In Nettlingen folgt man dem Vorbild aus Söhlde

Im kommenden Sommersoll die Ortsfeuerwehr das neue Gebäude mit vier Fahrzeugboxen beziehen können.
Die Feuerwehr in Söhlde machte den Anfang und bekam 2023 ein neues Feuerwehrhaus. Dies ist die Vorlage für die Neubauten in Hoheneggelsen (2024) und in Nettlingen. Dort steht der Rohbau nach knapp vier Monaten Bauzeit. Im kommenden Juli soll das Gebäude in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße bezugsfähig sein.
„Die Planer haben mit den Wehren zusammengearbeitet“, berichtet Söhldes Gemeindebürgermeister René Marienfeldt. Danach sind die Pläne für den Prototypen in Söhlde umgesetzt worden. Die Ehrenamtlichen der Feuerwehren haben so ihre Expertise einbringen können. „Davon haben alle profitiert“, ist sich der Verwaltungschef sicher. Nach dem Vorbild dieser Gebäude werden weitere unter der Federführung der Kreiswohnbaugesellschaft (kwg) im Landkreis Hildesheim gebaut werden.
In Nettlingen entsteht ein Gebäude mit vier Fahrzeugboxen. „Mit der Option, eine fünfte Box anbauen zu können“, sagt Nettlingens Ortsbrandmeister Jan-Hendrik Soffner. Doch vorerst sollte der Platz ausreichen. Da das Gebäude mit Notstrom versorgt werden kann, ist es zudem im Katastrophenfall Anlaufpunkt für die Einwohner der Ortschaft, um zum Beispiel Handys zu laden, Mahlzeiten zu erwärmen oder Informationen zu erhalten. Das gilt auch für die Standorte in Söhlde und Hoheneggelsen.
Außerdem sei das Haus künftig der Ankerpunkt, von dem aus die freiwilligen Helfer zu ihren Einsätzen ausrücken, und er biete zudem für Schulungen und den Feuerwehrnachwuchs Platz, ergänzt Soffner. Auch wenn das Haus über keinen Dachstuhl verfüge, ist es für Matthias Kaufmann, Geschäftsführer der kwg, wichtig, ein Richtfest zu feiern – nachhaltig, mit einer wiederverwendbaren Krone. Denn bei dieser Gelegenheit könne er weiterhin gutes Gelingen wünschen und sich bei den am Bau Beteiligten für ihre bisherige Arbeit bedanken.
Auch Bauingenieur Heiko Kollien sei in Sachen Richtfest eher konservativ eingestellt und habe daher eine Holzplanke installiert, an der der Richtkranz befestigt wurde. Und so sprach Zimmermeister Michael Heiderich von der Firma Thiemt den Richtspruch und zerschmetterte am Ende eine kleine Schnapsflasche. Mit diesem Ritual sind die Wünsche verbunden, dass die Arbeiten unfallfrei beendet werden.
Bis es so weit ist, ist allerdings noch einiges zu tun. Etwa 2,7 Millionen Euro kostet der Bau, der auf einem Grundstück mit einer Größe von 3101 Quadratmetern entsteht. Das Gebäude, die Gesamtplanung liegt bei der Gesellschaft für kommunale Immobilien Hildesheim (GkHi), ist für 54 aktive Feuerwehrleute ausgerichtet, bietet unter anderem einen Sozialtrakt, einen Schulungs- und einen Jugendraum.