08. September 2016

Mehrheit will Museum im Salinengebäude unterbringen

Doch Anwohner und Arbeitskreis üben weiter Kritik an der Lösung / Stadtrat hat das letzte Wort

von Ulri­ke Kohrs

BAD SALZDETFURTH. Der Bau­aus­schuss hat ein deut­li­ches Zei­chen gesetzt: Ein­stim­mig hat sich das Gre­mi­um dafür aus­ge­spro­chen, das Muse­um ins Sali­nen­haus umzie­hen zu las­sen. Ein­zig Fre­dy Kös­ter (Grü­ne) ent­hielt sich bei der Abstim­mung. Aber nicht, weil er als Mit­ar­bei­ter des Muse­ums­krei­ses von dem The­ma per­sön­lich betrof­fen ist, son­dern weil er Beden­ken hat: Zwar wür­de die mög­li­che Aus­stel­lungs­flä­che in dem denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­de wohl rei­chen, nicht aber der Lager­platz.

 

Bau­amts­lei­ter Hans-Joa­chim Kam­row­ski stell­te zu Beginn der Sit­zung noch ein­mal alle Vari­an­ten für die Zukunft des Muse­ums vor (die HAZ berich­te­te). Nach Prü­fung aller Mög­lich­kei­ten emp­feh­le die Ver­wal­tung dem Stadt­rat das Sali­nen­haus als neu­en Stand­ort. Das wol­le die Kreis­wohn­bau kau­fen, sanie­ren und im Erd­ge­schoss für das Muse­um aus­bau­en. Im Ober­ge­schoss könn­ten Woh­nun­gen ent­ste­hen. Außer­dem bie­te das Gebäu­de Platz für einen neu­en Kin­der­gar­ten mit 50 Plät­zen. Und für Kam­row­ski fal­le noch ein wei­te­res Argu­ment in die Waag­scha­le: Das Haus sei prä­gend für den Ort, habe eine His­to­rie und kön­ne so vor dem wei­te­ren Ver­fall geret­tet wer­den. Außer­dem erin­ner­te er an den von Bür­gern for­mu­lier­ten Wunsch im Pro­jekt „Kon­se­quent in die Zukunft“. Die wün­schen sich ein Salz­er­leb­nis­muse­um mit The­men­park. Mit Gra­dier­wer­ken, Kur­park und der in Kür­ze ent­ste­hen­den Salz­grot­te sei­en dort bes­te Vor­aus­set­zun­gen dafür gege­ben. „Im Prin­zip sind wir dem Stand­ort gegen­über auch gar nicht abge­neigt“, erklär­te Fre­dy Kös­ter. Doch er weh­re sich gegen die Aus­sa­ge, der Vor­schlag des Muse­ums­krei­ses, das Erd­ge­schoss im bis­he­ri­gen Gebäu­de für die öffent­li­che Nut­zung, die ande­ren Stock­wer­ke als Lager aus­zu­bau­en, sei nicht ziel­füh­rend. Wäre der Arbeits­kreis wie bespro­chen in die Pla­nun­gen enger ein­ge­bun­den wor­den, hät­te auch die neu­es­te Ver­si­on des Vor­schlags berück­sich­tigt wer­den kön­nen. So sei die gar nicht erst beach­tet wor­den, monier­te Kös­ter. Kri­tik am neu­en Stand­ort gab es auch von Zuhö­rern. Tho­mas Seid­ler, Anwoh­ner der Sali­nen­stra­ße und frei­er Archi­tekt, erklär­te, die Stadt neh­me sich damit die Mög­lich­keit, in dem Gebäu­de ein kul­tu­rel­les Ver­an­stal­tungs­zen­trum anzu­sie­deln. Zudem bemän­gel­te er, dass die Öffent­lich­keit bei dem The­ma zu wenig ein­ge­bun­den und ihr bei­spiels­wei­se kein Raum­kon­zept vor­ge­stellt wor­den sei. Nach­ba­rin Uta Möl­ler woll­te wis­sen, war­um es denn schon wie­der die Kreis­wohn­bau sein und ob kei­ne Aus­schrei­bung erfol­gen müs­se? „Das Gebäu­de ist in Pri­vat­be­sitz und gehört der Gil­de, die kann ihr Eigen­tum ver­kau­fen, an wen sie will“, so Kam­row­ski. In Rich­tung Seid­ler ent­geg­ne­te er, dass kein Inves­tor für ein Ver­an­stal­tungs­zen­trum in Sicht sei und ein Muse­um ja wohl auch Kul­tur sei. Zur Fra­ge nach der Zukunft des jet­zi­gen Muse­ums­ge­bäu­des erklär­te der Bau­amts­lei­ter: „Die ist noch unklar. Ich per­sön­li­che gehe aber davon aus, dass es zum Ver­kauf kommt.“ Bei den Poli­ti­kern gab es kei­ne Beden­ken gegen den Ver­wal­tungs­vor­schlag. „Ich freue mich für das Muse­um, dass es offen­bar zu der aller­bes­ten Lösung kommt, die es über­haupt geben kann“, erklär­te Karl-Heinz Kla­ges (CDU). „Wenn dort alles schick gestal­tet ist, kann man künf­tig viel­leicht sogar Ein­tritts­geld von den Besu­chern neh­men“, so Kla­ges. 2018 soll das Haus bezugs­fer­tig sein. Bis dahin kann das Muse­um vor­aus­sicht­lich unter Berück­sich­ti­gung eini­ger Auf­la­gen am bis­he­ri­gen Stand­ort wie­der öff­nen. Das letz­te Wort hat nun der Stadt­rat in sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag, 29. Sep­tem­ber.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 08. Sep­tem­ber 2016

Veröffentlicht unter 2016