08. Dezember 2016

Neue Bleibe für den Bauhof

Offizielle Einweihung: 2000 Quadratmeter großer Komplex in der Lise-Meitner-Straße kostet 3,5 Millionen Euro

Der neue Bau­hof der Stadt Sar­stedt bie­tet viel Platz und ein moder­nes Ambi­en­te. Foto: Hart­mann

Von Vik­to­ria Hüb­ner

Sar­stedt. Im All­tag hat er sich schon bewährt, am Diens­tag­abend über­gab Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke den neu­en Bau­hof in der Lise-Meit­ner-Stra­ße nun offi­zi­ell sei­ner Bestim­mung. Rund 3,5 Mil­lio­nen Euro ließ sich die Stadt den moder­nen Kom­plex in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zur Feu­er­wehr kos­ten. Knapp 80 gela­de­ne Gäs­te aus dem öffent­li­chen Leben waren zur Ein­wei­hung gekom­men, um das mehr als 2000 Qua­drat­me­ter gro­ße neue Zuhau­se des Bau­hof-Teams zu inspi­zie­ren.

 

In den Hal­len des Städ­ti­schen Bau­hofs ist jetzt aus­rei­chend Platz für die­se und wei­te­re Kom­mu­nal­fahr­zeu­ge. Fotos (3): Hüb­ner

In der Ver­gan­gen­heit dräng­ten sich Mensch und Mate­ri­al auf einem 5600 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück in der Bleek­stra­ße – ein Ensem­ble aus zwei alten aus­ge­bau­ten Scheu­nen und einem Werk­statt­ge­bäu­de, teils offen und recht zügig. Und ener­ge­tisch gese­hen ein Kos­ten­fres­ser. Oder wie es Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke aus­drückt: „Platz eins auf der Lis­te der sanie­rungs­be­dürf­ti­gen Gebäu­de der Stadt.“ 2012 lan­de­te es auf Anhieb an der Spit­ze des Kli­ma­schutz-Teil­kon­zep­tes. Rat und Ver­wal­tung ent­schie­den sich für einen radi­ka­len Schnitt – einen Neu­bau im Indus­trie­ge­biet Im Kir­chen­fel­de. „Alles ande­re wäre nur Flick­werk gewe­sen“, betont Bren­ne­cke.

 

Das knapp 12 000 Qua­drat­me­ter gro­ße Are­al am Ende der Lise-Meit­ner-Stra­ße gehört der Stadt, war zum dama­li­gen Zeit­punkt bereits voll erschlos­sen. Ab März 2014 ging es dann Schlag auf Schlag: Die Gesell­schaft für kom­mu­na­le Immo­bi­li­en (GKHi) star­te­te im Auf­trag der Stadt mit den ers­ten Unter­su­chun­gen und Vor­pla­nun­gen, deren Ergeb­nis­se im Herbst durch die Aus­schüs­se gin­gen. Von der Poli­tik abge­seg­net, mach­te sich die GKHi schließ­lich an die Gesamt­pla­nung. Mit einem soge­nann­ten Gene­ral­über­neh­mer­ver­trag in der Tasche obla­gen dem kom­mu­na­len Bau­trä­ger zugleich Pla­nung und Aus­füh­rung. Ver­ein­bar­ter Fest­preis: 2 975 000 Euro. Als Part­ner hol­te er das Archi­tek­tur­bü­ro Zin­gel aus Hil­des­heim mit ins Boot.

 

Bau­be­ginn war der 1. Juni 2015. Ein Jahr bis zur plan­mä­ßi­gen Fer­tig­stel­lung avi­sier­ten alle Betei­lig­ten, was auch bei­na­he geklappt hät­te. Denn einen klei­nen Wer­muts­trop­fen gab es dann doch noch zum Schluss, berich­tet Bren­ne­cke. Beim Anbrin­gen der Fuß­leis­ten traf einer der Hand­wer­ker ziem­lich prä­zi­se ein Hei­zungs­rohr. Der dadurch ent­stan­de­ne Was­ser­scha­den ver­zö­ger­te die Inbe­trieb­nah­me um Wochen. Im Som­mer war das Pro­jekt dann aber im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „in tro­cke­nen Tüchern“. Ins­ge­samt, resü­miert Mat­thi­as Kauf­mann, der den Bau sowohl als Pro­ku­rist der GKHi als auch als Geschäfts­füh­rer der Kreis­wohn­bau (Pro­jekt­steue­rung) beglei­tet hat­te, habe er von der Bau­stel­le in all der Zeit nicht viel gehört. „Das ist immer ein gutes Zei­chen“ – und in heu­ti­ger Zeit nicht selbst­ver­ständ­lich. Auch der ver­ein­bar­te Fest­preis konn­te – mit einer gut zwei­pro­zen­ti­gen Abwei­chung nach oben – rea­li­siert wer­den.

 

Mit der neu­en Hebe­büh­ne kön­nen die Mit­ar­bei­ter des Bau­hofs nun ihre Fahr­zeu­ge in Eigen­re­gie repa­rie­ren und war­ten. Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke und GKHi-Pro­ku­rist Mat­thi­as Kauf­mann über­ge­ben Betriebs­hof­lei­ter Albert Panusch (links) den sym­bo­li­schen Schlüs­sel für den Kom­plex. Foto: Hüb­ner

Und so steht der neue Bau­hof da: Auf mehr als 2000 Qua­drat­me­tern Grund­flä­che fin­den Werk­stät­ten, Büros, Sozi­al­räu­me, Lager und eine Hal­le für die 20 Fahr­zeu­ge und Maschi­nen Platz. Um den Fuhr­park kann sich das Bau­hof-Team nun mit­tels einer Hebe­büh­ne – aus­ge­legt für ein Gewicht bis 12,5 Ton­nen – und einem Außen­wasch­platz in Eigen­re­gie küm­mern. Für die Wasch­an­la­ge wird in einer Zis­ter­ne gesam­mel­tes Regen­was­ser genutzt, berich­tet Archi­tekt Jür­gen Engel­ke. Der mas­siv errich­te­te Ver­wal­tungs- und Sozi­al­trakt besteht aus einem Poren­be­ton­mau­er­werk und Wär­me­ver­bund­sys­tem, geheizt über Luft­was­ser (Gas-Absorp­ti­ons­wär­me­pum­pe). Auch die stäh­ler­nen Fer­tig­teil­wän­de von Fahr­zeug­hal­le, Lager und Werk­stät­ten sind wär­me­ge­dämmt. Dort sor­gen Heiz­kör­per oder Umluft­de­cken­luf­t­er­hit­zer für erträg­li­che Tem­pe­ra­tu­ren. In den Sani­tär­räu­men für Män­ner ste­hen nun sechs statt bis­lang einer Dusche parat. Alles bar­rie­re­frei. Fragt man Bau­hof­lei­ter Albert Panusch, was ihm bes­ser als frü­her gefällt, lau­tet die kur­ze Ant­wort: „Ein­fach alles.“

 

Rund 3,5 Mil­lio­nen Euro hat der neue Bau­hof gekos­tet – inklu­si­ve Pla­nungs- und Neben­kos­ten sowie Aus­stat­tung. „Eine ordent­li­che Sum­me für eine Stadt wie Sar­stedt“, beton­te Bren­ne­cke. Doch wenn man beden­ke, dass von den Mit­ar­bei­tern dort so maß­geb­lich das Gesicht der Stadt beein­flusst wer­de, eine gute Inves­ti­ti­on.

 

Was mit dem alten Bau­hof-Stand­ort an der Bleek­stra­ße pas­siert, bleibt abzu­war­ten. Fest steht nur, dass „das Are­al für inner­städ­ti­sche Bedürf­nis­se frei wird“, sagt Bren­ne­cke. Pro­blem: Das Grund­stück liegt im Über­schwem­mungs­ge­biet.

 

Das leis­tet das Team:

29 fest­an­ge­stell­te Män­ner und Frau­en plus neun – zu Spit­zen­zei­ten zwölf – Sai­son­kräf­te betreu­en eine Grund­flä­che von 540 000 Qua­drat­me­tern inklu­si­ve 10 000 Bäu­men, mehr als 60 Spiel- und Bolz­plät­ze, 13 Kin­der­gär­ten, acht Feu­er­weh­ren, fünf Dorf­ge­mein­schafts­häu­ser, vier städ­ti­sche Fried­hö­fe, zwei Grund­schu­len, das Rat­haus sowie das Inner­s­te­bad. 365 öffent­li­che Papier­kör­be müs­sen die Mit­ar­bei­ter lee­ren, dazu kom­men Win­ter­dienst und Aus­bes­se­run­gen der öffent­li­chen Geh­we­ge. „Der Bau­hof ist das Mäd­chen für alles und ers­ter Ansprech­part­ner, wenn es ’mal eben etwas zu machen’ gibt“, sagt Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung — Sar­sted­ter Anzei­ger — 08. Dezem­ber 2016

 

Son­der­ver­öf­fent­li­chung am 08. Dezem­ber 2016 in der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­nen Zei­tung

Ein moder­ner Stand­ort für viel­fäl­ti­ge Auf­ga­ben

 

Ein lang­ge­heg­ter Wunsch ist in die­ser Woche in Erfül­lung gegan­gen: Der Bau­hof ist in sei­ne neu­en Räu­me im Kir­chen­fel­de umge­zo­gen. Das Are­al wur­de bei einer Fei­er­stun­de offi­zi­ell sei­ner neu­en Bestim­mung über­ge­ben. Auf dem etwa 12 000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Are­al ist seit Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res der neue Bau­hof mit einer Grund­flä­che von 2000 Qua­drat­me­tern für Werk­stät­ten, Büros, Sozi­al­räu­me, Fahr­zeug­hal­le und Lager­be­rei­che ent­stan­den. Bis­lang war der städ­ti­sche Bau­hof auf einem 5600 Qua­drat­me­ter gro­ßen Gelän­de in der Innen­stadt unter­ge­bracht. Die­ses Are­al kann nun ander­wei­tig, etwa für eine Wohn­be­bau­ung, ver­wen­det wer­den.

 

Bereits 2012 war das alte Bau­hof- Gebäu­de als das sanie­rungs­be­dürf­tigs­te aller städ­ti­schen Lie­gen­schaf­ten ein­ge­schätzt wor­den. Schnell war klar: Hier muss etwas gesche­hen. Bei der Suche nach einem neu­en Heim für den Bau­hof stieß die Stadt­ver­wal­tung auf das stadt­ei­ge­ne, voll erschlos­se­ne Grund­stück an der Lise-Meit­ner-Stra­ße. Mit dem Bau des neu­en Bau­hofs wur­de die Gesell­schaft für kom­mu­na­le Immo­bi­li­en (GKHi) beauf­tragt, an der die Stadt Sar­stedt Antei­le hält.

 

Die Arbei­ten began­nen im Som­mer 2015. Nach gut einem Jahr waren die Bau­ar­bei­ten abge­schlos­sen. Ins­ge­samt hat das Pro­jekt inklu­si­ve aller Pla­nungs- und Neben­kos­ten 3,5 Mil­lio­nen Euro gekos­tet. „Die Abstim­mung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Ver­wal­tung, GKHi und dem Archi­tek­tur­bü­ro Zin­gel aus Hil­des­heim ver­lief gut und ver­trau­ens­voll“, freut sich Moni­ka Kochel, Bau­amts­lei­te­rin bei der Stadt Sar­stedt. „Auch der Bau­ab­lauf war rei­bungs­los.“

 

Mit­hil­fe der neu­en tech­ni­schen Anla­gen kön­nen vie­le Arbei­ten an Fahr­zeu­gen des städ­ti­schen Fuhr­parks in Eigen­re­gie erle­digt wer­den.

Auf dem städ­ti­schen Bau­hof arbei­ten 29 Mit­ar­bei­ter und neun Sai­son­kräf­te. Neben dem neu­en Gebäu­de kön­nen auf den Hebe­büh­nen und Außen­wasch­plät­zen noch die rund 20 Fahr­zeu­ge des städ­ti­schen Fuhr­parks in Eigen­re­gie unter­hal­ten und instand­ge­hal­ten wer­den. Zudem ver­fügt die Stadt über diver­se Arbeits­ma­schi­nen wie Tre­cker, Schlep­per und Groß­raum­mä­her. Die Mit­ar­bei­ter des Bau­hofs haben in der Stadt viel­fäl­ti­ge Auf­ga­ben zu erle­di­gen. Schließ­lich sind sie für den Erhalt von 50 städ­ti­schen Lie­gen­schaf­ten zustän­dig, davon fünf Dorf­ge­mein­schafts­häu­ser, acht Feu­er­weh­ha­ren, 13 Kin­der­gär­ten, zwei Grund­schu­len sowie das Rat­haus und das Inner­s­te­bad. An den Gebäu­den und Grund­stü­cken erle­di­gen die Bau­hof-Mit­ar­bei­ter Mau­rer-, Tisch­ler-, Maler-, Flie­sen-, Tro­cken­bau-, Sani­tär- und Tief­bau­ar­bei­ten.

 

Zudem pfle­gen sie die öffent­li­chen Grün­flä­chen mit einer Flä­che von 540 000 Qua­drat­me­tern und 10 000 Bäu­men sowie die vier städ­ti­schen Fried­hö­fe und die mehr als 60 Spiel- und Bolz­plät­ze. Außer­dem lee­ren sie die etwa 365 öffent­li­chen Papier­kör­be und hal­ten im Win­ter Stra­ßen und Wege eis- und schnee­frei.

 

Veröffentlicht unter 2016