21. Januar 2019

Welches Geheimnis birgt die Kemenate am Alten Markt?

Auf dem Grund­stück der Grund­schu­le Alter Markt befin­det sich die Keme­na­te, deren Kel­ler geöff­net wer­den soll. FOTO: JULIA MORAS

Von Chris­ti­an Har­b­orth

Hil­des­heim. Die Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (KWG) will ein Geheim­nis am Alten Markt lüf­ten, das sich seit Jahr­zehn­ten wort­wört­lich unter Ver­schluss befand. Auf dem Are­al der Grund­schu­le Alter Markt befin­det sich eine his­to­ri­sche Keme­na­te aus Sand­stein, die von der KWG) als neu­er Eigen­tü­me­rin der­zeit nach Vor­ga­ben des Denk­mal­schut­zes saniert wird.

 

Die Keme­na­te selbst ist für die Fach­leu­te kein all­zu gro­ßes Geheim­nis mehr. Mit ihr haben sich schon vie­le Exper­ten beschäf­tigt. Zum Bei­spiel der HAWK-Stu­dent Phil­ipp Brand, der im Jahr 2009 Keme­na­ten in ganz Hil­des­heim für sei­ne Abschluss­ar­beit unter­such­te und den Bau vom Alten Markt zu sei­nem Schwer­punkt mach­te (die HAZ berich­te­te).

 

Bei Pro­be­boh­run­gen haben Arbei­ter im Dezem­ber 2018 aber fest­ge­stellt, dass sich unter dem stei­ner­nen Hin­ter­haus, das ursprüng­lich zum soge­nann­ten „Zep­pen­feldt­schen Hof“ gehör­te, ein wei­test­ge­hend intak­ter Kel­ler­raum befin­det. Bis­her ist nicht klar, in wel­chem Zustand er sich kon­kret befin­det und was die Arbei­ter sonst noch in dem Jahr­zehn­te ver­schlos­se­nen Raum vor­fin­den wer­den. Bis­her gibt es nur das Loch, durch das man einen Blick ins Inne­re wer­fen kann. Der Kel­ler ist seit 1963 nicht mehr zugäng­lich. Die KWG will das Geheim­nis aber in der nächs­ten Woche lüf­ten. Zudem soll es dann Infor­ma­tio­nen dazu geben, wie es rund um das his­to­ri­sche Bau­werk wei­ter­ge­hen soll.

 

Eine Keme­na­te ist ein mas­si­ver, beheiz­ba­rer Stein­bau, der meist im hin­te­ren Bereich einer Hof­an­la­ge stand. Die ursprüng­li­che Nut­zung mit dem nicht mehr erhal­te­nen Fach­werk­ober­ge­schoss wird die eines geho­be­nen Wohn­raums gewe­sen sein und dien­te wohl auch zur Ver­wah­rung von wert­vol­lem Hab und Gut. Es war also ein klei­nes beheiz­ba­res Hin­ter­haus für wohl­ha­ben­de Fami­li­en.

 

Das Beson­de­re der Keme­na­te neben der Grund­schu­le ist die Innen­scha­le aus Back­stein. Wäh­rend die Außen­haut aus Sand­stein in Bruch­stein­mau­er­werk besteht, des­sen zeit­li­che Ent­ste­hung noch unge­klärt ist, kann die Back­stei­nin­nen­scha­le in die Zeit der Renais­sance oder des Früh­ba­rock datiert wer­den, also in das 16. und 17. Jahr­hun­dert. Zur glei­chen Zeit erhielt das Gebäu­de drei Fens­ter mit mas­si­ven Sand­stein­ge­wän­den.

 

Im Jahr 1945 wur­de die Keme­na­te bei einem Bom­ben­an­griff stark beschä­digt. An der Fär­bung der Sand­stei­ne ist erkenn­bar, dass die gesam­te Keme­na­te im Feu­er stand.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 19. Janu­ar 2019

Veröffentlicht unter 2019

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