23. Juni 2020

Ein Richtfest ohne Fest oben auf dem Kipphut-Hochhaus

Weil eine Feier coronabedingt verboten wäre, bekommt das achtstöckige Sarstedter Großprojekt in kleiner Runde und aller Stille eine Krone aufgesetzt

Er hat bei die­sem Pro­jekt den Helm auf: Mat­thi­as Kauf­mann von der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim. FOTO: KATHI FLAU

Von Kathi Flau

Sar­stedt. Den Begriff „Richt­fest“ möch­te er hier nicht hören, sagt Mat­thi­as Kauf­mann, Geschäfts­füh­rer der Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft Hil­des­heim (kwg). Denn Richt­fes­te sei­en der­zeit per Lan­des­ver­ord­nung ver­bo­ten, und man wol­le sich schließ­lich ans Gesetz hal­ten. Aber ein Hoch­zie­hen der Richt­kro­ne im klei­nen Kreis von Ver­ant­wort­li­chen, Pla­nern und Hand­wer­kern – von so einem Ver­bot ste­he nichts in der Ver­ord­nung.

 

Als Kauf­mann das sagt, steht er hoch über dem Kipp­hut und Sar­stedt, genau­er gesagt: acht Eta­gen. Der Wind ist frisch an die­sem Mon­tag­mor­gen, der Blick von oben reicht über die Stadt hin­aus weit bis ins Land. „Die­se Aus­sicht kön­nen dann bald die Mie­ter hier genie­ßen“, sagt Kauf­mann, des­sen kwg in die­ses Bau­vor­ha­ben 7,5 Mil­lio­nen Euro inves­tiert – „ohne Zuschüs­se aus der öffent­li­chen Wohn­bau­för­de­rung“, wie der Geschäfts­füh­rer aus­drück­lich betont.

 

Neben den Johan­ni­tern, die künf­tig im Erd­ge­schoss eine Kin­der­krip­pe mit zwei Grup­pen und im ers­ten Ober­ge­schoss eine Senio­ren- Wohn­grup­pe für zwölf bis 15 pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen betrei­ben wer­den, sol­len 22 wei­te­re Miet­par­tei­en hier einziehen.„Es ist ein erheb­li­ches Inter­es­se da“, sagt Kauf­mann an sei­nem Rede­pult, das vom Wind mehr­fach fast weg­ge­pus­tet wird. Bereits Mit­te April hät­ten das kom­mu­na­le Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men mehr als 30 Anfra­gen erreicht.

 

Das Hoch­haus bedient als Bau­kom­plex die gro­ße Nach­fra­ge nach klei­ne­ren Wohn­ein­hei­ten. Zwei bis drei Zim­mer, auf 60 bis maxi­mal 100 Qua­drat­me­tern hat jede ein­zel­ne. Die Bäder wer­den fer­tig ange­lie­fert- eine Kos­ten- und Zeit­er­spar­nis. Was sich nicht zuletzt in den Miet­kos­ten nie­der­schlägt.

 

Wich­tig ist uns in Sar­stedt, dass Woh­nen bezahl­bar bleibt“, sagt Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke. Und dass man Grund­stü­cke als Bau­land opti­mal nut­ze. „Das machen Hoch­häu­ser wie die­ses sehr gut mög­lich, denn das steht hier auf einem klei­nen Grund­stück von knapp 1500 Qua­drat­me­tern – und so vie­les fin­det dar­in Platz, Fami­li­en, eine Kin­der­be­treu­ung und natür­lich die Senio­ren.“

 

Und alle sol­len bereits in neun Mona­ten, also im Früh­jahr 2021, ihre neu­en Räu­me und Zuhau­se bezie­hen kön­nen, ver­spricht Kauf­mann. „Bis­lang sind wir dem ursprüng­li­chen Zeit­plan drei Wochen vor­aus, und wir hof­fen jetzt, dass alles so gut wei­ter­läuft wie bis­her.“ Lie­fer­eng­päs­se oder Mate­ri­al­knapp­heit auf­grund der Coro­na- Kri­se hat es laut Kauf­mann bis­lang nicht gege­ben.

 

Und so bleibt ihm nur noch, sich bei den Betei­lig­ten an die­sem Groß­pro­jekt zu bedan­ken. Bei der Stadt Sar­stedt, beim Land­kreis für die zügi­ge Ertei­lung der Bau­ge­neh­mi­gung, beim Hil­des­hei­mer Archi­tek­tur­bü­ro Hirsch, das das Gebäu­de geplant hat, beim Bau­un­ter­neh­men Was­s­mann, bei Polier Bernd Dowe, beim Nie­der­säch­si­schen Ver­band der Woh­nungs- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft, des­sen Ver­bands­di­rek­to­rin Susan­ne Schmitt an die­sem Tag eben­falls nach Sar­stedt zum Nicht- Richt­fest gekom­men ist, und bei Klaus Bru­er in sei­ner Funk­ti­on als Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der kwg.

 

Dann gibt es Schnaps, ein Gedicht und vie­le gute Wün­sche für den Neu­bau von Polier Dowe, dann schwebt per Kran der Richt­kranz her­bei, dann applau­die­ren die weni­gen Gäs­te und dann – dann fällt es tat­säch­lich um vom Wind, das Red­ner­pult mit dem kwg-Ban­ner.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung, 23. Juni 2020

Veröffentlicht unter 2020

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