22. November 2019

Mehr Platz für Kindergartenkinder

Ist ein Anbau am Kindergarten in Hoheneggelsen die richtige Lösung? Architekt Ralf Oelkers präsentiert im Fachausschuss Entwürfe und spricht über die Machbarkeit

Von Andrea Hem­pen

Feldbergen/Söhlde. Der Bedarf an Kin­der­gar­ten­plät­zen in Söhl­de steigt wei­ter. „Bis­lang ist es uns noch gelun­gen, alle Kin­der unter­zu­brin­gen“, sag­te Doris Thiel, Fach­be­reichs­lei­te­rin, im Söhl­der Schul-, Sozi­al- und Jugend­aus­schuss am Mitt­woch. Doch neue Plät­ze wer­den drin­gend gebraucht. Wäre ein Anbau an den Kin­der­gar­ten in Hohen­eg­gel­sen mach­bar? Böte er eine lang­fris­ti­ge Lösung für die Platz­pro­ble­me? Mit die­sen Fra­gen soll­te sich die Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim aus­ein­an­der­set­zen.

 

Ralf Oel­kers, Archi­tekt bei der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim, prä­sen­tier­te im Dorf­ge­mein­schafts­haus Feld­ber­gen die Ergeb­nis­se sei­ner Arbeit. Der Fach­mann nahm ver­schie­de­ne Vari­an­ten unter die Lupe. Ein 250 Qua­drat­me­ter gro­ßer Anbau an die West­sei­te des Kin­der­gar­tens sei mög­lich, so Oel­kers. Er böte einer inte­gra­ti­ven Grup­pe Platz. Zudem müss­ten in dem Bau auch Küche, Abstell­räu­me und Per­so­nal­be­reich unter­ge­bracht wer­den, weil die­se Räu­me im Bestands­ge­bäu­de nicht mehr den gesetz­li­chen Vor­ga­ben ent­spre­chen.

 

Das Kin­der­gar­ten­are­al ist groß. Die 90 Mäd­chen und Jun­gen, die in vier Grup­pen betreut wer­den, haben viel Platz zum Spie­len. Das Grund­stück ist sogar so groß, dass im hin­te­ren Bereich noch ein Neu­bau Platz hät­te. Oel­kers nahm auch die­se Vari­an­te unter die Lupe. Der Platz für einen zwei- und sogar für einen drei­grup­pi­gen Kin­der­gar­ten wäre da. Aller­dings wür­de das Gebäu­de ein 65 Meter lan­ger Weg von­ein­an­der tren­nen. Die Kos­ten für den Anbau lägen bei 685 000 Euro, ein Neu­bau für zwei Grup­pen auf dem Gelän­de wür­de etwa 1,115 Mil­lio­nen Euro kos­ten. „Wir emp­feh­len Ihnen einen Anbau“, sag­te Oel­kers. Die ande­ren Vari­an­ten erach­tet die KWG nicht als gut, schon allein um das Frei­ge­län­de für die Kin­der zu erhal­ten. Außer­dem rate die KWG davon ab, auf einem Gelän­de zwei Kin­der­gär­ten unter zwei Trä­ger­schaf­ten zu betrei­ben.

 

Doris Thiel erklär­te, dass die Gemein­de mehr Plät­ze für Kin­der bräuch­te, als der geplan­te Anbau böte. Außer­dem erin­ner­te sie dar­an, dass an die angren­zen­de Grund­schu­le wahr­schein­lich auch noch ange­baut wer­den müss­te. Ihre per­sön­li­che Mei­nung sei, an ande­rer Stel­le einen drei­grup­pi­gen Kin­der­gar­ten zu bau­en, der Erwei­te­rungs­mög­lich­kei­ten bie­te.

 

Jür­gen Man­del (Grü­ne) erkun­dig­te sich, wie groß ein geeig­ne­tes Grund­stück sein müss­te. „Für vier Grup­pen bräuch­te man 2500 Qua­drat­me­ter“, so Oel­kers. Caro­la Nit­sche woll­te wis­sen, wie lan­ge die Bau­zeit für einen Anbau wäre und ob der Kin­der­gar­ten­be­trieb in der Zeit wei­ter­lau­fen könn­te. Für die Pla­nung rech­net Oel­kers ein hal­bes Jahr, für den Bau etwa sie­ben Mona­te. In der Zeit gebe es zwar Lärm und Dreck, der Betrieb lau­fe aber wei­ter.

 

Ein­stim­mig brach­te der Aus­schuss ein soge­nann­tes Inter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren auf den Weg. So kann die Gemein­de in Erfah­rung brin­gen, wel­cher Trä­ger Inter­es­se hät­te, die Lei­tung einer neu­en Kita in der Gemein­de zu über­neh­men.

 

Ein­stim­ming sprach sich der Aus­schuss für den Kauf von Möbeln für die Grund­schu­len in Söhl­de und in Nett­lin­gen aus.

 

KOMMENTAR

Von Andrea Hem­pen

Es geht auch anders

Gewöhn­lich fal­len die poli­ti­schen Gre­mi­en in Söhl­de eher nega­tiv auf. Doch dass in Söhl­de auch ange­neh­me Sit­zun­gen in kon­struk­ti­ver Atmo­sphä­re mög­lich sind, stell­te ein­mal mehr der Aus­schuss für Jugend, Schu­le, Bil­dung und Sozia­les unter Beweis. Das Gre­mi­um unter dem Vor­sitz von Tho­mas Bruns arbei­te­te am Mitt­woch unauf­ge­regt und sach­lich die Tages­ord­nung ab. Es wur­den Fra­gen gestellt und sicher waren etwa beim The­ma Kin­der­gar­ten­neu- oder Anbau nicht alle Aus­schuss­mit­glie­der einer Mei­nung. Den­noch gab es kei­ne Sti­che­lei­en oder Pro­vo­ka­tio­nen wie so oft bei Sit­zun­gen der Gemein­de­ver­tre­ter. Wäre schön, wenn die­ser Aus­schuss als Vor­bild für die wei­te­re Zusam­men­ar­beit in Söhl­de die­nen wür­de.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 22. Novem­ber 2019

Veröffentlicht unter 2019