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In nur einer Woche steht das Erdgeschoss

Von Andrea Hempen Fotos von Lillian Henze
Vorschau des Presseartikels In nur einer Woche steht das Erdgeschoss
Susanne Schmitt, Matthias Kaufmann und Carolin Bettels (von links) stehen im zünftigen Wohnzimmer einer Erdgeschosswohnung, die eine Terrasse bekommen wird.

kwg setzt in Hoheneggelsen auf besonders effiziente Bauweise in der Ortsmitte, die ein neues Aussehen bekommt

Hoheneggelsen. Sparen ist angesagt: Zeit, Energie und Kosten.


Das alles vereint die Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim (kwg) in einem Bauprojekt im Herzen Hoheneggelsens. Dort entsteht aktuell ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohnungen in serieller Hybridbauweise.


In der vergangenen Woche ist die Bodenplatte für das Gebäude gegossen worden, am Montag stand bereits das Erdgeschoss. Es folgen noch zwei Etagen, bezugsfertig sollen die Wohnungen schon in diesem Winter sein.


Das Projekt in Hoheneggelsen ist so besonders, dass sich die Präsidentin des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen, Susanne Schmitt, aus Hannover auf den Weg in den Hildesheimer Ostkreis gemacht hat. Der Verband hat 180 Mitgliedsunternehmen, eines davon ist die kwg. „Der Neubau ist sehr stark eingebrochen. Die Gründe dafür sind bekannt“, sagt Schmitt mit Blick auf die Kosten. Das serielle modulare Bauen bietet dagegen gleich mehrere Vorteile, denn die Bauzeit ist gering, die Kosten ebenfalls. „Wir werden über dieses Projekt auch in unserer Verbandszeitschrift berichten“, kündigt Schmitt an, die sich mit kwg-Geschäftsführer Matthias Kaufmann die Baustelle anschaut.


Mit dabei ist auch die Projektleiterin Carolin Bettels. Sie berichtet, dass die Planung bei dieser Bauweise besonders wichtig ist. „Alles muss vorher exakt geplant
werden“, sagt sie. Im Bad einer Erdgeschosswohnung, die am Montag aufgestellt wurde, erklärt sie, warum. Der Raum ist komplett angeliefert worden, inklusive
Fliesenspiegel, Dusche, Waschbecken, Fenster und WC. Die Toilette beispielsweise vor Ort noch zu versetzen, sei nicht möglich.


Die 60-Quadratmeter-Wohnung ist bereits durch die Eingangstür zu betreten. Rechts ist das Bad, links die Küche, dahinter ist ein Abstellraum mit Anschluss für die Waschmaschine. Geradezu geht es ins Wohnzimmer, das ein großes Fenster hat und den Zugang zur Terrasse ermöglicht. Links neben dem Wohnzimmer befindet sich das Schlafzimmer. Die Erdgeschosswohnungen bekommen alle eine Terrasse, die oberen Einheiten erhalten Balkone, auf denen sich ebenfalls Abstellräume befinden werden.


Mietinteressenten gebe es bereits, so Bettels. „Barrierefreie und kleine Wohnungen sind immer gut nachgefragt“, ergänzt Kaufmann. Von der Terrasse aus blickt man auf ein Haus, in dem aktuell die Volksbank untergebracht ist. Deren Domizil an der Hauptstraße ist Anfang des Jahres abgerissen worden, weil das Kreditinstitut nicht mehr so viel Platz benötigt. Auch die Übergangsimmobilie gehört der Kreiswohnbau und damit zum Konzept der Gesamtplanung.


Wie Kaufmann berichtet, wird vor dem Mehrfamilienhaus ein Neubau entstehen. Dort wird die Volksbank einziehen und die Hausarztpraxis Schäfer. Das rückseitige Übergangsgebäude wird später ebenfalls zu Wohnraum umgebaut. „Wir schaffen hier für Hoheneggelsen mit etwa 2000 Einwohnern eine neue Ortsmitte“, erklärt Kaufmann.


Das neu errichtete Mehrfamilienhaus liegt – wenn alles fertig ist – hinter dem Gebäude für Bank und Praxis. Dort werden ausreichend Parkplätze angelegt, es gibt einen Abstellraum für Fahrräder und Grün, das die Bereiche optisch trennt. Die künftigen Mieter erreichen ihre Wohnungen über Laubengänge, Fahrstühle wird es ebenfalls geben. Damit die Nachbarn möglichst wenig voneinander hören, sind die Wohnungen mit Betonwänden getrennt.


Die 15 öffentlich geförderten Wohnungen für Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen werden über Infrarotheizungen erwärmt. Die Kosten bezahlen die Mieter dann über die Stromrechnung. Auf dem Dach wird es eine Photovoltaikanlage geben, den Strom stellt eine Partnerfirma den Mietern und Mieterinnen für 23 Cent pro Kilowattstunde zur Verfügung. „ Wir bauen hier ein KfW-40-Gebäude“, erklärt Kaufmann. Das heißt, die Immobilie benötigt im Vergleich zu einem
gesetzlichen Referenzgebäude nur 40 Prozent der Primärenergie und der bauliche Wärmeschutz ist um 45 Prozent besser.


Die kwg investiert vier Millionen Euro in den Bau, der 990 Quadratmeter Wohnfläche umfasst. Die Mieter und Mieterinnen mit mittlerem Einkommen zahlen künftig 8,10 Euro pro Quadratmeter.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung
20. Juli 2026
In nur einer Woche steht das Erdgeschoss – Pressearchiv – kwg Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim mbH