Gebäude in Alfelds Innenstadt sind in schlechtem Zustand

Förderdarlehen könnten die Situation entspannen – und ein Projekt, das bereits gestartet ist
Heruntergekommenen Gebäude, leerstehende Häusern – mit Alfelds Innenstadt steht es nicht zum Besten. Laut Mario Stellmacher, Alfelds Erster Stadtrat und Baudezernent, gibt es dort zwar bezahlbaren Wohnraum, allerdings sei der Zustand vieler dieser Wohnungen mangelhaft.
Für Stellmacher steht außer Frage: In der Fußgängerzone und dem umliegenden Bereich muss sich dringend etwas tun. Doch ganz so einfach ist das nicht. Er führt aus: Aufgrund der teils so niedrigen Mieten, die es sonst kaum irgendwo in Alfeld gibt, leben in der Innenstadt viele einkommensschwache Familien. Nach einer Sanierung der Gebäude wären für viele davon die Mieten nicht mehr bezahlbar. „Wir wollen natürlich nicht die Leute verdrängen“, macht Stellmacher deutlich. Er sagt aber auch: „Die Situation in der Innenstadt ist extrem einseitig. Damit ist auch niemandem geholfen, wenn sich die einzelnen sozialen Schichten voneinander separieren.“
In seinen Augen sei die Sanierung der Gebäude mithilfe von Förderdarlehen – beispielsweise von der NBank eine Option. Diese fördert nicht nur den Sozialwohnungsbau, sondern auch die energetische und barrierefreie Sanierung von Bestandsimmobilien. Im Gegenzug verpflichten sich Vermieter dazu, die Wohnungen für eine gewisse Anzahl an Jahren zu einem niedrigeren Preis an einkommensschwache Familien zu vermieten. Diese Preis- und Belegungsbindung gilt laut NBank-Pressesprecherin Heinke Traeger im gesamten Landkreis Hildesheim derzeit für 1186 Wohnungen – in Alfeld sind es 182.
Insgesamt 40 davon gehören der Kreiswohnbaugesellschaft (kwg),
wie Geschäftsführer Matthias Kaufmann auf Nachfrage mitteilt. Einige davon befinden sich beispielsweise in der Alten Post nahe des Bahnhofs. Deren Sanierung wurde laut kwg-Chef zum Teil von der NBank gefördert.
„Für Modernisierungen setzen wir derzeit keine Mittel der Wohnraumförderung ein“, führt Kaufmann aber aus. Die meisten der kwg-Wohnungen, die sich beispielsweise an den Steinköpfen, der Robert-Linnerz-Straße oder im Bereich des Sindelbergs befinden, seien „zu einem großen Teil bereits energetisch modernisiert“.
Laut Stellmacher gibt es eine weitere Möglichkeit, die Lebens- und Wohnqualität in der Innenstadt zu verbessern. Ein Projekt des Immobilieninvestors Lars Rogge befindet sich an der Leinstraße schon in der Mache. Über den Räumen, in denen gerade die Vorbereitungen für den Umzug der Rossmann-Filiale laufen, sollen auf drei Etagen neue Wohnungen entstehen. „Wir streben an, die Wohnungen noch in diesem Jahr fertigzustellen“, so Rogge. Dort sollen drei Drei-Zimmer-Wohnungen, vier Wohnungen mit zwei Zimmern und sieben kleine Apartments mit einem Zimmer entstehen. Zur Miete könne er noch keine Auskunft geben. Er beruhigt aber: „Das werden keine unbezahlbaren Luxuswohnungen.“