Neue Ortsmitte für Hoheneggelsen mit Bankfiliale und Sozialwohnungen

Eine zentrale Stelle in Hoheneggelsen bekommt in den kommenden Monaten ein neues Gesicht: Das alte Volksbankgebäude ist abgerissen, ein neues wird entstehen – und dahinter ein Wohnhaus.
Hoheneggelsen. Seit vergangener Woche rollen an der Hauptstraße von Hoheneggelsen die Bagger: Das einst so markante Gebäude der Volksbank ist bereits dem Erdboden gleich, Trümmer liegen umher. In den kommenden Monaten soll die Ortsmitte ein neues Gesicht bekommen–und zwar diesmal garantiert ohne den grauen Waschbeton, der die bisherige Bankfassade prägte. Zur Straße hin erwartet die Passanten künftig ein zweigeschossiges, rot verklinkertes Gebäude mit Satteldach. Im Untergeschoss wird die Bank Platz
finden– auf deutlich weniger Platz als bisher. Oben könnte eine Arztpraxis einziehen, wenn alle Gespräche laufen wie erhofft.
Investorin und Vermieterin ist, wie bereits beim alten Gebäude, die Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim (kwg). „Das wird sich gut in die Dorfstruktur einfügen“, sagt deren Geschäftsführer Matthias Kaufmann beim Ortstermin auf der Baustelle zum geplanten Neubau. „Uns ist es wichtig, ein Stück Ortsmitte zu schaffen– etwas, das Dorf auch ausmacht“, führt er aus. „Der Platz hat schließlich
auch eine Versorgungsfunktion.“
Bis der Bau des Herzstücks beginnt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Denn die kwg lässt auf dem Grundstück noch ein zweites Gebäude errichten, das zuerst entsteht. Im hinteren, der Hauptstraße abgewandten Teil, entsteht ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 15 öffentlich geförderten Wohnungen. Etwa 800 Quadratmeter sollen die Sozialwohnungen für geringe bis mittlere Einkommen umfassen. Ziel sind günstige Mieten von sieben bis acht Euro pro Quadratmeter. Allein in den Wohnungsneubau investiert die kwg etwa vier Millionen Euro, gibt der Geschäftsführer auf Nachfrage an.
Voraussichtlich Anfang Mai macht sich die Firma Solid.Modulbau aus dem Westmünsterland als Generalunternehmerin an die Arbeit. Geht alles nach Plan, möchte sie das Gebäude bereits im Oktober an die kwg übergeben. Denn: Bekannt ist sie für
Geschosswohnungsbauten in Modulbauweise. Durch die vorgefertigten Holz-Beton-Elemente geht die Montage schnell und verhältnismäßig günstig vonstatten. Selbst die Bäder werden fertig als Module angeliefert.
Gestalterisch wird es sich um einen kastenförmigen Bau mit Putzfassade handeln, berichten Architekt Sven Hirsch und Jonas Schlotmann, Projektleiter bei Solid.Modulbau. Laubengänge, über die die Bewohnerinnen und Bewohner zu ihren Haustüren gelangen, und Balkone werden jeweils die Nord- und die Südansicht bestimmen. Die oberen beiden Stockwerke werden über einen Aufzug erschlossen. Das Gebäude ist barrierefrei geplant.
Wichtig ist der Solid.Modulbau GmbH auch die Energieeffizienz: Es soll wenig Energie nötig sein, um es zu heizen oder zu kühlen. Durch die Dämmung soll außerdem wenig Wärme verloren gehen. Geheizt wird elektrisch über Flächeninfrarot. Der Strom dafür kommt auch von der hauseigenen Photovoltaikanlage. Auch auf sommerlichen Wärmeschutz und gute Schalldämmung hat das Bauunternehmen eigenen Angaben nach geachtet. Aus logistischen Gründen geht es mit dem Bau des Bankgebäudes erst los, wenn das Mehrfamilienhaus steht. So lange wird die Bank im Übergangsdomizil, in der Gerbstraße 5, ihre Dienstleistungen anbieten. „Wir haben einfach das andere Projekt vorgezogen“, sagt kwg-Geschäftsführer Matthias Kaufmann. Der Mietvertrag mit der Volksbank
stehe aber kurz vor dem Abschluss.
Das Gebäude in Hoheneggelsen war viele Jahre lang die Zentrale der Volksbank Hildesheimer Börde – bis die Volksbanken Hannover und Börde im Jahr 2019 fusionierten. Mittlerweile hat der Standort Hoheneggelsen aber intern wieder an Gewicht
gewonnen – weil die dortigen Beschäftigten seit 2024 auch für die Kundinnen und Kunden aus Schellerten zuständig sind. Zuvor hatte das Kreditinstitut seine dortige Niederlassung geschlossen.