) aus Erfahrung. Wenn in Elze einmal die Grundsteinlegung zum Millionen-Vorhaben „Argentum“ der Kreiswohnbau um Geschäftsführer Matthias Kaufmann erfolgen sollte, ist dies sicher eines. Gemeinsam stellten sie das geplante Großprojekt gestern vor.

Ein „Mei­len­stein“ in Rich­tung attrak­ti­ver Innen­stadt
„Es gibt im Leben eines Bür­ger­meis­ters nur weni­ge High­lights“, weiß Elzes Stadt­ober­haupt Rolf Pfeif­fer (rechts) aus Erfah­rung. Wenn in Elze ein­mal die Grund­stein­le­gung zum Mil­lio­nen-Vor­ha­ben „Argen­tum“ der Kreis­wohn­bau um Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann erfol­gen soll­te, ist dies sicher eines. Gemein­sam stell­ten sie das geplan­te Groß­pro­jekt ges­tern vor.

Von Sven Appel

ELZE. Elzes Innen­stadt soll attrak­ti­ver wer­den, auch in Zukunft noch leben­dig und lebens­wert sein. „Im Rah­men der Städ­te­bau­för­de­rung sind wir viel unter­wegs. Aber dafür brau­chen wir auch Part­ner“, sag­te Elzes Stadt­ober­haupt Rolf Pfeif­fer. Erst Recht, wenn es um rie­si­ge Inves­ti­tio­nen und „zukunfts­wei­sen­de“ Groß­pro­jek­te geht. Denn ein sol­ches sei das geplan­te Argen­tum in Elze.

 

Ent­spre­chend erfreut zeig­te sich Pfeif­fer bei der Vor­stel­lung des Argen­tum-Kon­zep­tes ges­tern dar­über, mit der Kreis­wohn­bau Hil­des­heim (KWG) einen „ver­läss­li­chen“ Part­ner mit im Boot zu haben, der dazu bei­tra­gen möch­te, dass „Elze im Kern Attrak­ti­vi­tät behält bezie­hungs­wei­se wie­der­ge­winnt“, wie es KWG-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann gegen­über den Elzern Rats­frak­ti­ons­vor­sit­zen­den for­mu­lier­te.

 

In Elzes Innenstadt, an der Königsberger Straße Ecke Hauptstraße, soll auf einem rund 2 200 Quadratmeter großen Grundstück das Argentummit rund 2 800 Quadratmetern Geschossfläche entstehen. Neben „Komfortwohnen“ und einem sozialen Angebot sollen auch gewerbliche Dienstleister, so etwa die Sparkasse, zum Leben in der Innenstadt beitragen. Foto: Appel

In Elzes Innen­stadt, an der Königs­ber­ger Stra­ße Ecke Haupt­stra­ße, soll auf einem rund 2 200 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück das Argen­tum­mit rund 2 800 Qua­drat­me­tern Geschoss­flä­che ent­ste­hen. Neben „Kom­fort­woh­nen“ und einem sozia­len Ange­bot sol­len auch gewerb­li­che Dienst­leis­ter, so etwa die Spar­kas­se, zum Leben in der Innen­stadt bei­tra­gen. Foto: Appel

Ein gro­ßer Bau­stein zur „Revi­ta­li­sie­rung“ der Innen­stadt ist rund sechs Mil­lio­nen Euro schwer und soll womög­lich schon ab 2017 an der Königs­ber­ger Stra­ße, Ecke Haupt­stra­ße, ste­hen: das Argen­tum in Elze. Das Argen­tum-Kon­zept sei ein „Kern­pro­dukt, dass in eine Kom­mu­ne wie Elze passt“ und zen­trum­na­hes Woh­nen ermög­li­che, erläu­ter­te Kauf­mann. Geplant ist eine Ser­vice- Wohn­an­la­ge mit 17 Zwei- und Drei­zim­mer-Woh­nun­gen in den Grö­ßen von 60 bis 100 Qua­drat­me­tern Wohn­flä­che. Bar­rie­re­frei­heit, Ser­vice und Kom­fort sol­len eben­so selbst­ver­ständ­lich sein, wie ein Bal­kon bezie­hungs­wei­se eine Ter­ras­se zu jeder Woh­nung. „Neu­zeit­li­che Archi­tek­tur, hohe Bedie­ner­freund­lich­keit und Bar­rie­re­frei­heit“ wür­den die Woh­nun­gen prä­gen, erläu­ter­te Kauf­mann. Ergänzt wer­den soll das Ange­bot durch einen gro­ßen Gemein­schafts­be­reich, womög­lich mit inte­grier­ter Ein­bau­kü­che und Koch­in­sel, als zen­tra­len Treff­punkt der Anla­ge, der als Nach­bar­schafts­treff genau­so wie für pri­va­te Fei­ern der Bewoh­ner genutzt wer­den kann. Eine Park­ga­ra­ge, die zum Teil im Hang „ver­schwin­det“, voll­endet den Bau.

 

Ein zwei­ter wesent­li­cher Part des Argen­tums sei das Sozi­al­kon­zept, das „siche­res Woh­nen“ und das Zusam­men­brin­gen von Men­schen glei­cher­ma­ßen beinhal­te. Als Ser­vice­part­ner ist der Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund (ASB) vor­ge­se­hen, der neben sei­nem Ser­vice­dienst­leis­tun­gen auch eine Tages­pfle­ge inte­grie­ren möch­te. Vom selbst­stän­di­gen Leben in den eige­nen vier Wän­den, unter­stützt durch ambu­lan­te Betreu­ung, als „Gegen­an­ge­bot zum Alten­heim“, sprach Mar­kus Dolat­ka, Geschäfts­füh­rer des ASB-Kreis­ver­ban­des Hil­des­heim/Ha­meln-Pyr­mont.

 

Doch der Aspekt „Woh­nen“ allein wür­de wohl kaum aus­rei­chen, um Men­schen in die Innen­stadt zu locken. Ent­spre­chend hat die Kreis­wohn­bau gewerb­li­che Part­ner mit ins Boot geholt. So hat sich die Spar­kas­se lang­fris­tig ein­ge­mie­tet. Das Geld­in­sti­tut wür­de die Elzer Filia­le in den Neu­bau ver­le­gen. „Wir wol­len wei­ter­hin dau­er­hauft und nach­hal­tig hier ver­tre­ten sein. Die Flä­chen von frü­her brau­chen wir heu­te nicht mehr“, begrün­det Mark Zim­mer­mann von der Spar­kas­se Hil­des­heim.

 

Wer will einziehen?

 

Einer bes­se­ren ärzt­li­chen Ver­sor­gung in Elze sei man ein gutes Stück näher­ge­kom­men, sag­te Bür­ger­meis­ter Rolf Pfeif­fer mit Blick auf den zwei­ten gro­ßen Mie­ter. Die Heli­os-Grup­pe erwarb einen Arzt­sitz in Elze und möch­te ein medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum in den Gewer­be­flä­chen im Gebäu­de­erd­ge­schoss eta­blie­ren. „Ich gehe davon aus, dass der eine oder ande­re Arzt noch hin­zu­kommt“, so Pfeif­fer. Ein Fri­seur­la­den hat sich die letz­te freie Gewer­be­flä­che gesi­chert.

 

Wann ist nun mit Bau­be­ginn zu rech­nen? Wenn alles glatt geht, könn­ten bereits im Früh­jahr Bag­ger anrol­len und der Bau „rea­lis­tisch Ende 2017 fer­tig sein“, so Kauf­mann. Nach­dem die Vor­pla­nung wei­test­ge­hend abge­schlos­sen sei, sei ein Fra­ge­zei­chen noch zu klä­ren: „Jetzt ist es wich­tig, zu wis­sen, wie groß das Inter­es­se in Elze ist“, rühr­te Kauf­mann die Wer­be­trom­mel dafür, dass sich Inter­es­sen­ten an die Kreis­wohn­bau wen­den mögen. Denn nur, wenn der ent­spre­chen­de Bedarf vor­han­den ist, wird für den Bau grü­nes Licht gege­ben. „Wir bräuch­ten etwa 30 Inter­es­sen­ten“, sag­te der Geschäfts­füh­rer auf­grund der „Fluktuations“-Erfahrungen. Die pri­mä­re Ziel­grup­pe für die Woh­nun­gen mit einer Kalt­mie­te von 500 bis 800 Euro sei der Mensch im fort­ge­schrit­te­nen Alter, der mög­li­cher­wei­se nicht mehr in der Lage ist, das gro­ße Grund­stück und Haus in Schuss zu hal­ten. Aber auch jeder ande­re Inter­es­sent sei will­kom­men. Ins­be­son­de­re im Fokus stün­den Bür­ger der Ein­heits­ge­mein­de. „Gut 80 Pro­zent der Kun­den kom­men aus der eige­nen Gemein­de“, ver­weist Kauf­mann auf die Erfah­run­gen aus Sar­stedt und Bad Salz­det­furth. Kauf­manns Fazit: „Wir suchen Leu­te, die ein­zie­hen wol­len.“

 

Dass in Elze durch­aus Inter­es­se vor­han­den sei, wuss­te SPD-Frak­ti­ons­chef Wer­ner Jüne­mann aus zahl­rei­chen Gesprä­chen als Vor­sit­zen­der des Elzer AWO-Orts­ver­eins zu berich­ten. „Ich appel­lie­re an alle, sich früh­zei­tig für einen sol­chen Schritt zu ent­schei­den und will gern behilf­lich sein“, so Jüne­mann. Ein Appell, dem sich Bür­ger­meis­ter Rolf Pfeif­fer, der auf wei­te­re Syn­er­gie­ef­fek­te durch den Neu­bau hofft, nur all­zu gern anschloss. Stets vor Augen: Eine Elzer Innen­stadt, in der es sich (nicht nur im Alter) gut leben lässt.

 

Was ist eigentlich ein Argentum?

Argentum ist ein Service-Wohnkonzept mit moderner Architektur, Bedienerfreundlichkeit und Barrierefreiheit sowie einem guten sozialen Angebot in stets zentraler Ortslage. So beschreibt die Kreiswohnbau Hildesheim das Konzept. Zu den Dienstleistungsangeboten zählen beispielsweise Einkaufsdienste, Fahrdienste oder Menüservice. Argentum sei als eine Reaktion auf den demografischen Wandel und die sich vielfach verändernden Marktverhältnisse zu verstehen. Mit der Produktlinie sei der Kreiswohnbau ein Konzept geglückt, das „intelligente Steuerung von Haus- und Wohntechnik mit Umweltschutz und Energieeffizienz sowie mit Barrierefreiheit und unterschiedlich großem Wohnraumbedarf verschmelzen lässt“. Mittlerweile konnte das kommunale Wohnungsunternehmen bereits drei Argentum-Häuser etablieren. So die Mietwohnungsanlagen Argentum Am Ried in Sarstedt und Argentum Kaiserhof in Bad Salzdetfurth mit jeweils 25 beziehungsweise 19 Mietwohnungen sowie das Argentum Liegnitzer Straße in Sarstedt mit 23 Eigentumswohnungen. Bei den Bauten werde die Auszeichnung des Qualitätssiegels für sicheres Wohnen vom Niedersächsischen Sozialministeriums angestrebt, das dem Pilotprojekt Argentum Am Ried in Sarstedt auch jüngst verliehen wurde.

 

Quel­le: Lei­ne-Deis­ter-Zei­tung, 11. Sep­tem­ber 2015

Veröffentlicht unter 2015