Die Lösung für den Platzmangel

Senftleben löst sein Versprechen ein: Neuer Bauhof entsteht
Gronau– Als Volker Senftleben 2021 sein Amt als Samtgemeindebürgermeister antrat, versprach er den Beschäftigten einen neuen Bauhof. Jetzt ist dieses Vorhaben sichtbar vorangekommen: An der Langen Wanne wurde gestern mit einem symbolischen Spatenstich der offizielle Baustart gefeiert. Nach Senftlebens Angaben ist es die zweitgrößte Investition der Samtgemeinde Leinebergland nach dem Grundschulbau.
Der Neubau soll vor allem ein Problem lösen, das am bisherigen Standort seit Jahren besteht: Es fehlt Platz. Das Gebäude wurde bereits nach der Gebietsreform Mitte der 1970er-Jahre gebraucht erworben. Inzwischen verteilen sich Maschinen, Fahrzeuge und Materialien auf verschiedene Gebäude und Außenlager.
Das er schwert die täglichen Abläufe, etwa bei der Vorbereitung von Winterdienst und Grünpflege. Eine Erweiterung ist dort nicht möglich. „Die bisherigen Arbeitsbedingungen sind wohl nicht so, dass man die so richtig gut zeigen kann“, sagte Matthias Kaufmann, Prokurist der GKHi, einer Schwestergesellschaft der Kreiswohnbaugesellschaft (kwg). Er sprach von einem Investitionsstau, den die Samtgemeinde nun angehe. Für die Männer und Frauen des Bauhofs entstehe ein „vernünftiges Zuhause“. Die GKHi ist mit der Bauausführung beauftragt.
Das neue Gelände umfasst 10 884 Quadratmeter, davon 2 500 Quadratmeter Erweiterungsfläche. Nach Kaufmanns Angaben werden etwa 8 500 Quadratmeter befestigt; rund 2 400 Quadratmeter entfallen auf Gebäude. Der Neubau ist für 43 Beschäftigte ausgelegt. Vorgesehen sind Büros, Aufenthalts- und Sanitärräume sowie Arbeitsbereiche für Schlosser, Tischler, Elektriker und Gärtner. Für den Fuhrpark entstehen eine Durchfahrtshalle mit sechs Stellplätzen, weitere Kalthallen und eine auf acht Grad temperierte Maschinen halle. Im Außenbereich sind ein Salzlager für den Winterdienst, Lager- und Containerflächen sowie 20 Pkw-Stellplätze geplant. Eine so genannte Schwarz-Weiß-Schleuse mit Stiefelwaschanlage soll stark verschmutzte Arbeitskleidung von den sauberen Bereichen trennen.
Eine Besonderheit ist die Betriebstankstelle, die auch der Feuerwehr zur Verfügung stehen soll. Statt bisher 1 000 Liter wird der Tank künftig 3 000 Liter fassen. Die größere Kapazität sei bewusst mit Blick auf die Krisenvorsorge gewählt worden, hieß es beim Termin. Auch ein Außenwaschplatz und eine Regenwasserzisterne mit 3 000 Litern Fassungsvermögen sind vorgesehen. Die ungewöhnliche Form des Grundstücks stellte die Planer vor Herausforderungen. Eine klassische U-Förmige Anordnung der Gebäude ließ sich nicht verwirklichen. Entstanden ist deshalb ein Konzept mit Innenhof und Durchfahrtsmöglichkeiten.
„Wir haben es als Hybridbau vorgesehen“, erläuterte Architekt Elmar Frerk vom Hildesheimer Architekturbüro Zingel im Gespräch mit der LDZ. Während der Verwaltungstrakt massiv gebaut wird, bestehen die Hallen aus Stahltragwerken mit isolierten Paneelen. Das sei für die Nutzung geeignet und günstiger als eine durchgehende Massivbauweise. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und die Vorbereitung für zwei Ladestationen mit jeweils 22 Kilowatt gehören zur Planung. Der Strom einer separat zu beauftragenden Photovoltaikanlage soll möglichst selbst genutzt werden.
Der Auftragswert für die Bauausführung liegt nach offiziellen Angaben bei 6.224.838,74 Euro. Für den Grundstückserwerb kamen 587.511,93 Euro hinzu. Noch fehlt allerdings die vollständige Baugenehmigung des Landkreises Hildesheim. Seit dem 21. August liegt eine Teilbaugenehmigung vor; die abschließende Entscheidung hängt nach den Projektunterlagen noch von der Prüfung eines nachgereichten Schallgutachtens ab.
Gronaus Bürgermeister Ulf Gabriel freute sich beim Spatenstich über den Standort in seiner Stadt. Ein bisschen „Lokalpatriotismus“ spiele dabei mit, räumte er ein. Er wünschte einen unfallfreien Bau und die Einhaltung des Zeitplans, bevor er mit den Anwesenden auf das Projekt anstieß. Im Mai 2028 soll der neue Bauhof in Betrieb gehen. Bis dahin läuft die Arbeit am Kampweg weiter.