Nun doch: Neubau der Rettungswache soll noch in diesem Jahr starten

Nach Bedenken des Innenministeriums schien sich das Vorhaben im Sarstedter Schulzentrum bis ins nächste Jahr hinein zu verzögern. Nun gibt es wieder Hoffnung, dass die Bagger früher rollen.
Sarstedt. Nächste Wendung im jahrelangen Hin und Her um den geplanten Neubau einer Rettungswache am Sarstedter Schulzentrum: Ein Baustart noch in diesem Jahr ist nun doch wieder wahrscheinlich, wie der Landkreis Hildesheim in dieser Woche auf Nachfrage der Redaktion mitteilte. „Wenn die Witterung mitspielt, kann der Start auch noch in diesem Jahr erfolgen“, erklärte Pressesprecherin Birgit Wilken wörtlich.
Zuvor hatte das niedersächsische Innenministerium seine Prüfung des komplexen Vertragswerks rund um den geplanten Neubau schneller abgeschlossen als von der Hildesheimer Kreisverwaltung erwartet. Die hatte im Juli erklärt, sie rechne nicht vor Dezember mit einer Entscheidung aus Hannover. Doch die liegt jetzt schon vor. Das Innenministerium hat nach dem Studium der Dokumente keine Beanstandungen – die Befürchtung, die Aufsichtsbehörde könnte das Vorhaben als nicht ausreichend wirtschaftlich bewerten, hat sich also nicht erfüllt. Damit ist die letzte Hürde beseitigt.
Die neue Rettungswache ist seit Jahren Thema bei Politik und Verwaltung in Sarstedt und im Kreishaus. Denn das derzeit noch genutzte Gebäude auf der Rückseite des Freibadgeländes des Innerstebades entspricht schon lange nicht mehr modernen Anforderungen, insbesondere mit Blick auf den Platzbedarf. Auch die engen Straßen durch das angrenzende Wohngebiet sind den Verantwortlichen ein Dorn im Auge. Zudem kommt angesichts des Standortes immer wieder die Sorge auf, im Fall eines schweren Hochwassers könne es problematisch werden, die Rettungswache überhaupt noch zu erreichen.
Dabei herrscht dort reger Betrieb. Nach den letzten vorliegenden Daten aus dem Jahr 2023 starteten von der Sarstedter Rettungswache aus 4620 Einsätze, wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage berichtete. Das sind im Durchschnitt zwischen zwölf und 13 pro Tag. Von Sarstedt aus wird der Rettungsdienst nicht für das Stadtgebiet selbst, sondern auch für die Gemeinden Algermissen, Giesen, Harsum und Nordstemmen bestritten.
Auf der Suche nach einem neuen Standort war der Landkreis schließlich auf ein Areal zwischen dem Neubau des Gymnasiums und dem Sportplatz des Schulzentrums gekommen. Dessen Vorteile: Die Fläche gehört bereits dem Landkreis, und über die Kreuzung im Schulzentrum können die Rettungswagen in allen Richtungen schnell starten. Kritiker fürchten Probleme mit der dort querenden Straßenbahn, mit dem Verkehr zum Gymnasium und auch mit einer möglichen Lärmbelastung für die anliegenden Schulen – die Vorteile überwogen aus Sicht der Verantwortlichen aber deutlich.
Mit dem Bau der Rettungswache beauftragte der Landkreis die „Gesellschaft für Kommunale Zusammenarbeit“ (GKHI), eine Tochtergesellschaft der Wohnungsbaugesellschaft kwg und damit, wenn man so will, eine Enkelgesellschaft des Landkreises und seiner Mitgliedskommunen selbst.
Das Konstrukt: Das Grundstück bleibt im Besitz des Landkreises, wird aber im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags für 33 Jahre an die GKHI übertragen. Diese vermietet die Rettungswache an den Landkreis, der sie wiederum an den jeweiligen Rettungsdienstbetreiber – aktuell die Firma Falck – weitervermietet.
Das rief das Innenministerium auf den Plan. Es warf die Frage auf, ob es nicht günstiger wäre, wenn der Landkreis zur Finanzierung von vornherein einfach einen Kredit aufnimmt. Das wurde nun verneint – und damit eine weitere Verzögerung vermieden.