25. Juni 2020

Nächste Hürde genommen: Bebauungsplan wird nun ausgelegt

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat die geplante Wohnbebauung in der Bleekstraße vorangebracht

Auf dem ver­wais­ten Bau­hof-Gelän­de in der Bleek­stra­ße sol­len – wie in der Gra­fik oben ersicht­lich – zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser mit ins­ge­samt 48 Woh­nun­gen ent­ste­hen. FOTO: GIESELA SEIDEL

Von Vik­to­ria Hüb­ner Sar­stedt.

Die Kreis­wohn­bau­ge­sell­schaft (kwg) ist mit ihrem Vor­ha­ben, auf dem Grund­stück des ehe­ma­li­gen Bau­ho­fes in der Bleek­stra­ße Woh­nun­gen zu schaf­fen, einen Schritt wei­ter. Der Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung, Ver­kehr und Umwelt hat am Diens­tag­abend der öffent­li­chen Aus­le­gung des vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebau­ungs­plans – mit Aus­nah­me der CDU-Ver­tre­te­rin – zuge­stimmt. Dem bei­na­he ein­träch­tig anmu­ten­den Ergeb­nis gin­gen jedoch auch Miss­tö­ne vor­aus – inklu­si­ve Antrag auf Schluss der Debat­te.

 

Zur Erin­ne­rung: Auf dem 5600 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück sol­len zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ent­ste­hen, die im 60 Grad-Win­kel zuein­an­der ste­hen. Die ins­ge­samt 48 Wohn­ein­hei­ten sind ein Mix aus öffent­lich geför­der­ten und frei finan­zier­ten Appar­te­ments, Zwei- bis Vier-Zim­mer-Woh­nun­gen zwi­schen 45, 60, 75 und 85 Qua­drat­me­ter. Für 24 Par­tei­en gilt eine gede­ckel­te Mie­te von 5,60 oder 7 Euro pro Qua­drat­me­ter. Vor­aus­set­zung für den Ein­zug ist ein soge­nann­ter Berech­ti­gungs­schein, kurz B-Schein. „Ziel war immer, Ein­spar­po­ten­zi­al gene­rie­ren zu kön­nen“, erklär­te Kreis­wohn­bau- Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Kauf­mann. Daher die glei­che Bau­art bei den Gebäu­de­kom­ple­xen.

 

Die Plä­ne des han­no­ver­schen Büros Kel­ler vor den Augen, kam ers­te Kri­tik an der Men­ge der Stell­plät­ze auf: einer pro Woh­nung. Ein „biss­chen wenig“, kom­men­tier­te Sabi­ne Düker (Unab­hän­gi­ge). Wolf­gang Jäckel (GUT) sekun­dier­te: „Das reicht hin­ten und vor­ne nicht.“ In der Nähe müss­ten wei­te­re Park­plät­ze aus­ge­wie­sen wer­den. Bei­den schwe­be die unleid­li­che Park­si­tua­ti­on am Son­nen­kamp vor. Die­ser Ver­gleich, kon­ter­te Kauf­mann, zie­he nicht. „Der Son­nen­kamp, getrennt durch die B6, ist ein ganz ande­res Vier­tel.“ Um weg­zu­kom­men, benö­tig­ten vie­le Haus­hal­te min­des­tens zwei Autos.

 

"Was wäre das für eine Fläche, wenn jede der 40 Wohneinheiten zwei Plätze bekommen würde?"
Heike Brennecke Bürgermeisterin zu der Kritik, dass ein Stellplatz pro Wohnung zu wenig sei.

 

Als Bei­spiel für einen offen­bar gerin­ge­ren Park­platz­be­darf der Innen­stadt- Bewoh­ner nann­te Kauf­mann die Wohn­an­la­ge Argen­tum Am Ried. „Die Hälf­te der Stell­plät­ze dort ist leer, und wir müs­sen sie ander­wei­tig ver­mie­ten.“ Aus sei­ner Erfah­rung woll­ten Men­schen, die es in die Kern­stadt­zieht, ein­Fahr­zeug­ab-oder­sich gar nicht erst eins anschaf­fen. Zudem trei­be jeder ein­zel­ne Stell­platz die Bau­kos­ten in die Höhe. Beson­de­res Pro­blem in der Bleek­stra­ße: Sie liegt im Über­flu­tungs­ge­biet der Inners­te. „Wir müss­ten ganz anders bau­en“, erklär­te Kauf­mann. Bür­ger­meis­te­rin Hei­ke Bren­ne­cke (SPD) warf ein: „Was wäre das für eine Flä­che, wenn jede der 40 Wohn­ein­hei­ten zwei Plät­ze bekom­men wür­de?“

 

Karl-Heinz Esser (SPD) erin­ner­te an die Miet­preis­bin­dung. Wer in eine 45-Qua­drat­me­ter-Woh­nung zie­he, habe nicht zwangs­läu­fig zwei Autos; zudem sei der Bahn­hof in der Nähe. Ein Argu­ment, des­sen sich auch das Pla­nungs­bü­ro bedient: So sei davon aus­zu­ge­hen, dass „in die­ser zen­tra­len Lage und unter Berück­sich­ti­gung der Bereit­stel­lung von Woh­nun­gen für die öffent­li­che För­de­rung ein­kom­mens­schwa­cher Haus­hal­te mit der begrenz­ten Stell­platz­an­zahl ein sinn­vol­les Gleich­ge­wicht zwi­schen Bedarf und Flä­chen­ver­brauch gefun­den wird.“

 

Prag­ma­tisch dage­gen Det­lef Gold­am­mer (WAS): Wenn Besu­cher anreis­ten, könn­ten die­se den öffent­li­chen Park­platz hin­ter dem Schu­lungs­ho­tel Resi­den­cia ansteu­ern. „In mei­ner Wahr­neh­mung sind dort immer Kapa­zi­tä­ten frei.“

 

Mit Hin­weis auf den Weg­fall des Solar­de­ckels und einer wei­ter­ge­hen­den För­de­rung von Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen, for­der­te Harald Sand­ner (Grü­ne) – wie bereits beim Bau­ge­biet Son­nen­kamp- Ost – eine ein­heit­li­che Ver­pflich­tung fest­zu­schrei­ben, die Dächer mit Solar­an­la­gen aus­zu­stat­ten. „Wir müs­sen jetzt zukunfts­ori­en­tiert den­ken“, beton­te er ange­sichts eines Bau­be­stands für die nächs­ten 50 Jah­re. Kauf­mann sag­te zu, nach einer nach­hal­ti­gen Lösung stre­ben zu wol­len, even­tu­ell einer Kom­bi­na­ti­on auf Solar­ther­mie und Pho­to­vol­ta­ik.„ Ich hal­te es aber für nicht glück­lich, so etwas ver­bind­lich in den BPlan auf­zu­neh­men.“ So auch Jäckel: „Anre­gen ja, aber Pflicht nein.“

 

Die­ter Goy, hin­zu­ge­wähl­tes Mit­glied und als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Nabu-Kreis­ver­ban­des die Flo­ra und Fau­na im Blick, brach eine Lan­ze für Gebäu­de­brü­ter wie Mau­er­seg­ler, aber auch Fle­der­mäu­se, für die Platz geschaf­fen wer­den müs­se. Skep­tisch zeig­te sich Goy bezüg­lich der bei­den Bäu­me an der Zie­gel­bren­ner­stra­ße, die laut Gut­ach­ten „erhal­ten blei­ben kön­nen“. „Ver­su­chen Sie die wirk­lich zu hal­ten?“, frag­te er. Es daue­re ewig, bis adäqua­ter Ersatz nach­ge­wach­sen sei.

 

Jäckel sprach das The­ma Alt­las­ten an, ob es ein Gut­ach­ten dazu gebe. Kauf­mann bejah­te. Die kwg habe auf eige­ne Kos­ten ein Scree­ning gemacht, in ers­ter Linie um die Trag­fä­hig­keit des Bau­grunds zu unter­su­chen. „Von unbe­las­tet bis Z3 (Sied­lungs­ab­fall, der auf die Depo­nie gehört) haben wir alles gefun­den“, berich­te­te Kauf­mann. Die Pro­ben sei­en jedoch nicht geeig­net, über die jewei­li­gen Men­gen Auf­schluss zu geben. „Wir wer­den die Erd­ar­bei­ten aber gut­ach­ter­lich beglei­ten las­sen.“

 

Eine Ant­wort, die Jäckel, der ger­ne mehr Infos über den Unter­grund gehabt hät­te, offen­sicht­lich nicht zufrie­den stell­te. Zumal die Mehr­kos­ten für die Ent­sor­gung bei Zuord­nungs­wer­ten grö­ßer als Z2 die Stadt tra­gen müss­te. Aus­schuss­vor­sit­zen­der Mar­tin Reinckens (SPD), haupt­be­ruf­lich Ver­kehrs­pla­ner, beton­te ange­sichts des „Rie­sen-Bau­feld“: „Es ist nicht ziel­füh­rend, lokal nach Hot­spots zu gucken.“ Die Ent­sor­gung gering gehal­ten wer­den. Um wei­ter auf dem Lau­fen­den gehal­ten zu wer­den, ließ sich Jäckel von Bau­amts­lei­ter Rem­bert Ander­mann ver­spre­chen: „Wenn die ers­ten Daten vor­lie­gen, ist es kein Pro­blem, den Bau­aus­schuss zu infor­mie­ren.“

 

Es war Dirk Eich­ler (FDP), der schließ­lich einen Antrag auf Schluss der Debat­te stell­te. Jedoch nicht, ohne Jäckels letz­te Fra­ge zum anfal­len­den Ober­flä­chen­was­ser zu klä­ren. „Es wird nicht mehr, son­dern ten­den­zi­ell weni­ger ver­sie­gelt“, erwi­der­te Kauf­mann. Im Moment sei das Grund­stück fast voll­stän­dig ver­sie­gelt, das Was­ser lau­fe in den Kanal.

 

Quel­le: Hil­des­hei­mer All­ge­mei­ne Zei­tung (Sar­sted­ter Anzei­ger, 25. Juni 2020 (Aus­zug)

Veröffentlicht unter 2020

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