23. März 2017

Wohnidee auf Wachstumskurs

Die Kreiswohnbau schafft neuen Raum für die Generation 60 plus: Nach Bad Salzdetfurth, Sarstedt, Elze jetzt auch in Holle und Algermissen - Immer mehr Argentum-Standorte im Landkreis

Von Andrea Hem­pen

Kreis Hil­des­heim. Die Kreis­wohn­bau baut in Hol­le eine Argen­tum-Wohn­an­la­ge für Men­schen ab 60 Jah­ren. Mit­ten im Ort ent­ste­hen 18 bar­rie­re­freie Woh­nun­gen. Ähn­li­che Ange­bo­te hält die Kreis­wohn­bau in Sar­stedt und Bad Salz­det­furth vor. In Elze wird der­zeit gebaut, in Alger­mis­sen geht es im Früh­jahr los, in Hol­le soll das Argen­tum Ende 2018 fer­tig sein, die Kos­ten belau­fen sich auf etwa 4 Mil­lio­nen Euro.

 

Woh­nen ist das Geschäft der Kreis­wohn­bau (KWG). „Und das dif­fe­ren­ziert sich immer mehr“, erklärt Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Es fan­ge mit jun­gen Men­schen und deren ers­ter Woh­nung an und ende beim Woh­nen im Alter. „Frü­her gab es auch schon Alten­woh­nun­gen“, erklärt Kauf­mann. Die unter­schie­den sich von ande­ren Objek­ten meist nur in der Grö­ße. Die Argen­tum-Woh­nun­gen der KWG sind bau­lich für älte­re Men­schen aus­ge­rich­tet, zudem kön­nen die Mie­ter benö­tig­te Hil­fe dazu buchen. Von 2012 bis 2018 wird die KWG ins­ge­samt 125 Argen­tum-Wohn­ein­hei­ten im Land­kreis geschaf­fen haben.

 

Ziel des kreis­ei­ge­nen Unter­neh­mens sei zudem, dass die Men­schen in ihren Gemein­den woh­nen blei­ben. Als Stand­ort kom­men aber nur Orte infra­ge, die auch eine Infra­struk­tur haben. Wie Hol­le. „Wir haben geschaut, wel­che Ser­vice-Wohn­an­ge­bo­te es gibt und wie die Alters­struk­tur ist“, berich­tet Kauf­mann. In Hol­le stimm­te bei­des, muss­te nur noch pas­sen­des Land her. Und das fand die KWG an der Bert­hold­stra­ße: Zwei­ein­halb Grund­stü­cke, 2800 Qua­drat­me­ter. Ganz in der Nähe: Super­markt, Apo­the­ke, Fri­seur und Arzt. Die zwei Lie­gen­schaf­ten mit den Haus­num­mern 20 und 22 sind der­zeit kei­ne Zier­de für den Kern­ort. Das eine Haus ist ver­fal­len und wird abge­ris­sen. Der ande­re Hof mit Wohn­haus, Scheu­ne und Schwei­ne­stall steht unter Ensem­ble-Denk­mal­schutz und wird erhal­ten. „Das ist schon etwas Beson­de­res“, freut sich Archi­tekt Hen­ning Him­stedt auf die Her­aus­for­de­rung. Dabei betritt der Pla­ner kein Neu­land. In Bad Salz­det­furth betreu­te er den Bau des Argen­tums in Ver­bin­dung mit dem denk­mal­ge­schütz­ten Hotel Kai­ser­hof.

 

"Wir nehmen uns schwierige Aufgaben vor."

Matthias Kaufmann, KWG-Geschäftsführer zum neuen Projekt in Holle

 

In Hol­le will Him­stedt die bis­her ver­klei­de­te Fach­werk­fas­sa­de wie­der sicht­bar machen. In der alten Scheu­ne wer­den die Haus­tech­nik, das Trep­pen­haus und der Auf­zug unter­ge­bracht. In den Schwei­ne­stall kommt nach der jet­zi­gen Pla­nung der Haus­an­schluss­raum. Dahin­ter wird die zwei­ge­schos­si­ge Anla­ge mit 18 Woh­nun­gen gebaut, zwei davon roll­stuhl­ge­recht. Die Woh­nun­gen mit zwei oder drei Zim­mern haben je einen Bal­kon und sind über einen Lau­ben­gang zu errei­chen. Im ehe­ma­li­gen Wohn­haus soll der Pfle­ge­stütz­punkt sei­ne Blei­be fin­den. Gesprä­che mit Wohl­fahrts­ver­bän­den, die die­sen Stütz­punkt betrei­ben, lau­fen bereits. Eine Tages­pfle­ge wird die KWG in der Bert­hold­stra­ße nicht vor­hal­ten. Denn in der Gemein­de gibt es ent­spre­chen­de Ange­bo­te. Auf dem Abriss­grund­stück wer­den Park­plät­ze ange­legt.

 

In Hol­le kommt das Vor­ha­ben der KWG gut an. „Ich bin begeis­tert von den Plä­nen und der Zusam­men­ar­beit mit der Kreis­wohn­bau“, sagt Gemein­de­bür­ger­meis­ter Klaus Hucht­hau­sen. Der Ver­wal­tungs­chef hat­te die KWG auf die Grund­stü­cke auf­merk­sam gemacht. Dort wer­de nun erhal­tens­wer­te Bau­sub­stanz, die den dörf­li­chen Cha­rak­ter mit prägt, erhal­ten. Und nicht zu ret­ten­de Gebäu­de, die den Dorf­kern ver­schan­deln, ent­fernt. „Und das alles, um dann noch bar­rie­re­frei­es Woh­nen anzu­bie­ten. Also, Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tur und des Orts­bil­des in einem Zug. So oft gelingt dies nicht“, sagt Hucht­hau­sen.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 23. März 2017

Veröffentlicht unter 2017