30. April 2018

Volkshochschule: Altes Gebäude mit dem Standard eines Neubaus

Herz­lich will­kom­men! VHS-Che­fin Mar­git­ta Rudolph freut sich auf vie­le Besu­cher im kom­plett sanier­ten Gebäu­de am Pfaf­fen­stieg. Fotos: May­en

Mit einem ambi­tio­nier­ten Ziel war Dr. Mar­git­ta Rudolph vor fünf Jah­ren als VHS-Che­fin ange­tre­ten. Sie woll­te alle Ange­bo­te der Volks­hoch­schu­le in Hil­des­heim an einem Stand­ort bün­deln. Die­ses Ziel hat sie jetzt erreicht. Vor­ges­tern wur­de das kom­plett sanier­te und umge­bau­te Gebäu­de an der Ecke Pfaf­fen­stieg zur Burg­stra­ße über­ge­ben. Zur Volks­hoch­schu­le gehö­ren jetzt auch die Räu­me der frü­he­ren Frei­herr­vom- Stein-Schu­le. Künf­tig kön­nen die Kun­den der Volks­hoch­schu­le auf 4200 Qua­drat­me­tern das Ange­bot der VHS nut­zen.

 

Rea­li­siert wur­den Sanie­rung und Umbau des Gebäu­des von der Pro­jekt­bau Hil­des­heim oHG, einer gemein­sa­men Toch­ter der Kreis­wohn­bau-Gesell­schaft (kwg) und der Gemein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft (gbg). Das Unter­neh­men hat das Gebäu­de gekauft, saniert und ver­mie­tet es nun an die Volks­hoch­schu­le. Begon­nen haben die Arbei­ten im Sep­tem­ber 2016. Bis auf eini­ge Rest­ar­bei­ten ist das Bau­vor­ha­ben in die­ser Woche abge­schlos­sen wor­den.

 

Der Umbau war für alle Betei­lig­ten eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. „Wir haben das Gebäu­de wäh­rend des lau­fen­den Betriebs umge­baut. Zudem haben wir es zum Teil mit 100 Jah­re alter Bau­sub­stanz zu tun gehabt“, erklärt Ralf Oel­kers, der für die Pro­jekt­bau den Neu­bau und das Pro­jekt­ma­nage­ment steu­ert. Es muss­ten für die jewei­li­gen Kur­se Aus­weich­quar­tie­re bereit­ge­stellt wer­den, die Arbei­ten selbst konn­ten nur klein­tei­lig in den unge­nutz­ten Räu­men aus­ge­führt wer­den. Ralf Oel­kers: „Das war ein aus­ge­spro­chen kom­ple­xes Bau­vor­ha­ben.“ Einen Groß­teil der inves­tier­ten vier Mil­lio­nen Euro bekom­men die künf­ti­gen Nut­zer dabei kaum zu sehen, weil das Geld in den Brand­schutz und die Elek­tro­in­stal­la­tio­nen geflos­sen ist.

 

Die ers­ten Semi­na­re haben in der ver­gan­ge­nen Woche schon im erst­mals aus­ge­bau­ten Dach­ge­schoss statt­ge­fun­den.

Die Vor­tei­le, die das neue zen­tra­le VHS-Gebäu­de Kun­den und Mit­ar­bei­tern brin­gen wird, las­sen sich kaum alle auf­zäh­len. Wich­tig ist vor allem die gute Erreich­bar­keit. Mar­git­ta Rudolph: „Alle Bus­li­ni­en lie­gen vor der Tür. Die Kun­den müs­sen zudem nicht mehr nach­gu­cken, in wel­cher der Außen­stel­len ihr Kur­sus statt­fin­det.“ Die ehe­ma­li­gen Außen­stel­len an Stein­gru­be, Water­loo­stra­ße und Goe­the­stra­ße sind inzwi­schen geschlos­sen. Ledig­lich drei klei­ne Räu­me an der Kreuz­stra­ße wer­den noch genutzt, solan­ge die Nach­fra­ge nach Sprach- und Inte­gra­ti­ons­kur­sen für Flücht­lin­ge so hoch ist. Auch der Trans­port von Mate­ri­al und Tech­nik zwi­schen den Filia­len war immer sehr auf­wen­dig und zeit­in­ten­siv.

 

Das Gebäu­de am Pfaf­fen­stieg hat auch eine imma­te­ri­el­le, aber den­noch wich­ti­ge Funk­ti­on. Mar­git­ta Rudolph: „Die VHS gewinnt durch das zen­tra­le Gebäu­de an Iden­ti­tät.“ Und so setzt die VHS für die Zukunft auf drei Säu­len. „Bil­dung bleibt zwar die wich­tigs­te Auf­ga­be, aber die VHS soll auch ein Treff­punkt für Men­schen wer­den und ihnen Betei­li­gung am gesell­schaft­li­chen Leben ermög­li­chen.“ Bil­dung – Bera­tung – Betei­li­gung, lau­ten so auch die wich­ti­gen Bau­stei­ne einer moder­nen Volks­hoch­schu­le.

 

Mar­git­ta Rudolph mit einem Smart­board, das man beschrei­ben und gleich­zei­tig mit Medi­en aus dem Inter­net bestü­cken kann.

Das neue Gebäu­de ist kom­plett W-Lan-fähig und bie­tet so vie­le neue Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten in den Kur­sen. Künf­tig soll es auch mehr Ange­bo­te im Inter­net geben, um auch Men­schen in den Außen­be­rei­chen des Land­krei­ses zu errei­chen und den Lebens­wert in die­sen struk­tur­schwa­chen Berei­chen zu ver­bes­sern. Damit nimmt die VHS auch eine wich­ti­ge Auf­ga­be ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wan­dels wahr, was eben­so für die VHS-Außen­stel­len in Alfeld sowie in Sar­stedt gilt. Zudem arbei­tet bei der VHS eine Regio­nal­be­auf­trag­te, die sich die Bedarfs­la­ge in der Regi­on anschaut und auch für klei­ne­re Ort­schaf­ten maß­ge­schnei­der­te Ange­bo­te zusam­men­stellt.

 

Neu in der Volks­hoch­schu­le sind ein Gesund­heits­zen­trum und das Schü­ler­for­schungs­zen­trum Explo­re, das die VHS zusam­men mit der Wirt­schafts­fö­de­rungs­ge­sell­schaft Hi-Reg im Mint-Lab, einem Labor für Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik, betreibt. „Hier wird es Ange­bo­te von der Kita bis zur Ober­stu­fe geben“, sagt Mar­git­ta Rudolph, „die Kin­der und Jugend­li­chen kön­nen ihre Ide­en ein­brin­gen und umset­zen. Wir wol­len hier vor allem die Krea­ti­vi­tät der jun­gen Men­schen för­dern.“

 

Für das Cafe.Kom hat Mar­git­ta Rudolph wei­te­re Plä­ne: „Wir wol­len das Cafe.Kom öff­nen und einen gro­ßen Begeg­nungs­raum ein­rich­ten. Dort wol­len wir Begeg­nung geschickt insze­nie­ren.“ Dort soll Raum für Bür­ger­initia­ti­ven, Stamm­ti­sche, Spra­chen­ti­sche, eine Com­pu­ter­ecke sowie Rück­zugs­or­te ein­ge­rich­tet wer­den. Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für die VHS war zudem der Zuzug von Flücht­lin­gen. „Das haben wir aber gut gemeis­tert“, sagt Mar­git­ta Rudolph. So dau­ert es in der Regi­on Hil­des­heim maxi­mal vier Wochen, bis ein Flücht­ling in einem Sprach­kur­sus sitzt. Zudem hat die VHS den inter­kul­tu­rel­len Kur­sus „Glo­ba­les Ler­nen“ mit The­men wie Wer­te und Nor­men, Rechts­sys­tem und All­tags­ma­nage­ment als Begleit­kur­sus zu den Sprach­kur­sen. „Vie­le sind mit dem Wil­len her­ge­kom­men, hier Fuß zu fas­sen.“ apm

 

Quel­le: Son­der­ver­öf­fent­li­chung der Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 28. April 2018

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