22. Januar 2020

120 Interessenten für zwölf Wohnungen

kwg will demnächst Baugenehmigung für Neubau in Mühlenstraße beantragen / Nachbar klagt

Wo frü­her das Mag­da­le­nen-Pfarr­heim stand, plant die kwg einem Kom­plex mit zwölf Woh­nun­gen. Foto: CLEMENS HEIDRICH

Von Rai­ner Bre­da

Hil­des­heim. Das frü­he­re Pfarr­haus der Mag­da­le­nen-Gemein­de hat­te die Kreis­wohn­bau (kwg) bereits vor dem Jah­res­wech­sel abrei­ßen las­sen. Jetzt plant das Unter­neh­men den nächs­ten Schritt für sein Vor­ha­ben in der Müh­len­stra­ße 23. „Wir wol­len Ende Janu­ar die Bau­ge­neh­mi­gung bean­tra­gen“, sag­te Pro­jekt­lei­ter Mila­no Wer­ner der HAZ. Erteilt die Stadt die Erlaub­nis, sol­len die Arbei­ten für den Kom­plex mit zwölf alters­ge­rech­ten Woh­nun­gen im Sep­tem­ber star­ten, Ein­zug ist vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr 2022.

 

Aller­dings nicht, wenn es nach Bert­hold Jämm­rich geht: Der Eigen­tü­mer des benach­bar­ten Insel-Cafés will den Bau auf juris­ti­schem Weg ver­hin­dern. „Ein Gebäu­de die­ser Grö­ße gehört da nicht hin.“ Jämm­rich hat den Bebau­ungs­plan mit einem Nor­men­kon­troll­an­trag ange­foch­ten; wann das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­bürg dar­über ver­han­delt, ist nach Anga­ben von Pres­se­spre­cher Hei­ko Leitsch noch nicht abseh­bar. Einen Ter­min im ers­ten Quar­tal schloss er aus­drück­lich aus.

 

Dem Bau­start steht das Ver­fah­ren aller­dings nicht im Weg: Es habe kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung, bestä­tig­te Leitsch. Nach Infor­ma­tio­nen der HAZ stellt der Nor­men­kon­troll­an­trag an sich auch kei­nen Grund für die Stadt dar, die Bau­ge­neh­mi­gung an die kwg abzu­leh­nen.

 

Die will auf dem Grund­stück zwei drei­ge­schos­si­ge Gebäu­de errich­ten, die durch ein gemein­sa­mes Trep­pen­haus mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den. Die ins­ge­samt zwölf Woh­nun­gen sol­len zwi­schen 70 und 130 Qua­drat­me­ter groß wer­den und zwei bis vier Zim­mer haben.

 

Das Inter­es­se an dem Pro­jekt ist rie­sig: Obwohl die kwg mit der Ver­mark­tung noch gar nicht ange­fan­gen hat, gibt es nach Anga­ben von kwg-Ver­tre­ter Wer­ner bereits 120 Bewer­bun­gen – also zehn­mal so vie­le wie Appar­te­ments. Der Ver­trieb wer­de vor­aus­sicht­lich im April begin­nen, kün­digt Wer­ner an, erst dann stün­den auch die Prei­se fest.

 

Die kwg wer­de alle Inter­es­sen­ten zeit­gleich infor­mie­ren, ver­si­chert der Pro­jekt­lei­ter. Das Unter­neh­men will die Woh­nun­gen nach dem Wind­hund­prin­zip ver­ge­ben – also nach Ein­gang der Rück­mel­dun­gen. „Es spielt kei­ne Rol­le, ob jemand erst seit einem Jahr auf der Lis­te steht oder sich schon vor drei Jah­ren gemel­det hat“, betont Wer­ner. Er geht auf­grund der bis­he­ri­gen Nach­fra­ge davon aus, dass die kwg die zwölf Woh­nun­gen sehr schnell ver­äu­ßern kön­ne.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 22. Janu­ar 2020

Veröffentlicht unter 2020