01. September 2011

Mietpreise im Südkreis ziehen teilweise an

Überraschende Erkenntnisse bei Kreiswohnbau-Bilanz / Rekordumsatz und mehr Gewinn / Kein weiterer Personalabbau

Kreis Hil­des­heim (abu). Der Süd­kreis ver­liert seit Jah­ren Ein­woh­ner – und Demo­gra­fen zufol­ge geht das auch in den kom­men­den Jah­ren so wei­ter. Immer mehr Eigen­tü­mer wol­len süd­lich des Hil­des­hei­mer Wal­des ihre Immo­bi­li­en los­wer­den, prompt sin­ken die Prei­se. Doch auf dem Woh­nungs­markt schlägt sich die­ser seit Jah­ren anhal­ten­de Trend nicht nie­der. Im Gegen­teil: Der Grund­stücks­be­richt 2010/2011 weist in vie­len Süd­kreis- Kom­mu­nen sogar stei­gen­de Miet­prei­se aus. Bei­spiels­wei­se für Alfeld, wo Woh­nun­gen zwi­schen 61 und 90 Qua­drat­me­tern neu­er­dings sogar mehr kos­ten als in der Kreis­stadt Hil­des­heim.

Wohnungen der Kreiswohnbau

So ver­tei­len sich die Woh­nun­gen (WE) der Kreis­wohn­bau im Land­kreis. Die 37 Ein­hei­ten in Rhü­den (Land­kreis Gos­lar) hat sie in die­sem Jahr ver­kauft.

 

Über­ra­schen­de Zah­len, die die Kreis­wohn­bau GmbH in ihrem aktu­el­len Geschäfts­be­richt auf­führt. Und von denen sie pro­fi­tiert. „Wir konn­ten unse­ren Leer­stand im Ver­gleich zum Vor­jahr erneut sen­ken, von 8,1 auf 6,5 Pro­zent“, freut sich Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Das sei nicht zuletzt Erfol­gen im Raum Alfeld zu ver­dan­ken, der im Vor­jahr noch als Sor­gen­kind des Unter­neh­mens galt. „Alfeld ist offen­bar wei­ter ein Bal­lungs­zen­trum, Leu­te suchen dort Woh­nun­gen“, stellt Kauf­mann fest. Sein Unter­neh­men wie­der­um inves­tie­re dort in die­sem Jahr gezielt, moder­ni­sie­re vie­le Woh­nun­gen und neh­me des­halb auch etwas­mehr Mie­te. Eine Stra­te­gie, die sich offen­bar aus­zahlt. Stei­gen­de Qua­drat­me­ter-Preis weist die Unter­su­chung auch für Bocke­nem und Gro­nau aus. In Sar­stedt hin­ge­gen, dem wich­tigs­ten Kreis­wohn­bau- Stand­ort, sind die Mie­ten im Schnitt gesun­ken, obwohl die Nach­fra­ge zumin­dest bei der Kreis­wohn­bau noch ein­mal gestie­gen sind. Aller­dings flie­ßen nicht nur die Zah­len die­ser Gesell­schaft in den Grund­stücks­be­richt ein, son­dern auch die ande­rer Woh­nungs­bau-Gesell­schaf­ten und pri­va­ter Ver­mie­ter.

 

Kauf­mann kann es egal sein: Sein Unter­neh­men weist in sei­ner Bilanz 2010 erneut bes­se­re Zah­len aus als im Jahr davor. Mit 20,3 Mil­lio­nen Euro erziel­te die Kreis­wohn­bau den höchs­ten Umsatz ihrer Geschich­te, mit 899000 Euro stei­ger­te sie auch den Jah­res­über­schuss noch ein­mal um 70000 Euro. Und dass, obwohl sie laut Kauf­mann rund 7 Mil­lio­nen Euro in Instand­hal­tung und Moder­ni­sie­rung (ener­ge­ti­schen und sons­ti­ge Moder­ni­sie­run­gen, ins­be­son­de­re Bad­mo­der­ni­sie­run­gen) ihrer ins­ge­samt gut 4300 Woh­nun­gen steck­te.

 

Aus­lö­ser dafür war – neben der bes­se­ren Ver­mie­tung – auch der wei­te­re leich­te Per­so­nal­ab­bau. „Wir haben aber nie­man­dem gekün­digt“, betont Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Statt­des­sen sei­en Mit­ar­bei­ter etwas frü­her in den Ruhe­stand gegan­gen oder wären zu ande­ren Arbeit­ge­bern gewech­selt. Zugleich ver­si­cher­te er gemein­sam mit dem nach 20 Jah­ren schei­den­den Auf­sichts­rats-Vor­sit­zen­den Har­ry Dilß­ner, wei­te­re Stel­len wür­den nicht abge­baut.

 

Ab sofort erset­zen wir jeden, der geht“, beton­te Kauf­mann. Das Unter­neh­men habe jetzt jene Mit­ar­bei­ter­zahl erreicht, die es sich nach der Fusi­on von Kreis­wohn­bau Hil­des­heim und Kreis­wohn­bau Alfeld zum Ziel gesetzt habe. „Gegen­über der Zeit vor der Fusi­on haben wir die Per­so­nal­kos­ten um 0,5 Mil­li­on Euro gesenkt“, erklärt er.

 

Die­se Sum­me erhö­he aber nicht in ers­ter Linie den Gewinn. „Was frei wird, fließt unter ande­rem in Inves­ti­tio­nen“, ver­si­chert Kauf­mann. Außer­dem darf sich der Fis­kus noch auf eini­ges Geld vom Kreis­wohn­bau-Kon­to freu­en. Weil das Hil­des­hei­mer Unter­neh­men bei der Fusi­on recht­lich gese­hen die Immo­bi­li­en der Alfel­der über­nahm, wird eine Grund­er­werbs­steu­er von 1,5 Mil­lio­nen Euro fäl­lig. Was aller­dings kei­ne Über­ra­schung ist, wie Kauf­mann auf Nach­fra­ge lachend ver­si­chert: „Dafür haben wir natür­lich Rück­stel­lun­gen gebil­det.“

 

Bei einem ande­ren The­ma ist ihm weni­ger nach Lachen zumu­te. In Sachen För­de­rung der Gebäu­de­sa­nie­rung „muss man sich schon fra­gen, was die Bun­des­re­gie­rung will“, grum­melt Kauf­mann. „Man soll­te dort mehr in der Brei­te agie­ren als Leucht­tür­me oder Ein­zel­pro­jek­te zuun­ter­stüt­zen.“ Sein­Bei­spiel: Ein Mehr­fa­mi­li­en­haus aus den 50er- oder 60er- Jah­ren ver­brau­che Wär­me­en­er­gie von umge­rech­net 25 bis 30 Liter Heiz­öl pro Qua­drat­me­ter.

 

Beim Wohn­haus sei­en heu­te drei bis sechs Liter Neu­bau-Stan­dard. „Wenn man also gro­ße Ver­mie­ter stär­ker unter­stüt­zen wür­de, könn­te man bei den Men­gen an Wohn­raum­ei­nen viel grö­ße­ren gesamt­wirt­schaft­li­chen Effekt erzie­len“, wirbt er um Unter­stüt­zung.

 

Den­noch inves­tie­re das Unter­neh­men in Sachen Sanie­rung viel mehr als gro­ße Gesell­schaf­ten wie Gag­fah oder Anning­ton, rech­net er vor. Auf 27 Euro pro Qua­drat­me­ter Inves­ti­ti­on kom­me die Kreis­wohn­bau, „bei der gbg ist es wohl ähn­lich“. Die „Gro­ßen“ bräch­ten es ledig­lich auf 10 Euro.

 

Pres­se­mit­tei­lung der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­nen Zei­tung vom 30.08.2011

Veröffentlicht unter 2011

Sehr geehrte Kunden,

aufgrund des Corona-Virus und der empfohlenen Schutzmaßnahmen ist unser Betrieb leider für Besucher geschlossen. Mit dieser Maßnahme möchten wir Sie und unsere MitarbeiterInnen schützen.
In dringenden Fällen erreichen Sie uns während unserer Geschäftszeiten telefonisch unter 05121/976-0, per Mail oder nach telefonischer Terminvereinbarung.
Ihre persönlichen Ansprechpartner erreichen Sie wie gewohnt unter den bekannten Kontaktdaten.
Wir danken für Ihr Verständnis. Bitte bleiben Sie gesund!
Ihre