12. Mai 2017

Neue Nischen für Wohnprojekte

Drei Bauvorhaben für die Innenstadt im Ortsrat vorgestellt

Von Wieb­ke Barth

Hil­des­heim. Im Michae­lis­vier­tel sol­len mehr Woh­nun­gen ent­ste­hen: Mat­thi­as Kauf­mann hat in dop­pel­ter Funk­ti­on als Geschäfts­füh­rer sowohl der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (KWG) als auch der Gesell­schaft Pro­jekt­bau dem Orts­rat Stadt­mit­te / Neu­stadt zwei Bau­vor­ha­ben im Quar­tier vor­ge­stellt. Ein drit­tes Pro­jekt ist am Lan­ge­li­ni­en­wall geplant.

 

▶ Neben der Volkshochschule:

Die Gesell­schaft Pro­jekt­bau hat­te sich aus Kreis­wohn­bau und Gemein­nüt­zi­ger Bau­ge­sell­schaft gebil­det, um gemein­sam die Sanie­rung des Volks­hoch­schul­ge­bäu­des am Pfaf­fen­stieg anzu­ge­hen. Nun sol­len in direk­ter Nach­bar­schaft der VHS zwei Gebäu­de mit ins­ge­samt 25 Woh­nun­gen ent­ste­hen. Ob zur Mie­te oder als Eigen­tums­woh­nun­gen steht Kauf­mann zufol­ge noch nicht fest. Die Pro­jekt­bau hat bean­tragt, einen Bebau­ungs­plan für das Gelän­de hin­ter der VHS zu erstel­len. Dort befan­den sich der Schul­hof und ein Schul­gar­ten. Zur­zeit sei das Grund­stück unge­nutzt, so Kauf­mann. Ver­sie­gelt sei die Flä­che aber auch jetzt schon. Die Bau­ge­sell­schaft plant dort zwei Gebäu­de, zwei-, drei- und teil­wei­se vier­ge­schos­sig, die aber dank ihres Flach­da­ches nied­ri­ger als die Bebau­ung rund­her­um blei­ben sol­len. Das Vor­ha­ben sei wegen der Nähe zu Michae­lis­kir­che und Dom mit der Denk­mal­pfle­ge abge­stimmt. Von der Burg­stra­ße aus dia­go­nal bis zur Stra­ße Alter Markt ist ein Fuß­weg geplant, der an den neu­en Wohn­ge­bäu­den ent­lang­führt. Für die­se Ver­bin­dung kön­nen im Pro­gramm Stadt­um­bau West För­der­gel­der bean­tragt wer­den. Auf der Sei­te zur Burg­stra­ße sol­len außer­dem auf zwei Ebe­nen Park­plät­ze ent­ste­hen. Zusätz­lich zu den 44 gefor­der­ten Plät­zen für die VHS und den Park­plät­zen für die künf­ti­gen Haus­be­woh­ner wären dort vor­aus­sicht­lich noch Stell­plät­ze für ande­re Nut­zer frei, sagt Kauf­mann.

 

▶ An der Mühlenstraße:

Wo sich jetzt noch Grün hin­un­ter zur Inners­te neigt, ist im Hin­ter­land der Müh­len­stra­ße eines der Wohn­pro­jek­te geplant, die freie Flä­chen im Stadt­ge­biet nut­zen sol­len. FOTO: WEDIG

Gegen­über der Mag­da­le­nen­kir­che an der Müh­len­stra­ße beab­sich­tigt die Kreis­wohn­bau, bar­rie­re­freie Eigen­tums­woh­nun­gen zu errich­ten. Auf dem Grund­stück neben dem Fuß­weg zur Bischofs­müh­le steht bis­her ein unge­nutz­tes ehe­ma­li­ges Pfarr­haus der Mag­da­le­nen­ge­mein­de. Das Haus soll abge­ris­sen wer­den und Platz machen für zwei mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Gebäu­de; ein klei­ne­res zur Stra­ße hin, ein grö­ße­res zur Inners­te hin. Dafür ist eine Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes not­wen­dig. Soll­ten die Anträ­ge wie gewünscht geneh­migt wer­den, rech­net die KWG damit, im April 2018 mit dem Bau zu begin­nen. Geplant sei­en in zwei Geschos­sen plus Dach­ge­schoss zwölf bar­rie­re­freie Eigen­tums­woh­nun­gen, 65 bis 140 Qua­drat­me­ter groß, erläu­tert Kauf­mann. Der Kauf­preis wer­de zwi­schen 3000 und 4000 Euro pro Qua­drat­me­ter lie­gen. Der grö­ße­re Bau tre­te etwas von der Inners­te zurück, um von der Damm­stra­ße wei­ter­hin den Blick zum Mag­da­le­nen­klos­ter zu ermög­li­chen. Zum Fluss hin sol­len die Woh­nun­gen Log­gi­en erhal­ten. Für jede Woh­nung steht in einer Tief­ga­ra­ge je ein Stell­platz zur Ver­fü­gung. Kauf­mann erin­ner­te dar­an, dass die Aus­nut­zung frei­er Flä­chen im Stadt­ge­biet dem Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept ent­spre­che. Rita Krü­ger (Lin­ke) kri­ti­sier­te dage­gen, mehr Ein­woh­ner bedeu­te­ten auch mehr Autos in der Innen­stadt und damit mehr Belas­tung durch Lärm und Abga­se.

 

▶ Am Lan­ge­li­ni­en­wall:

Eine Kom­bi­na­ti­on von betreu­tem Woh­nen und Tages­pfle­ge plant der Kreis­ver­band Hil­des­heim des Deut­schen Roten Kreu­zes zusam­men mit der DRK­Schwes­tern­schaft am Lan­ge­li­ni­en­wall. Die Schwes­tern­schaft hat­te dort ein Alten­heim betrie­ben, das im ver­gan­ge­nen Jahr geschlos­sen wur­de. Wegen erfor­der­li­cher Inves­ti­tio­nen vor allem für den Brand­schutz sei die Fort­füh­rung des Hei­mes nicht mehr wirt­schaft­lich gewe­sen, so DRK-Kreis­ge­schäfts­füh­rer Kars­ten Ber­lin­ecke. Er stell­te das gemein­sa­me Pro­jekt zusam­men mit Archi­tekt Mat­thi­as Jung vor. Das bestehen­de Gebäu­de am Lan­ge­li­ni­en­wall soll erhal­ten und saniert wer­den und bekommt einen ein­ge­schos­si­gen Anbau. Ein dahin­ter lie­gen­der Gebäu­de­trakt dage­gen wird abge­ris­sen und weicht einem Neu­bau. So soll Raum ent­ste­hen für die Tages­pfle­ge mit eige­nem Ein­gang sowie 22 betreu­te Zwei- bis Drei-Zim­mer-Woh­nun­gen, jeweils 60 bis 80 Qua­drat­me­ter groß, dazu Gemein­schafts­raum und Küche. Der Fuß­weg Rich­tung Dom und Muse­um bleibt unbe­rührt. Bau­be­ginn könn­te in vier bis sechs Wochen sein, so Archi­tekt Jung, eine Bau­ge­neh­mi­gung liegt bereits vor. Er rech­ne mit 14 Mona­ten Bau­zeit.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 12. Mai 2017

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