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Investitionen in Millionenhöhe

Von Ann-Cathrin OelkersFotos von Ann-Cathrin Oelkers
Vorschau des Presseartikels Investitionen in Millionenhöhe
Präsentieren die Zahlen des Geschäftsjahres 2025 (von links): Björn Zeiske ,Matthias Kaufmann und Lillian Henze.

kwg plant Klimaneutralität bis 2045 – Wohnungsbestand soll auf 5000 wachsen

Kreis–Bis 2045 will die Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim (kwg) klimaneutral werden. Geschäftsführer Matthias Kaufmann rechnet damit, dass das Unternehmen rund 100 Millionen Euro ins einen Immobilienbestand investieren muss, um dieses Ziel zu erreichen. In diesem Zeitraum sind weitere Investitionen im dreistelligen Millionenbereich für Neubauten vorgesehen.

Laut Kaufmann soll der Wohnungsbestand von derzeit gut 4300 auf 5000 anwachsen. Stand jetzt sind dafür rund 165 Millionen Euro notwendig, die in erster Linie im nördlichen Landkreis verbaut werden sollen. Kaufmann rechnet damit, dass der Bedarf an Wohnraum „bis zur B1-Linie“ auch in den nächsten Jahren das Angebot übersteigen wird. Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen gibt es unter anderem in Nordstemmen, wo der Abriss der profanierten Kirche St. Michael näher rückt. Vor Ende August wird sich an der Berliner Straße allerdings nichts tun, weil Fledermäuse im ehemaligen Gotteshaus ihre Jungengroß ziehen. Sobald sie ihre Wochenstuben verlassen haben, können die Baggerrollen. Der Landkreis hat die Baugenehmigung für zwei Mietshäuser mit je 15Wohnungenerteilt. Ein Objekt wird als öffentlich geförderter Sozialwohnungsbau realisiert, das zweite frei finanziert.


Ursprünglich hatte die kwg  beide Immobilien nacheinander fertigstellen wollen–diese Pläne sind jedoch vom Tisch. Stattdessen setzt das Unternehmen nun auf eine zeitgleiche Fertigstellung. Neben dem sozialen Mehrwert bringt das auch wirtschaftliche Vorteile. Kaufmann zufolge verringern sich die Baukosten für das gemischte Quartier aus Sozialwohnungen und frei vermieteten Wohnungen um etwa fünf Prozent.


Der kwg liegt seit einigen Wochen auch die Baugenehmigung für den Umbau und die Erweiterung des „Bockschen Hofs“ an der Gronauer Junkernstraße vor. Aus dem historischen Gebäude soll einemoderne, altersgerechte Wohnanlage entstehen. Ein Beginn der Bauarbeiten ist allerdings noch nicht in Sicht. „Der Fortgang ist nach wie vor zäh“, lässt Kaufmann wissen. Knackpunkt sind die mit der Baugenehmigung einhergehenden Auflagen, die aus Sicht des Unternehmens nicht erfüllbar sind. Die kwg hat Widersprucheingelegt.


Auf die Fahnen geschrieben haben sich Kaufmann und sein Team die Wiederbelebung von Ortszentren. „Innenentwicklung ist zwingend notwendig“, so der kwg-Chef. Damit aus
leeren Geschäftsräumen oder Gaststätten Wohnraum wird, fordert er „Veränderungsbereitschaft in den Köpfen“. Das zielt auf mögliche Widerstände aus der Nachbarschaft, aber auch auf den Abbau bürokratischer Hürden, etwa beim Denkmalschutz und der Archäologie, aber auch bei Standards.


Besorgt zeigte sich Kaufmann beim Bilanzpressegespräch hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Den sozialen Frieden und das demokratisch verfasste Gemeinwesen sieht er bedroht. Warum? Das erläuterte Kaufmann anhand von Zahlen. In Stichworten: Schwächelnde Wirtschaft, Stellenabbau, steigende Zahl von Insolvenzen, Fachkräftemangel. Obwohl Eigenheime im Landkreis günstiger sind als im Bundesdurchschnitt, beobachtet die kwg einen klaren Trend: Immer mehr junge Menschen, die früher gekauft oder gebaut hätten, drängen
heute auf den Mietwohnungsmarkt. Ein Eigentumsförderprogramm würde die Situation entlasten, so Kaufmann.


Dass die Kosten fürs Wohnen im Kreisgebiet insgesamt günstiger als im bundesweiten Durchschnitt sind, spiegelt sich auch in den Mietpreisen wider. Nach Auskunft des kwg-Geschäftsführers müssen Mieter derzeit durchschnittlich 6,38 Euro kalt pro Quadratmeter bezahlen. Nur ein Drittel des KWG-Wohnungsbestands, indessen Instandhaltung im vergangenen Jahr etwa 7,5 Millionen Euro geflossen sind, wird zu einem höheren Quadratmeterpreis als 6,50 Euro vermietet. Leerstände und Mieterfluktuation bewegen sich auf einem
historisch niedrigen Niveau. Beides bewertet Kaufmann als Zeichen für die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt– insbesondere da, wo es um bezahlbaren Wohnraum geht.


Zum Jahresende 2025 stand lediglich ein Prozent der Mietwohnungen leer. Im Jahresverlauf haben sich nur 9,7 Prozent der Mieter eine andere Bleibe gesucht.  Finanziell ist das kommunale Wohnbauunternehmen gut aufgestellt. Die Bilanzsumme ist auf 226.371 Euro gestiegen, der Jahresumsatz hat die 33 Millionen-Euro-Marke überschritten.

Leine-Deister-Zeitung
03. Juli 2026
Investitionen in Millionenhöhe – Pressearchiv – kwg Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim mbH