23. Dezember 2019

Sanierer retten alten Nordstemmer Hof

Herzstück des Argentum-Projekts ist der Erhalt eines Bauernhauses aus dem Jahr 1841 / Bagger richten den Boden für weitere Arbeiten in der Ortsmitte her

Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Mai erklärt die Arbei­ten auf der Bau­stel­le in Nordstem­men. Foto: Alex­an­der Raths

Von Alex­an­der Raths

Nordstem­men. Die Bal­ken sind morsch, die Fas­sa­de ist ver­wit­tert, das Fach­werk stark ange­grif­fen – die alte Hof­stel­le sieht her­un­ter­ge­kom­men aus. Das Herz­stück des Argen­tum-Pro­jekts in Nordstem­men muss geret­tet wer­den – da gibt es für Ste­fan Mai kein Wenn und Aber.

 

Der Pro­jekt­lei­ter der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (kwg) küm­mert sich um das Bau­vor­ha­ben. Eines, das bis 2021 das Orts­bild stark ver­än­dern wird. In Sicht­wei­te von Schloss Mari­en­burg soll ein neu­es Domi­zil für vor allem älte­re Men­schen ent­ste­hen. Der­zeit gibt es 45 Inter­es­sen­ten, die spä­ter in dem Argen­tum woh­nen wol­len. Doch vor­her sind die Sanie­rer am Werk. Zunächst soll der Bau­ern­hof von 1841 erneu­ert wer­den.

 

Dies ver­fol­gen vie­le in Nordstem­men mit Inter­es­se. „Die Bür­ger sehen, dass etwas geschieht und kön­nen es kaum erwar­ten dass die eigent­li­che Bau­pha­se beginnt“, so Orts­bür­ger­meis­ter Bern­hard Fle­gel. „Mit dem Argen­tum ent­steht eine sehr gute Wohn­la­ge im Her­zen von Nordstem­men.“

 

Nun aber erst die Sanie­rung der Hof­stel­le. Zim­mer­leu­te unter­su­chen dazu das Gebälk. Ist es völ­lig maro­de? Was kann man erhal­ten? Wel­che Wand muss raus? „Wir müs­sen sehen, dass es uns nicht zusam­men­klappt“, sagt Pro­jekt­lei­ter Mai mit Blick auf das Haus, an dem immer noch ein Schrift­zug auf einem Bal­ken über dem Ein­gang prangt, der auf Hein­rich und Loui­se Ewald hin­weist. Das Ehe­paar leb­te einst in dem Gebäu­de mit der Wen­del­trep­pe. Man wähnt sich dort bis heu­te mit­ten drin in der Hei­mat­ge­schich­te.

 

Zwei Stock­wer­ke und ein Dach­ge­schoss – so groß ist das Haus: viel zu tun also für die Sanie­rer. Bis zum Som­mer, schätzt Mai, dürf­ten sie ihre Arbeit been­den. In einem Fach­werk­bau ohne dia­go­na­le Bal­ken. Eine Beson­der­heit, wie Mai weiß.

 

Er wird froh sein, wenn er den Arbeits­berg irgend­wann bewäl­tigt hat. Denn ohne die Hof­stel­le, in der es künf­tig ein Lokal geben soll, ist das Argen­tum kaum denk­bar. Für das gan­ze Pro­jekt inves­tiert die kwg 4,6 Mil­lio­nen Euro.

 

Geplant sind in dem drei­ge­schos­si­gen Kom­plex bar­rie­re­freie Woh­nun­gen mit Bal­ko­nen oder Ter­ras­sen. 14 wer­den mit zwei Zim­mern aus­ge­stat­tet, sechs mit drei. Zudem soll jede Ein­heit einen Park­platz bekom­men. Die Mie­te beträgt pro Qua­drat­me­ter zwi­schen acht und neun Euro. Die Woh­nun­gen sind zwi­schen 60 und 90 Qua­drat­me­ter groß.

 

Den Boden für das Ensem­ble sol­len in den kom­men­den Tagen die Bag­ger berei­ten. Buch­stäb­lich. Nach dem Abriss der alten Gärt­ne­rei rich­ten die Maschi­nen den Unter­grund für wei­te­re Arbei­ten her.

 

Die wer­den die Nordstem­mer noch lan­ge beob­ach­ten. Im April 2021 soll das Argen­tum fer­tig sein. In Sar­stedt, Elze, Alger­mis­sen und Bad Salz­det­furth betreibt die kwg bereits Argen­tum-Häu­ser. Aktu­ell wird in Hol­le gebaut. Ein wei­te­rer Stand­ort ist zudem in Schel­ler­ten geplant.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 23. Dezem­ber 2019

Veröffentlicht unter 2019